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Erfahrungsbericht - Ivane Javakhishvili Tbilisi State University (TSU)

Meine Ziele des ersten Semesters an der TSU in Tbilisi waren, einen georgischen Sprachkurs, Lehrveranstaltungen der Politikwissenschaften/Wirtschaftswissenschaften mit dem Bezug zur Region zu belegen und das akademische Arbeiten in englischer Sprache zu bewerkstelligen.


Studienfach: Politik und Verwaltung / BWL

Aufenthaltsdauer: 09/2011 - 04/2012

Gastuniversität: Ivane Javakhishvili Tbilisi State University (TSU)

Gastland: Georgien

Das Department of Foreign Relation ist im Hauptgebäude der TSU untergebracht. Eine Person des Department ist zuständig für alle Angelegenheiten der Austauschstudenten, leider verläuft die Kommunikation via Email etwas holperig, weshalb eigentlich immer ein persönliches Gespräch sehr viel schneller und unkomplizierter die Dinge regelt.

Den Sprachkurs belegte ich in einem Zeitraum von Oktober bis Dezember 2011. Durch die relativ geringe Anzahl von Teilnehmern, war es ein intensiver Kurs, mit jeweils zwei Blöcken pro Woche. Als erstes lernten wir ein paar Ausspracheregeln des Georgischen und die 33 Buchstaben des georgischen Alphabets. Danach folgten Übungen zum Gebrauch des Georgischen im Alltag. Nach dem Ende des Sprachkurses kann ich mich nun im Alltag relativ gut verständigen und z.B. die gewünschten Dinge in einer bestimmten Anzahl kaufen. Das Lesen der Buchstaben funktioniert relativ gut, aber ist immer noch zu langsam um die kleinen Schilder eines vorbeifahrenden Buses zu lesen. Da die meisten Georgier außer Russisch keine weitere Fremdsprache gelernt haben, bin ich jeden Tag ein wenig am Georgisch sprechen. Die zwei Politik Seminare aus dem Programm „Transformation South Caucasus“ sind gut organisiert gewesen, mit Hilfe eines FTPServers wurden die zu lesenden Artikel im Internet bereitgestellt und durch den Internetzugang der kleinen Sozialwissenschaftlichen Bibliothek ergänzt. Der Ablauf des Kurses innerhalb des Semesters richtete sich eher nach dem amerikanischen Studiensystem, weshalb in beiden Seminaren Midterms geschrieben wurden und am Ende ein Final-Exam. Des Weiteren mussten wir zum Beenden des Kurses ein Final-Paper schreiben, mit inhaltlich Bezug zu einem im Seminar behandelten Themenbereich.

Der Dozent war ein Georgier mit perfekten Englisch Kenntnissen, da er gerade seinen Doktor an der Universität von Oxford beendet hatte. Das zweite Seminar wurde abwechselnd von zwei Dozenten betreut, welche in den USA studiert hatten und somit auch hervorragende Englisch Kenntnisse besaßen. Mit diesen beiden Seminaren bin ich sehr zufrieden, da sie mir die Möglichkeit gaben
auf hohen Niveau in Englisch zu studieren und einen guten Einblick in die jeweilige Thematik boten. Es erwies sich auch als kein Problem, dass es sich um Kurse aus dem Masterbereich handelte, da ich durch meine vier Semester an der Universität Potsdam ausreichend Vorwissen mitbrachte.

Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, konnte ich leider keine Kurse aus dem Bereich Betriebswirtschaftslehre belegen. Es besteht zwar die Möglichkeit, aber in diesem Fall verlief die Organisation der TSU etwas schlecht, weshalb nur ein verspäteter Einstieg möglich gewesen wäre.
Dafür bestand die Möglichkeit an der International School of Economics Tbilisi Kurse aus dem Bereich Economics zu belegen. Die ISET-Fakultät ist an der TSU angegliedert und bietet alle Kurse in englischer Sprache an. Die jeweiligen Kurse an dieser Fakultät sind Seminare mit max. 25 Teilnehmern. Die Dozenten sind zum Großteil aus dem Ausland und haben an verschiedenen Orten gelehrt. Der Aufbau des Studiums an dieser Fakultät ist unterschiedlich zu dem an der TSU; es besteht aus vielen sog. Miniterms, jeder Miniterm ist ca. zwei Monate lang und endet mit einer Final-Exam Woche. Innerhalb des Miniterms ist das Studium auch an dieser Fakultät an das amerikanische Muster mit Midterm und
Final-Paper angepasst.

Das Niveau des Studiums an dieser Fakultät ist sehr hoch, aber es schafft auch ein reizvolles Arbeitsklima, um sich in einen bestimmten Themenbereich einzuarbeiten. Für mich persönlich ohne weitreichende Vorkenntnisse im Bereich Economics bedeutete es relativ viel Aufwand um die Kurse zu bestehen, aber es brachte auch viele neue Erkenntnisse.

Alles in allem habe ich sehr viele spannende Seminare besucht und bin aus akademischer Sicht vollkommen zu frieden mit dem Studium an der TSU in Tbilisi. Als sog. Tutor zu Hilfe in allgemeinen Fragen zur Universität etc. habe ich eine georgische deutsch Lehrerin in Tbilisi gefunden. Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden aufzubauen ist relativ einfach. Georgier sind von Natur aus sehr gastfreundliche Menschen, weshalb zu Beginn des Semesters zum Kennenlernen einige Treffen von der Universität und Studenten organisiert wurden.

Bevor ich nach Tbilisi gekommen bin, habe ich probiert eine Unterkunft zu finden, dies erwies sich als äußerst schwierig, da es kein wohngemeinschaftsliches Leben in Georgien gibt und einem vom Ausland aus die richtigen Kontakte fehlen. Deshalb entschied ich mich erstmal bei dem Vater einer befreundeten Georgierin aus Berlin zu wohnen um Vorort die Suche fortzusetzen. Die Suche in Tbilisi erwies sich
weiterhin als schwierig, aber bei meinem lang erwarteten ersten persönlichen Gespräch mit der Koordinatoren im Department of Foreign Relation eröffnete sie mir, dass die Universität für alle Austauschstudenten Wohnraum in verschiedenen Teilen von Tbilisi gefunden hat. Dabei handelte es sich um Wohnungen in denen jeweils 6-10 Austauschstudenten wohnen können. Die Wohnsituation ist alles im allem okay, nur zum konzentrierten Arbeiten für die Universität muss man sich stehts in die
Bibliothek begeben. Mieten werden in Tbilisi generell in US-Dollar bezahlt und die Unterhaltskosten jeden Monat abgerechnet und in Georgischen Lari (GEL) bezahlt.

Da Mieten und viele andere Dinge in Georgien in US-Dollar bezahlt werden, kann man an jedem Geldautomaten, die überall in der Stadt zu finden sind, Dollar und GEL abheben. Für den Aufenthalt in Georgien habe ich eine Auslandskrankenversicherung in Deutschland abgeschlossen, die vierteljährig nach Bezahlung automatisch verlängert wird. Die Lebenshaltungskosten sind durchschnittlich, es gibt überall preiswertes Gemüse und Obst, aber viele Dinge die nur im Supermarkt erhältlich sind kosten mehr als in Deutschland. Somit sind die monatlichen Kosten in etwa vergleichbar mit dem Leben
in Deutschland. Leider erhalten Austauschstudenten keine Vergünstigungen für den ÖPNV, aber bei
mehrmaligen Fahrten an einem Tag sinkt der Einzelfahrpreis.

Studienfach: Politik und Verwaltung / BWL

Aufenthaltsdauer: 09/2011 - 04/2012

Gastuniversität: Ivane Javakhishvili Tbilisi State University (TSU)

Gastland: Georgien

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