uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Erasmus in Athen

Im Januar 2016 habe ich, ziemlich spontan, beschlossen ein Erasmus-Semester zu machen. Nachdem ich mich auf der Homepage des Akademischen Auslandsamt, bei meinem Fachkoordinator und der fachbezogenen Erasmus+-Seite informiert habe, habe ich zügig meine Unterlagen zur Nominierung eingereicht.
Eine direkte Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule fand nur durch den Fachkoordinator Herrn Knoth statt, die benötigten Informationen zur Bewerbung habe ich anschließend durch die Gasthochschule und deren Homepage bekommen. Da ich erst im Sommersemester in Athen studieren wollte, hatte ich eine verhältnismäßig lange Vorbereitungszeit für die einzureichenden Bewerbungsunterlagen. Diese beinhalteten neben Versicherungsnachweis das vorläufige Learning Agreement, einen Antrag auf Gratis-Mensa-Essen, eine Passkopie, wenn vorhanden ein Englischzertifikat und Passfotos. Den größten Teil der Vorbereitung nahm aber der Griechischsprachkurs ein. Zwar sind keine Sprachkenntnisse erforderlich, aber es empfiehlt sich für das Leben in Griechenland durchaus die Landessprache wenigstens ein wenig zu beherrschen.


Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 06/2017

Gastuniversität: Panteion University of Social and Political Science

Gastland: Griechenland

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Panteion wirkte anfangs etwas verwirrend, weil die Kommunikation zwischen den einzelnen Departments durchaus komplex war. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die Kursverwaltung nicht wirklich zentralisiert ist. Jedoch hat uns das Erasmus Office alle notwendigen Informationen zukommen lassen und bei Fragen immer weiter geholfen.
An sich läuft das Auslandsstudium an der Panteion so ab, dass es ungefähr eine Woche nach Beginn des Semesters eine aktualisierte Kursliste gibt, die die verfügbaren englischsprachigen Kurse beinhaltet. Um an einem Kurs teilnehmen zu können, empfiehlt es sich den Lehrenden eine Mail zu schreiben. Dies ist erforderlich, da meist die Kurszeiten und -orte noch nicht fixiert sind. Nach den ersten Sitzungen geben die Lehrenden dann den Prüfungsbüros eine Liste, auf denen die Studenten stehen, die sie in ihrem Kurs haben werden. Mitte des Semesters muss dann jeder Student eine Liste mit belegten Veranstaltungen abgeben. Zu diesem Zeitpunkt wird auch das Learning Agreement aktualisiert, da manche Veranstaltungen auch erst Mitte oder Ende März begonnen haben.
Die englischsprachigen Kurse sind meist Übersichtsveranstaltungen, die mehrere Themengebiete abdecken und von mehreren Dozenten gehalten werden.

Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 06/2017

Gastuniversität: Panteion University of Social and Political Science

Gastland: Griechenland

Man kann auch griechische Kurse belegen. In meinem Fall waren drei von fünf Kursen aus dem griechischsprachigen Kursverzeichnis. Anstelle von regelmäßigen Lehrveranstaltungen reicht zur Leistungserfassung ein Essay, meist im Umfang von 10-15 Seiten. Hierbei ist zu beachten, dass die meisten Dozenten großen Wert auf persönliche Besprechungen legen und beispielsweise Themen für Arbeiten nur persönlich abgesprochen werden. Per Mail wird meist nur ein Termin vereinbart beziehungsweise werden Formalia ausgetauscht. Dementsprechend empfand ich die Betreuung durch die Dozenten als sehr persönlich.

Zur Verwaltung ist zu sagen, dass die Kommunikation zwar manchmal etwas mangelhaft ist (beispielsweise wusste das Sekretariat meines Departments nichts von den Unterlagen, die ich dort einreichen sollte),  aber dennoch wurden die Angelegenheiten sehr zügig bearbeitet und auch alle Mitarbeiter und Dozenten hatten Verständnis für Verwirrungen seitens der Studierenden. Das Studium an sich war eigentlich sehr entspannt und für mich auch sehr fruchtbar. Dadurch dass unterschiedliche Nationalitäten aufeinander getroffen sind, konnten wir viele Perspektiven und Meinungen sammeln. Ferner war die Streuung der unterschiedlichen Studiengänge äußerst bereichernd, da viele Erfahrungsschätze geteilt werden konnten. Auch der internationale Austausch fand in den griechischen Kursen statt, da auch von den heimischen Studierenden Interesse bestand, dass Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden können. Was den grundsätzlichen Zustand der Uni und auch die Infrastruktur betrifft, muss man im Hinterkopf behalten, dass auch die Panteion einen Großteil des jährlichen Budgets abgeben musste und daher mit weit weniger Etat auskommen muss. Daher ist die technische Ausstattung zwar nicht auf dem neusten Stand, aber dennoch benutzbar. Es gab zwar keine frei nutzbaren Poolräume wie an der Universität Potsdam, aber für rasche Recherchen waren die PCs in der Bibliothek meist verfügbar. Dies war durchaus hilfreich, als es drei Wochen lang vor Ostern kein WLAN in der Universität gab. Die Bibliothek an sich ist sehr gut ausgestattet, auch mit englischer und teils sogar deutscher Literatur. Zwar sind die Öffnungszeiten etwas eingeschränkt, da die Bibliothek nur wochentags geöffnet ist, aber da 15 Minuten von der Panteion entfernt nunmehr das Stavros Center eröffnet hat und die Nationalbibliothek sich dort angesiedelt hat, ist auch die Möglichkeit gegeben am Wochenende zu arbeiten.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Der Kontakt mit den anderen Erasmus-Studierenden hat sich sehr schnell durch gemeinsame Veranstaltungen und Unternehmungen ergeben. Bereits in den ersten Wochen haben sich Gruppen gebildet. Neben den nationalen Gemeinsamkeiten, haben sich auch dank gemeinsamer Interessen wie Musik oder Sport Gruppen zusammengefunden. Mit einheimischen Studenten kam ich insbesondere durch kulturelle Veranstaltungen in Kontakt. Aber in der Universität direkt gestaltete sich das als durchaus schwierig, da die englischsprachigen Kurse mit einigen Ausnahmen nur von Erasmusstudierenden besucht wurden.   

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Obwohl für das Studium an sich keine Sprachkenntnisse erforderlich sind, habe ich dennoch vorbereitend zwei Sprachkurse gemacht. So habe ich parallel zur Vorbereitung bereits Griechisch gelernt. Selbst würde ich mich vor Beginn auf mittelmäßiges A1 einschätzen. Bei Ankunft in der Sprachschule an der Kapodistrian Universität in Athen wurde ich allerdings auf A2 eingestuft und habe im Laufe des Semesters 6 Wochenstunden Griechisch-Unterricht gehabt. Durch diesen regelmäßigen Unterricht und die tägliche Konfrontation mit der Sprache, habe ich viel gelernt und meines Erachtens zum Ende meines Aufenthalts hier ein Sprachlevel von A2 erreicht. Ich denke, dass ich gar nicht wirklich abschätzen kann, wieviel ich tatsächlich gelernt habe. Nach meiner Rückkehr möchte ich wieder einen Sprachkurs machen, damit ich das Gelernte nicht vergesse.

Wohn-  und Lebenssituation

Um eine Unterkunft zu finden, bieten sich mehrere Wege:

Stay in Athens ist eine Plattform, auf der Studenten Zimmer finden können. Ich hatte zuerst geplant gehabt über diese ein Zimmer zu buchen, aber aufgrund einiger Probleme habe ich diesen Gedanken verworfen. Facebook wollte ich zuerst nicht nutzen, aber in den speziellen Gruppen wie Erasmus Accommodation Group in Athen finden sich sehr viele Angebote. Zuerst war ich davon abgeschreckt, aber schlussendlich habe ich im Dezember darüber meine Wohnung gefunden.Ein anderer Weg ist es auch, und diesen empfehle ich im Nachhinein eher, zuerst in ein Hostel zu ziehen und vor Ort zu suchen. Dadurch gewinnt man einen besseren Eindruck für die Gegend und auch wo Studienkollegen wohnen und wie weit die Entfernungen wirklich sind. Man darf sich nicht davon abschrecken lassen, dass viele Zimmer ohne Vertrag vermietet werden. Viele Vermieter tun das. Auch wenn ich das nicht sonderlich toll finde, hatte weder ich noch jemand meiner Freunde Probleme. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, dass die Miete alles inkludiert. Da die Rechnungen für Strom und Wasser stark variieren können, hat man auf diese Art eine Sicherheit was die Ausgaben angeht. Viele Wohnungen haben auch keine Heizung, sondern nur Klimaanlagen. Das war im Winter etwas anstrengend, aber durchaus aushaltbar.

Die öffentlichen Verkehrsmittel bergen immer wieder ein paar Verwirrungen: Einzelfahrttickets für den Bus und die Metro kosten 1,40€ ohne Ermäßigung.  Als Student kann man aber die ermäßigten Tickets nehmen, solange man an einer öffentlichen Universität studiert und einen Studentenausweis dabei hat. Es gibt auch Monatstickets, die jeweils 30,00€ oder 15,00 € (mit Ermäßigung) kosten. Um eines zu bekommen, benötigt man ein Foto und ein bisschen Überzeugungskraft. Das Problem ist, dass man eigentlich einen griechischen Studentenausweis braucht. Dieser lässt am Anfang des Semesters ein paar Wochen auf sich warten.  Aber wenn man zu einer Metrostation geht, die etwas außerhalb liegt und man etwas Überzeugungsarbeit leistet, kriegt man trotzdem eines. Dazu kommt, dass man die Tickets auch nicht immer kaufen kann, sondern nur Ende des Monats (ab dem 28. des Monats und bis zum 10. Des nächsten Monats). Tickets kriegt man übrigens nicht im Bus, sondern in den Metrostationen beziehungsweise an den Kiosken. Bus fahren ist auch immer etwas abenteuerlich. Wenn man bei einer Haltestelle steht, gibt man mit einem Handzeichen dem Fahrer das Signal, dass man gerne einsteigen möchte. Es war schon oft genug der Fall, dass der Bus sonst einfach vorbei gefahren ist. Außerdem sind Getränke und Essen in der Metro nicht sonderlich gerne gesehen. Böse Blicke vorprogrammiert, wenn man mit einem Frappé oder anderen Lebensmitteln einsteigen will.

Der Verkehr an sich ist hier in auch eine Sache für sich. Verkehrsregeln sind eher Richtlinien, Ampeln sind meistens auch eher eine Empfehlung. Moped- und Motorradfahrer fahren grundsätzlich wie der Teufel und ohne Helm.

Es empfiehlt sich eine Kredit- oder EC-Karte zu haben, mit der man gratis im Ausland abheben kann. Sonst kann das durchaus sehr teuer werden. Allerdings kann man mit Ausnahme bei Kiosken und kleineren Läden fast überall mit Karte zahlen. Wenn der Fall eintritt, sollte man auch die Konditionen seiner Krankenversicherung gut kennen. Öffentliche Krankenhäuser nehmen sich meist keine Zeit und daher empfiehlt es sich in manchen Fällen private Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Bei Arztbesuchen muss die Behandlung sowieso im Voraus privat bezahlt werden. Die Lebenshaltungskosten sind meines Erachtens höher als in Deutschland. Das Preisniveau liegt grundsätzlich höher. Um günstig Obst und Gemüse zu kaufe, sollte man den wöchentlichen Markt aufsuchen und dort einkaufen. Besonders Alkohol ist teurer als in Deutschland, aber auch Süßigkeiten und andere Luxusprodukte. Dafür sind Snacks wie Souvlaki günstig und an jeder Ecke zu bekommen. Athen ist ja nun mal eine Metropole, das kann man kaum bestreiten. Nicht nur ausgehend von der Größe, sondern auch von der kulturellen Vielfalt, die diese Stadt zu bieten hat. Da finden sich immer wieder Aktivitäten, mit denen man die Freizeit verbringen kann. Ganz generell kann man sagen, dass es hier, ähnlich wie in Berlin, immer etwas zu tun gibt.  Ob es nun Konzerte sind, für jede Musikrichtung und jeden Geschmack ist etwas dabei, egal ob am Wochenende oder unter der Woche. Besonders in Exarchia, dem autonomen Viertel hier in Athen, gibt es viele Punk- und Rockkonzerte. Die großen Veranstaltungszentren bieten auch Konzerte von sehr bekannten Künstlern an, erst vor kurzem war José Gonzales in Athen. Doch auch abgesehen von Konzerten, gibt es hier verdammt viele kulturelle Möglichkeiten. Die zahlreichen Museen (mein absoluter Favorit ist ja das Akropolismuseum) und die wechselnden Ausstellungen erfreuen das kulturelle Herz, natürlich ist die Documenta 14 noch ein weiterer kultureller Leckerbissen. An ziemlich jedem Wochenende findet ein Festival zu einem bestimmten Thema statt, ob nun Streetfood-Festival, Tattoo-Convention, Hip-Hop-Festival, Veranstaltungen der Universitäten zu bestimmten Themen, langweilig wird es hier wirklich nicht. Den Hafen von Piräus innerhalb von 20 Minuten mit der Metro erreichen zu können, ermöglicht es mir spontane Ausflüge auf die wunderbaren griechischen Inseln zu machen.  Da ist die studentische Vergünstigung mit dem griechischen Studentenausweis um bis zu 50 % natürlich äußerst hilfreich.

Hier noch ein paar nützliche Links:

Erasmus in Athen 2016/17:

https://www.facebook.com/groups/504374189748206/

https://www.facebook.com/groups/1736757789903738/

Erasmus Accommodation:

https://www.facebook.com/groups/245603915518837/

https://www.facebook.com/groups/313962265301086/

Erasmus an der Panteion:

https://www.facebook.com/groups/150847662017503/

Kaufe und Verkaufegruppen (äußerst nützlich!):

https://www.facebook.com/groups/397105347068109/?ref=bookmarks

https://www.facebook.com/groups/390522031103931/?ref=bookmarks

Öffentliche Verkehrsmittel:

http://oasa.gr/

Informationen zu anstehenden Streiks:

http://www.apergia.gr/  


Rückblick

Rückblickend wäre ich vielleicht froh gewesen, wenn ich jemanden gekannt hätte, der schon öfter in Athen war. Da ich bis zu meinem Aufenthalt hier noch nie in Griechenland war, waren viele Dinge für mich fremd. Aber so habe ich viele Dinge gelernt und mich einigen Herausforderungen stellen müssen, die mir sicher nicht geschadet haben. Wirklich negative Erfahrungen habe ich eigentlich nicht gemacht. Natürlich waren nicht alle nur positiv, aber das gehört nun mal dazu. Allen zukünftigen Athen-Studierenden möchte ich gerne ein paar Tipps geben:

1. Macht einen Sprachkurs vorher. Nicht nur wegen der Sprache, sondern um auch die Mentalität kennenzulernen. Meine Griechischlehrerin hat mich toll vorbereitet und hat mir auch Tipps für hier gegeben.

2. Apps können immer hilfreich sein: Die Oasa Telematics App zeigt euch an wie die Busse fahren und wo sie sich gerade befinden. Hilfreich um nach Hause zu kommen, wie auch Google Maps.

3. Sonnencreme ist hier sehr teuer, wie andere Kosmetika auch. Also lieber davon zu viel mitnehmen.

4. Gebt euch dem Flow hin. Ich habe lange versucht, mich dagegen zu wehren und alles so zu machen, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin. Das funktioniert aber auf Dauer nicht und macht nur unglücklich.

Bei Fragen bin ich gerne behilflich. Egal was euch umtreibt, ihr könnt mich sehr gerne über das AAA kontaktieren.

 

 

 

 

Griechenland

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Hier finden Sie alle Informationen zur Finanzierung Ihres Auslandsaufenthaltes und zu den Stipendien.