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Mein Auslandssemester in Jyväskylä

Nachdem ich die Zusage über den ERASMUS-Platz der Universität Potsdam, meiner Heimuniversität hatte, hat sich die Universität Jyväskylä mit mir via E-Mail in Verbindung gesetzt, mit der Aufforderung, mich online in ihrem finnischen Portal anzumelden. Die Bewerbung an der Universität, sowie für einen Platz im Studentenwohnheim, geschah über dieses Portal. Benötigte Dokumente konnten dabei eingescannt werden. Nach einiger Zeit habe ich dann die Zusage der Universität postalisch zugesandt bekommen. Dabei gab es auch Informationen zum Studium an der Universität, sowie Infomaterial über die Stadt Jyväskylä selber.


Aufenthaltsdauer: Studienjahr 2014/15

Gastuniversität: University of Jyväskylä

Gastland: Finnland

Das Studium in Finnland unterscheidet sich deutlich von dem an einer deutschen Universität: anstatt wöchentlich über das gesamte Semester stattfindender Kurse gibt es in Finnland fast ausschließlich „Blockveranstaltungen“. Das bedeutet, dass man einen Kurs zwar nur einige Wochen und nicht ein ganzes Semester besucht, dafür aber mehrmals pro Woche intensiv die Inhalte lernt. Weiter bedeutet das auch, dass Klausuren oder abzugebene Essays über das gesamte Semester verteilt sind.

Alle Veranstaltungen finden auf einer persönlicheren Ebene statt, als dies an deutschen Universitäten der Fall ist. Dies gilt auch für große Lehrveranstaltungen. Es äußert sich zwar nicht unbedingt darin, dass Dozierende jeden namentlich kennen, aber zum Beispiel darin, dass Studierende die Dozierenden beim Vornamen ansprechen. Die Kurse finden alle auf Englisch statt, jedoch in einem akkuraten Tempo, sodass kaum Verständnisprobleme auftreten. Sowohl die Lehrveranstaltungen, als auch die privaten Kontakte haben meine Sprachkompetenz verbessert. Am deutlichsten habe ich dies im mündlichen Sprachgebrauch gemerkt: ich habe mich sicherer und wohler beim freien Sprechen gefühlt und musste bei Unterhaltungen nicht mehr über meinen nächsten Satz nachdenken. Auch mein Vokabular hat sich stark erweitert und durch die schriftlichen Arbeiten fühle ich mich jetzt, nach meinem Auslandsaufenthalt, auch viel sicherer und kompetenter.

Die technische Ausstattung der Universität sowie der Bibliothek ist sehr gut (so kann man sich zum Beispiel Ipads in der Bibliothek ausleihen), die Öffnungszeiten der Bibliotheken (und dem Großteil der anderen öffentlichen Gebäude) gehen aber nicht sehr weit in den Abend hinein.

Wohnen

Ich habe mich für ein Zimmer im Studentenwohnheim entschieden, was der einfachste Weg war, eine günstige Wohnung zu finden. Bei der Bewerbung kann man auswählen, für welche Wohnheime man sich bewirbt: es ist möglich, sich für KOAS, Kortepohja, oder beides zu bewerben. Bei Kortepohja handelt es sich um ein Studentendorf, KOAS hat sowohl kleine Studentendörfer, als auch einzelne Wohnheime. Ich habe in einem der einzelnen Wohnheim gewohnt, in einer sehr schönen, großen, renovierten Wohnung.

Von den Studierenden, die schon seit dem Wintersemester in Jyväskylä waren, weiß ich, dass im Wintersemester die meisten Austauschstudierenden in Roninmäki (KOAS) gewohnt haben, sodass sich dort das meiste studentischen Leben abgespielt hat. In meinem Semester, dem Frühjahrssemester, haben die meisten Austauschstudierenden in Kortepohja gewohnt. Es ist sicher schön, in der Nachbarschaft von vielen weiteren Studierenden zu wohnen, da man sich einfach und schnell besuchen kann. Ich habe mich aber auch in meinem Wohnheim wohl gefühlt. Wohin die Entscheidung bezüglich der Wohnheime auch fällt, es ist sicher sinnvoll, bei der Bewerbung anzugeben, dass man in einem renovierten Wohnheim wohnen möchte. Dieser Wunsch wird meist berücksichtigt und zahlt sich aus. Auch kann man Wünsche äußern, in welchem spezifischen Wohnheim man am liebsten untergebracht werden würde. Die Wege sind von allen Wohnheimen sehr ähnlich und mit Fahrrad auf jeden Fall machbar. Um in Jyväskylä mobil zu sein, sollte man sich nach einem Fahrrad umsehen. Die werden günstig verkauft, man kann sie aber auch für ein bzw. zwei Semester mieten, was den Vorteil hat, dass der Vermieter jede Reparatur übernimmt und man sich um nichts kümmern muss.

Im Vergleich zu Deutschland sind die Lebenshaltungskosten in Finnland relativ hoch, was sich vor allem beim Essen bemerkbar macht. Daher ist es am günstigsten (und trotzdem schmeckt es gut), in einer der zahlreichen Mensen der Universität zu essen. Außerdem war es bei uns so, dass die Mensa der Treffpunkt für alle anderen Austauschstudenten war, man sich dort also spätestens wieder getroffen hat und gegebenenfalls Unternehmungen für den Nachmittag planen konnte.

Freizeit

Die Finnen lieben Sport! Das bedeutet, dass es unglaublich viele gute und günstige Möglichkeiten gibt, verschiedene Sportkurse an bzw. über die Uni selber zu machen. Das Angebot ist riesig, zudem kann man auch verschiedene Fitnessstudios nutzen. Saunen gibt es auch in jedem Wohnhaus, die zu gewissen Zeiten öffentlich (umsonst) zugänglich sind, die man aber auch für einen kleinen Betrag privat mieten kann. Sobald das Wetter dann besser wird, kann man sich Kanus oder Kayaks ausleihen und auf einem der vielen Seen paddeln oder einfach durch die schöne Landschaft wandern oder Fahrrad fahren.

Die ESN-Gruppe in Jyväsklyä bietet sehr viele verschiedene Aktivitäten sowie Reisen in Finnland und umliegende Länder an. So kann man an typisch finnischen Unternehmungen teilnehmen wie Skilanglauf oder Eisbaden nach dem Saunagang, aber auch an andere sportlichen Aktivitäten wie Klettern oder Laser-Tag. Außerdem bin ich mit ESN nach Lappland, Norwegen, Schweden und Russland gereist.
Die Stadt selber bietet nicht so viele Möglichkeiten: es gibt nur wenige Museen oder öffentliche Veranstaltungen. Außerdem schließt in Finnland alles recht früh am Spätnachmittag, sodass man die Aktivitäten, die man gerne unternehmen würde, gründlich planen muss. Wenn man das aber bedenkt und gerne die Natur genießt, ist Finnland der perfekte Ort, ein ganz anderes Europa kennen zu lernen!

Aufenthaltsdauer: Studienjahr 2014/15

Gastuniversität: University of Jyväskylä

Gastland: Finnland

Finnland

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