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Erasmus in Grenoble

Wenn man sich für ein Auslandssemester im Rahmen des Erasmus Programms interessiert, sollte man sich frühzeitig damit auseinandersetzen, da die Bewerbungsfristen einmal im Jahr stattfinden (1 Jahr vor Antritt). Hierzu findet man sämtliche Informationen auf den Erasmus Seiten der Universität Potsdam. Nachdem ich mich im Januar für einen Erasmusplatz in Grenoble beworben hatte, bekam ich per Email eine Zusage im März. Im Rahmen der Informationsveranstaltung konnte ich erste wichtige Dokumente erhalten. Im Anschluss musste ich mein erstes Learning Agreement ausfüllen. Auch hierzu findet man einige Informationen auf den Internetseiten.Um eine Ahnung von den möglichen Kursen an meiner Gastuniversität zu bekommen, habe ich deren Internetseiten verwendet (in meinem Fall diese).


Studienfach: Französisch Lehramt

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Université Grenoble Alpes

Gastland: Frankreich

Meine zuständige Koordinatorin für Erasmus-Studierende vor Ort war Madame Skudder. Von ihr haben wir vor Beginn des Auslandssemesters sowohl während des Auslandssemesters zahlreiche informative Emails erhalten (beispielweise eine Email bezüglich eines Wohnheimplatzes). Bei Fragen und Problemen konnten wir auch während unserer Zeit dort jederzeit zu ihr ins Büro kommen. Auf der Website meiner Gastuniversität konnte ich den Kalender meines Semesters einsehen. Dieser beinhaltete auch vor dem eigentlichen Beginn des Semesters eine Welcome Week für alle internationalen Studenten, sodass es empfehlenswert ist, mindestens eine Woche vor Semesterbeginn nach Grenoble zu reisen.

Studium an der Gastuniversität

In der ersten Woche, der sogenannten Welcome Week, wurden einige Veranstaltungen für die internationalen Studenten geboten. Hier konnten wir viele hilfreiche Informationen bezüglich der Kurse, dem Campus, der Sportangebote, der Einrichtungen usw. erhalten. Zusätzlich gab es eine Veranstaltung in einem Garten mit Buffet und Musik, wo man bereits erste Kontakte zu den anderen internationalen Studenten knüpfen konnte. Während dieser Woche wurden einige Campus- und Bibliotheksführungen durchgeführt, an denen man freiwillig teilnehmen konnte. Zudem gab es eine Integrationswoche, durchgeführt von der Organisation Intègre, bei der einige Museumsbesuche und andere Freizeitaktivitäten angeboten wurden. Auch während des Semesters gab es immer mal wieder vereinzelt Veranstaltungen von Intègre, z.B. einen internationalen Abend, an dem man ein typisches Gericht aus seinem jeweiligen Land mitbringen sollte. Vor Ort gab es die Möglichkeit die ersten drei Wochen so viele Kurse zu besuchen, wie man wollte, um einen möglichst großen Eindruck zu erhalten. Im Anschluss musste man ein zweites Learning Agreement ausfüllen, auf dem man endgültig seine Kurse festhalten musste. Bezüglich der Kurse gab verschiedene Varianten. Die Cours spécifiques waren ausschließlich und speziell für Erasmus-Studenten. Hierfür habe ich jeweils 3 ECTS Punkte erhalten. In diesen Kursen herrscht Anwesenheitspflicht, die mithilfe von Listen im Unterricht kontrolliert wird. Angeboten wurden Kurse wie französische Grammatik, professionelles Französisch, die Geschichte von Grenoble, soziale Probleme der französischen Gesellschaft usw. Das Niveau war angepasst an die internationalen Studenten, sodass ich keine Schwierigkeiten hatte, dem Unterrichtsverlauf zu folgen. Die Kurse sind daher sehr sinnvoll und bieten zudem die Möglichkeit weitere Kontakte zu anderen internationalen Studenten zu knüpfen. Der Leistungsnachweis erfolgte in Form von verschiedenen Aufgaben innerhalb des Semesters, z.B. Vortrag, Tests, Essays usw. Klausuren gibt es lediglich in den Kursen, die mit den französischen Studenten stattfinden und vergleichbar mit unseren Seminaren und Vorlesungen sind. Die ersten Wochen waren an der Uni sehr anstrengend, da es viele organisatorische Probleme gab. Mit der Zeit hat sich allerdings alles nach und nach eingependelt.

 

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Meine Unterkunft hat es mir ermöglicht viele internationale Studenten kennenzulernen. Dadurch konnte ich schnell viele Freunde finden, mit denen ich wohl auch noch nach meiner Zeit dort in Kontakt stehen werde. Ich habe allerdings gemerkt, dass sich oftmals nationenweise Gruppen finden, sodass ich während meines Aufenthaltes viel mit anderen Deutschen zu tun hatte. Neben vielen Deutschen, habe ich auch sehr viele Belgier kennenlernen dürfen. Der einzige Nachteil dabei ist, dass ich in meiner Freizeit mehr Deutsch und Englisch als Französisch geredet habe. Der Kontakt zu einheimischen Studenten ist relativ schwer, da diese meistens bereits ihre eigenen Freundeskreise haben. Ich konnte jedoch auch einige französische Studenten dank meiner Unterrichtskurse und meinen Sportkursen kennenlernen. In der Universität konnte ich davon profitieren, dass ich einige Kurse mit einheimischen Studenten hatte, die Deutsch lernen wollten. In den Sportkursen, die ich für meine Freizeit gewählt hatte, war ich die einzige ausländische Studentin, sodass ich gezwungen war Französisch zu sprechen. Die meisten Studenten sind dort sehr offen auf mich zugegangen und wollten mich auch in ihrer Freizeit treffen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

In der Schule hatte ich seit der siebten Klasse Französischunterricht. Auch im Abitur habe ich Französisch als Leistungskurs belegt, welcher allerdings von relativ geringem Anspruch war. Meine restliche Sprachkompetenz in Französisch habe ich während meines Lehramtsstudiums in den Kursen im Rahmen der Sprachausbildung erhalten. Diese war meiner Meinung nach jedoch relativ gering, weshalb ich mich für ein Auslandssemester entschieden habe. Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich leider sehr viel Englisch und Deutsch gesprochen, und Französisch lediglich im Alltag verwendet. Meine Kurse haben alle auf Französisch stattgefunden, sodass ich mein Hörverstehen verbessern konnte. Ich habe größtenteils alles sehr gut verstehen können. Im Nachhinein würde ich sagen, dass meine Sprachkompetenz nicht wirklich viel besser geworden ist, allerdings habe ich deutlich an Selbstvertrauen gewonnen. Ich traue mich nun viel mehr auf Französisch zu kommunizieren. Ich kann mich im Alltag gut verständigen, aber wirklich flüssig kann ich die Sprache auch nach meinem Aufenthalt nicht sprechen. Dennoch hat mir das Semester in Frankreich einiges für meine Sprachkompetenz und das Sprachgefühl gebracht.

 

Wohn- und Lebenssituation

Noch während des Sommersemesters habe ich von zuhause aus meine Unterkunft in Frankreich organisiert. Hierzu habe ich per Email einige Informationen vor meinem Aufenthalt erhalten. Ich musste dann ein spezielles Formular ausfüllen und dieses wieder an die zuständige Abteilung der Universität Grenoble zurücksenden. Einige Wochen später habe ich eine Unterkunft per Email zugeteilt bekommen. Ich konnte diese entweder annehmen oder ablehnen. Hierzu konnte ich auf der Seite von CROUSeinige Informationen zu meiner Unterkunft finden. Meine Unterkunft „Le Rabot“ gehörte zu den Studentenresidenzen, die alle zu dem Träger CROUS gehören. Die Unterkunft erschien sowohl im Vorhinein auf den Fotos, als auch vor Ort relativ alt und wenig komfortabel. Es ist unterteilt in mehrere Häuser, die sich unterhalb der Bastille auf einem Berg befinden. Der Aufstieg dauert von der Altstadt aus ungefähr 15 bis 20 Minuten und ist besonders am Anfang gut anstrengend. Unterhalb der Woche fahren Busse zur Unterkunft hoch, allerdings nur zu bestimmten Zeiten (morgens bis ca. 13:30, ab 16:20 bis 20:30). Am Wochenende fahren lediglich vier Busse, die man allerdings bereits zwei Stunden vorher telefonisch bestellen muss und daher kaum genutzt werden. Die Unterkunft ist noch aus Militärzeiten und bietet nicht viel Komfort. Ich hatte ein Zimmer von neun Quadratmetern (in meinem Haus hatten alle Zimmer die gleiche Größe), welches ein Waschbecken beinhaltete. Man teilt sich zudem die Duschen, Toiletten sowie die Küche mit allen anderen Studenten. Hierzu muss man sagen, dass die Ausstattung minimal ist. Die Küchen bieten lediglich vier Herdplatten und weder Ofen noch Kochutensilien. Die Toiletten sind „Hocktoiletten“, was definitiv die größte Herausforderung für alle war. Die Vorteile dieser Unterkunft waren die Nähe zu den anderen Studenten, da man Tür an Tür wohnt, eine Bibliothek, wo man in der Prüfungszeit auch lernen konnte, ein Fitnessraum, eine Cafeteria, d.h. ein Aufenthaltsraum, der mittwochs und freitags am Abend geöffnet war und vor allem die günstige Miete. Darüber hinaus hatte man einen fantastischen Blick auf die Stadt und konnte sich „dank“ des Aufstiegs fit halten. Da meine Universität ein wenig entfernt lag, habe ich mir gleich zu Beginn eine Monatskarte zulegt. Diese musste ich jeden Monat verlängern und war sehr günstig (15€). Mit der Monatskarte konnte ich Tram fahren, die ganz Grenoble miteinander vernetzt sowie den Rabotbus und alle anderen Busse. Zudem konnte man sich kostengünstig ein Fahrrad bei MétroVélo ausleihen (36€ für 3 Monate), was für mich allerdings nicht in Frage kam, da die Universität zu weit weg war. Zudem habe ich mir zu Beginn meines Aufenthalts ein französisches Bankkonto, welches obligatorisch für das sogenannte Wohngeld CAF ist, bei der Bank Société Générale einrichten lassen. Dies war relativ einfach, allerdings wurden uns zusätzliche Angebote als obligatorisch erklärt, die wir dann unwissend unterschrieben haben. Zum Ende hin konnte ich dort auch ohne Probleme wieder kündigen. Die Mehrheit meiner Freunde hatte dort ein Konto abgeschlossen und war ziemlich zufrieden. Meine Krankenversicherung habe ich wie zuhause weitergeführt, da man als Europäer keine andere Krankenversicherung dringend dort brauch. Ich habe zusätzlich eine Krankenversicherung über den ADAC abgeschlossen, da ich vor allem eine Versicherung für das Skifahren benötigt habe. Eine weitere habe ich in Frankreich nicht abgeschlossen. Die Lebenshaltungskosten in Frankreich sind sehr hoch. Ich war erstaunt wie teuer es in Frankreich ist. Ich musste daher viel Geld beim Essen und Trinken einrechnen. Einige meiner Freunde waren öfters auswärts essen, aber mir persönlich war es deutlich zu teuer und habe daher darauf verzichtet. Die günstigsten Supermärkte waren vor allem die größeren Ketten, die eher ausserhalb der Stadt in der Nähe von der Universität beispielsweise liegen (Casino, Carrefour, Intermarché etc.). Zu den teureren Supermärkten gehört besonders der Monoprix, welcher zentral in der Altstadt gelegen ist. Zu den Freizeitangeboten kann ich sagen, dass Grenoble und die Umgebung viel zu bieten hat. Wir waren besonders im September und Oktober viel Wandern. Die Natur ist sehr schön und man kann viel unternehmen, beispielsweise zu nahe gelegenen Seen (z.B. Le Lac de Monteynard) fahren. Wir haben zudem versucht viele Städte oder Ortschaften in der Nähe zu besuchen, wir waren zum Beispiel in Annecy, Montpellier, Nîmes, Avignon, Lyon (Fête des Lumières), Paris usw. Für Mountainbiker gibt es im Sommer bzw. Herbst auch viele Möglichkeiten. Im Winter waren wir fast jedes Wochenende Skifahren. Zu den großen Skigebieten wie Alpes d’Huez oder Les Deux Alpes benötigt man ca. 1 Stunde und 15 Minuten mit Auto. Es fährt allerdings auch ein Bus von der Skischule aus. Des Weiteren habe ich zwei Sportkurse von der Universität aus absolviert: Trampolin und Fitness. Auch die Gegend rund um die Bastille bietet einige Möglichkeiten, wie z.B. Klettern oder Lauf- und Wanderwege mit einzelnen Sportgeräten zwischendurch. In der Altstadt gibt es viele kleine Bars, auch spezielle Erasmus Bars. Zudem wurden einige Veranstaltungen über die Organisation Intègre durchgeführt, z.B. internationale Abende, Filmabende, Ausflüge zu Seen usw..

Studienfach: Französisch Lehramt

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Université Grenoble Alpes

Gastland: Frankreich


Rückblick und sonstige Hinweise

Rückblickend kann ich sagen, dass mein Auslandssemester in Grenoble sehr gut war. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich weiterhin im Kontakt stehen möchte. Ich habe die Stadt als eine sehr schöne Studentenstadt erlebt, in der man bzw. in deren Umgebung man sehr viel unternommen kann. Ich würde die Stadt für ein Auslandssemester weiterempfehlen. Sie ist besonders für sportinteressierte Studenten geeignet, da man dort viele verschiedene Sportaktivitäten ausüben kann. Nicht nur in der Natur kann man viel unternehmen, wie z.B. Wandern, Klettern, Skifahren, es gibt auch zahlreiche Möglichkeiten im Rahmen des Unisports. Mein Französisch konnte ich nicht, wie vorgenommen, sehr stark verbessern, dennoch hab ich viel an Sprachgefühl dazu gewonnen. Ich denke man müsste mindestens zwei Semester in Frankreich bleiben, um die Sprachkompetenzen deutlich verbessern zu können. Wenn ich was kritisieren dürfte, wäre das eindeutig das Studentenwohnheim. Auch wenn dieses sehr günstig war, würde ich es als sehr grenzwürdig bezeichnen. Trotz des tollen Ausblicks und dem Kontakt zu den anderen Studenten würde ich dort nicht nochmal für längere Zeit leben wollen. Im Nachhinein fand ich es aufgrund des engen sozialen Kontakts
dennoch besser im Wohnheim gelebt zu haben als in einer eigenen Wohnung. Würde ich noch einmal ein Auslandssemester in Grenoble machen, würde ich definitiv mit dem Auto dorthin fahren, da es sehr praktisch ist (speziell für die Unterkunft auf dem Berg). Alles in allem hatte ich in Grenoble eine sehr schöne Zeit und würde immer wieder dorthin im Rahmen des Erasmus Programms gehen.

Wenn ihr in ein preisgünstiges Wohnheim wie ich zieht, müsst ihr davon ausgehen, dass es dort kaum Ausstattung gibt. In der Nähe von Grenoble befindet sich ein IKEA, welches mein erstes Ausflugsziel war. Ich musste mir zu Beginn einiges zulegen wie z.B. Kissen, Decke, Wasserkocher, Töpfe/Pfannen, Kochutensilien, Geschirr, Besen usw., da in meiner Unterkunft nichts vorhanden war. Ich habe mir bereits am ersten Tag auch einen Handvertrag bei dem Anbieter FREE geholt. Ohne diesen wäre ich besonders in der Anfangszeit in meiner Unterkunft ohne LAN-Kabel aufgeschmissen gewesen. Die Kosten betrugen 19,99€ für einen Monat, was vergleichbar mit den Verträgen zuhause ist. Hierfür bekam man ganze 50GB im Monat und man konnte sogar kostenlos ins deutsche Festnetz anrufen.
Für Skifahrer kann ich es empfehlen eine Skikarte über die Ecole de Glisse an der Uni abzuschließen. Diese kostet einmalig 20€ (Vergünstigungen beim Skipass und Transport) bzw. 35€ (Vergünstigungen beim Skipass und Transport plus Ski- und Snowboardkurse). So konnte ich mir viel Geld bei den Skikarten sparen, unter der Woche kostet diese 13,70€ und am Wochenende 17.50€ statt 40€. Der Link hierzu ist: http://www.ecole-de-glisse.com. Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Lyon (bzw. auch in Genf). Von dort aus kann man kostengünstig entweder den Zug (meistens 16,50€) oder den Bus (meistens 17€) nach Grenoble nehmen.

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