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Mein Auslandssemester in Vaasa

Endlich war der Tag da, an dem die Bestätigung für das Auslandssemester kam. Nun hieß es ein paar warme Winterschuhe kaufen, da es in Finnland zu dieser Jahreszeit sehr kalt werden kann.


Studienfach: Volkswirtschaftslehre / Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2013 - 12/2013

Gastuniversität: University of Vaasa

Gastland: Finnland

Die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule war sehr einfach und zügig. Ich erhielt sogar ein Informationspaket, wo einige Informationen zu der Hochschule und zur Stadt Vaasa bei waren. Da die finnische Mitarbeiterin des International Office in Mutterschutz und Babyjahr ging, hatten wir einen Betreuerwechsel, trotzdessen lief die Betreuung reibungslos ab.

Nach dem alle Unterlagen zur Annahme des Austauschplatzes eingereicht wurden, bewarb ich mich im April schon für ein Wohnheimplatz. Zwischendurch dachte ich, es sei zu früh gewesen, aber da in diesem Jahr sehr viele Austauschstudenten aus aller Welt nach Vaasa kamen, waren die Wohnheimplätze beschränkt. Meine Empfehlung an euch ist daher eine rechtzeitige Anmeldung für einen Wohnheimplatz. Bereits einen Monat vor der Anreise wurde ich von meinem Tutor kontaktiert, der mir auch einige Tipps gab. Nun war der Tag, der Anreise endlich gekommen. Ein Transfer vom Flughafen zum Wohnheim wurde für 2 Tage gestellt. Ein paar Tutoren begleiteten uns vom Flughafen zum Wohnheim, in dem wir mit weiteren Tutoren und Studenten aufeinander trafen.

Am darauffolgenden Montag und Dienstag gab es Orientierungstage. An diesen wurde vorgestellt wie die Fächer im System gewählt und registriert werden. Auch zum Prüfungsablauf wurden uns einige Hinweise gegeben. Danach fand eine gemeinsame Uni- Besichtigung statt. Vaasa ist ein kleiner idyllischer Ort, den man mögen kann oder nicht. Vaasa ist das komplette Gegenteil zur Großstadt. Der Ort besitzt einen gewissen ländlichen Charme und ist umgeben von sehr viel Natur. Gerade weil Vaasa am Meer liegt, gibt es viele schöne Wege um entspannend die Natur zu erleben. Der kleine Ort bietet aber auch ein paar Clubs zum Feiern an, in welchen unsere Tutoren auch einiges organisierten. Für die sportlichen ist Vaasa wiederum ein sehr schöner Ort zum Laufen und Fahrradfahren. So sind auch die Finnen sehr diszipliniert und leben Gesund. Jogger sind dort zu jeder Uhrzeit zu sehen. Bei unseren Besuchen in Cafes und Restaurants stellten wir fest, dass es stilles Wasser gratis dazu gab, sowie auch einen Salat zum Hauptgericht.

Außerdem gibt es in Vaasa viele Secondhand Läden, in dem man viele nützliche Dinge für die Küche oder das Zimmer erhält. Sonntags, um die Mittagszeit, fand im Zentrum auch immer ein Secondhand Markt statt. Da man auf ein Fahrrad angewiesen ist, rate ich euch nicht auf die Fahrräder der Uni zu warten, sondern euch auf dem Privatmarkt ein gebrauchtes zu kaufen. Die Fahrräder der Uni waren größten Teil in keinem guten Zustand und meiner Meinung nach auch zu klein (nichts für 170cm große Personen). Ich hatte Glück und bekam ein Herren Mountainbike gebraucht, in sehr gutem Zustand in einem Fahrradladen für 80€. Es gibt auch Studenten die gebrauchte Fahrräder verkaufen. Da wäre ich etwas vorsichtiger und würde mir das Fahrrad doch genauer angucken. Bei Freunden von mir war es leider so, dass deren Fahrräder nach den ersten Metern starke Schäden aufwiesen, die zuvor gar so sichtbar waren.

Die möblierten Zimmer waren wie in Potsdam ausgestattet. Die Sauberkeit der Wohnheime ist jedoch nicht mit dem Potsdamer vergleichbar. In den Finnischen Wohnheimen musste erst einmal der Putzlappen geschwungen werden. Da dort nur der Zustand der Zimmer nach Schlüsselübergabe kontrolliert wurde, nicht aber die Küche und Bäder. Auch bei Problemen wie Verstopfung der Abflussrohre sollte man für die Reinigung Geld zahlen. Einfach ein ganz anderer Service. An der Stelle mal ein großes Dankeschön an den Service der Potsdamer Wohnheime ;). Die Internetverbindung im Wohnheim funktionierte über LAN und war in Ordnung.

Ich hatte mein Wohnheim in Linna. Es war sehr schön dort, dicht zur Uni und zum Meer. Jedoch lebten hier auch viele Deutsche. In Olympia wohnt man auch gut, nur sind dort die meisten Wohnheime unmöbliert, der Vorteil ist hier die Nähe zum Stadtcentrum. Kalliola war vom Zentrum und Uni sehr weit weg, jedoch leben dort alle in einer großen Gemeinschaft zusammen. Im Sommer holten viele ihre Küchentische und Bänke heraus und es wurde gemeinsam gegrillt.

Ich wählte Finnland für mich, da es immer hieß das Bildungssystem in den Skandinavischen Ländern sei viel besser als unseres in Deutschland und die Finnen sollen sehr gut englisch sprechen. Das Bildungssystem war sehr gewöhnungsbedürftig und ganz anders als unser Deutsches Unisystem. Das Semester war in 2 Teile geteilt. So fanden die ersten Klausuren bereits Mitte Oktober bis Anfang November statt. Und die letzten Klausuren im Semester waren vor Weihnachten.

Der Anspruch für 5 Leistungspunkte ist auch höher als bei uns. So musste zu jedem Fach ein Essay oder eine Gruppearbeit verfasst werden und als Abschluss wurde zusätzlich eine Klausur geschrieben. Zudem war bei fast jedem Fach noch das Lesen von Artikeln oder Büchern Pflicht. Die Artikel wurden aber nicht von jedem Dozenten zur Verfügung gestellt, sondern mussten über das Bibliothekssystem gesucht werden. Facebook war ein wichtiger Baustein für das Studium in Finnland. Viele Kommilitonen stellten Artikel über eine Gruppe bei FB zur Verfügung, um die Suche für alle zu erleichtern. Generell war Facebook ein wichtiges Social Network während meines Aufenthaltes.

Die Vorlesungen fanden nicht wie bei uns jede Woche zur gleichen Zeit statt, sondern eher unregelmäßig. So war es, dass ein Fach, dann mal 4 Tage in der Woche stattfand aber in der darauffolgenden nur noch ein- oder zweimal. So kam es auch mal vor das ein Klausurtermin, einen Monat vorher einfach verschoben wurde, weil ein großer Ausflug stattfand und man sich im Vorfeld nicht abgesprochen hatte. Da die Dozenten dort sehr darauf bedacht sind auf die Studenten einzugehen, war es auch möglich eine „Envelope Klausur“ zu schreiben und bekam einen individuellen Klausurtermin. Überhaupt war der Umgang zwischen Studenten und Dozenten sehr angenehm und herzlich. Die Öffnungszeiten in der Bibliothek sind nicht gerade sehr studentenfreundlich. Jedoch gab es die Möglichkeit sich dort eine Zugangskarte zu besorgen und so konnte bis ca. 2Uhr morgens in einigen Räumen noch gelernt werden.

Natürlich war mein Erasmus Austausch auch mit vielen wundervollen Ausflügen bereichert. So unternahm ich von der Uni einen Ausflug nach Helsinki und Tallinn. Privat besuchten wir noch St. Petersburg, machten eine Baltiktour und waren in Lappland. Im Nachhinein würde ich sogar raten die Helsinki Tour auch privat zu organisieren. Zum einen sieht man dann mehr und viel teurer wird es auch nicht. In vielen Städten in Finnlands gibt es Omenahotels. Eine günstige Hotelgruppe, wenn gerade keine Hostels zur Verfügung stehen. Tallinn ist eine sehr schöne Stadt und kann ich nur empfehlen zu besichtigen, gerade die Altstadt ist besonders schön. Viele Informationen zu den einzelnen organisierten Ausflügen wurden über Facebook organisiert.

Die Finnen selber sind eher ruhig aber doch sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Aber sobald man mit ihnen Feiern geht, werden sie munter und sind mit die ersten auf der Tanzfläche. In Diskussionsrunden halten sie sich eher zurück bis alle Aussagen getroffen wurden und äußern sich dann erst.

Die Lebenshaltungskosten sind in Finnland teurer als in Deutschland. Ich schätze etwa 1/3 höher. Also packt euch genug Taschengeld ein, denn Finnland ist auf jeden fall eine Reise wert und das finnische Unisystem muss man einfach mal kennengelernt haben. Es war für mich eine sehr schöne Zeit, die mir auch viele Ansichten von verschiedenen Blickwinkeln aufzeigte. Ich werde diese Zeit dort sehr vermissen.

Studienfach: Volkswirtschaftslehre / Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2013 - 12/2013

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