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Persönlicher Erasmus-Erfahrungsbericht - University of Helsinki

Mit war eigentlich von Anfang an klar, dass ich während meines Studiums ein Erasmus Semester machen möchte. Ich wusste nur nie wohin und habe mir dann ehrlich gesagt die Liste der möglichen Orte bei meinen beiden Studienfächern angesehen und mich dann spontan für Helsinki entschieden, was bei LER angeboten wurde. Diese Wahl hatte, wie sich herausstellte, vor allem einen Vorteil: es gab keine Konkurrenz. Ich bin dann zur Betreuungsperson vom LER Erasmus Programm gegangen und sie sagte mir so ungefähr was ich machen muss.


Studienfach: Englisch und LER auf Lehramt am Gymnasium

Aufenthaltsdauer: 08/2014 - 12/2014

Gastuniversität: University of Helsinki

Gastland: Finnland

Im Prinzip war das nur einen Antrag (Bewerbung) stellen, der dann von ihr an die Gastuniversität geschickt wurde, da bis auf ein weiteres Mädchen niemand nach Helsinki wollte. Also ein sehr stressfreier Prozess für mich. Anstrengender wurde es dann, nachdem ich angenommen wurde. Es war sehr viel Bürokratie, eine Menge Formulare und Erklärungen, welche einzureichen waren. Meine Koordinatorin hatte diesen Job auch zum ersten Mal in diesem Semester und war von daher leider auch nicht sehr viel kompetenter als ich. Jedoch war mir Frau K. eine große Hilfe. Sie gab mir eine Checkliste und sagte mir wo ich was finden würde. Was ich empfehlen würde wäre, wenn du weißt, dass noch jemand in die gleiche Stadt möchte wie du, dich mit dem oder der in Verbindung zu setzten. Wir haben uns gegenseitig viel geholfen, da einer mal das und der andere jenes wusste. Außerdem weiß gibt es einem das Gefühl von Sicherheit, zu wissen, dass da noch jemand ist der das gleiche macht und eventuell eine erste Kontaktperson im Ausland sein kann. An die Details meiner Bewerbung kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern, aber ich weiß, dass ich mich bei jeder Frage und bei jedem Problem an das Auslandsamt wenden konnte und mir auch immer geholfen wurde.

Studium an der Gastuniversität

Die University of Helsinki ist eine sehr gut organisierte Uni. Am Anfang gibt es eine Einführungswoche, wo man innerhalb seiner Tutorgruppe die Stadt und andere einheimische Studenten kennenlernt und auch zu der Uni alles wichtige erklärt bekommt. Leider hab ich diese verpasst und kann dazu nicht mehr sagen. Dann kommt kurz vor Studienbeginn ein Organisationstag. Das Wort habe ich mir jetzt mal ausgedacht. Da läuft man in seiner Tutorgruppe durch verschiedene Stationen, bei denen man zum Beispiel seine Uni Mail Adresse bekommt, den Antrag auf einen Studentenausweis stellt und einen Antrag auf das Bahnticket bekommen kann und alles was man sich so vorstellen kann, was man wichtiges braucht an der Uni. Der Tag war zwar lang und ich stand in einer Schlange nach der nächsten, aber am Ende des Tages war ich mit allem durch und konnte auch das abhaken.

Die Kurse die zur Auswahl standen haben mir leider nichts gebracht, da nichts angeboten wurde
was mir für die Uni Potsdam angerechnet werden könnte, aber ich habe dennoch viel gelernt. Alle meine Kurse waren auf Englisch und bis auf einen auch nur von Erasmus Studenten besucht. Es war ein sehr entspanntes Klima. Trotzdem wurde nicht wenig verlangt um die Leistungspunkte zu erreichen, aber es war auch keinesfalls schwerer als in Potsdam. Die Professoren sind auffallend freundlich und hilfsbereit und auch sehr gut per Mail zu erreichen. Sie haben sich wirklich Mühe gegeben auf alle Probleme von Studenten einzugehen und haben immer gern geholfen.

Außerdem hat man ja noch einen Tutor, der im Notfall auch immer für einen da ist. Die größte Hilfe dabei war auf alle Fälle die Koordinatorin an der Uni in Helsinki. Anne Hopia war immer zu erreichen und hat auch an Events mit uns teilgenommen, sich Mühe gegeben uns alle gut kennenzulernen und war wirklich ausgesprochen kompetent. Es gab kein Problem was sie nicht schnell lösen konnte. Da alle so freundlich und hilfsbereit waren, war das Studienklima auch sehr gut. Man konnte jeden alles Fragen und die Antworten waren immer höflich und meistens hilfreich. Wie man es in Skandinavischen Ländern erwartet war die Ausstattung der direkt im Zentrum liegenden Uni natürlich sehr gut. In jedem Raum gab es ein Whiteboard, alles war sauber und die Häuser sehr modern, also waren auch die schönen alten Gebäude alle renoviert. Am schönsten ist die Bibliothek. Sie ist riesig groß, mit einer immensen Auswahl an Büchern, super modern und auch mit genügend Computern und persönlichen Arbeitsplätzen ausgestattet. Das war an der Uni definitiv mein Lieblingsort!

Da Helsinki eine sehr teure Stadt ist wird die Mensa an der Uni viel genutzt. Ein Essen kostet da weniger als drei Euro und man bekommt zu einer Hauptmahlzeit unbegrenzt Brot, Salat und Wasser. Fast alle Studenten essen da mehrmals die Woche und das nicht nur weil es billig ist, sondern weil es auch sehr gut schmeckt. Die University of Helsinki ist eine sehr gut organisierte, schöne und angenehme Uni.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studenten

Finnen sind anders. Das kann man nicht anders sagen. Sie sind ein sehr zurückgezogenes Volk und nicht gerade die Menschen, die auf einen zulaufen und sich Vorstellen. Das macht es sehr schwer sie kennenzulernen. Davon ausgenommen waren aber jene Finnen, welche uns innerhalb der Tutorgruppe und Fakultät betreut haben. Sie waren sehr offen, haben uns immer zu Events eingeladen und waren wirklich nett. Das waren aber auch die einzigen Finnen die ich gut kennengelernt habe. Aber von meinen Freunden aus dem Erasmus hatte wirklich niemand gute Finnische Freunde.

Dafür waren die anderen Erasmus Studenten umso bessere Freunde. Ich hatte eine tolle Gruppe von Freunden mit denen ich fast täglich was unternommen habe. Erasmusleute kennenzulernen ist wirklich einfach. Fast alle die bei dieser Erfahrung mitmachen sind aufgeschlossene und kontaktfreudige Leute. Ich habe wirklich noch nie in meinem Leben in so kurzer Zeit so viele Freundschaften geschlossen. Das einzige, was man wissen uns auch unbedingt machen sollte, ist in der ersten Woche so viele Leute wie möglich kennenzulernen, denn wie das so ist im Leben: es bilden sich sofort Gruppen von Freunden und desto mehr zeit vergeht, desto schwieriger ist es da reinzukommen. Ich habe meinen besten Freund zufällig direkt am Flughafen nach der Landung kennengelernt und war am ersten Abend mit ihm und ein paar Leuten aus, welche dann alle zu meinem engsten Kreis gehörten. Es geht wirklich schnell Leute kennenzulernen, weshalb man das die ersten Tage aber eben drum auch nicht vernachlässigen darf. Die Menschen mit denen man sich anfreundet sind dann aber auch wirklich gute Freunde. Auch wenn alle am Ende wieder Zuhause sind, die Freundschaften bleiben.

Wohn- und Lebenssituation

Die Uni Helsinki bietet viele Zimmer und Wohnungen für Studenten an, aber bei weitem nicht genug für alle. Das war leider auch mein Problem, da ich keine Unterkunft bekommen habe und mir selbst eine suchen musste, was in Helsinki grausam ist. Es ist wirklich teuer und super schwer etwas zu finden, da es auch zu wenig Wohnungen gibt. Ich habe zum Glück ein „billiges“ Zimmer gefunden, für welches ich 400 Euro im Monat gezahlt habe, was dafür aber eher außerhalb lag. Außerhalb heißt in Helsinki ich musste 15 Bahn fahren, was überhaupt kein Problem ist, aber etwas nervig, wenn die Züge unter der Woche nicht Nachts fahren. Da konnte ich dann aber auch immer bei meinen Freunden übernachten, was sehr viele in meiner Situation gemacht haben. Am Ende war ich aber sehr dankbar für mein bezahlbares Zimmer, da ein Zimmer in der Innenstadt zwischen 500-700 Euro kostet und wirklich Mangelware ist.

Wo man am besten eine Wohnung findet ist tatsächlich Facebook. Da gibt es mehrere Gruppen in denen Leute Zimmer und Wohnungen anbieten und suchen. Da habe ich auch mein Zimmer gefunden.
Trotz allem sollte man aber versuchen ein Zimmer im Studentenwohnheim zu bekommen. Da gehen die Preise von 400 bis 600 Euro und wenn man ganz großes Glück hat bekommt man ein Zimmer direkt in der Stadt, was aber nicht sein muss. Die Wohnungen und Zimmer sind gut ausgestattet. Keine Paläste, aber völlig ausreichend.

Ich denke was einem wirklich einen Vorteil bringt bei dem Bewerben auf einen Platz im Studentenwohnheim ist sich so früh wie einem nur möglich da zu bewerben, was ich auch jedem ans Herz legen würde, da die private Wohnungssuche wirklich anstrengend und sehr schwer ist.
Ich habe wie gesagt 15 Minuten vom Zentrum entfernt gelebt und musste täglich mit den Öffentlichen fahren. Es gibt eine U-Bahnlinie, sehr viele Züge, welche alle zum Hauptbahnhof fahren, welcher im Zentrum liegt, viele Busse und im Zentrum Straßenbahnen. Alle Orte sind einfach zu erreichen und auch relativ schnell, da die Stadt nicht besonders groß ist. Die Öffentlichen dort zu benutzen ist wirklich einfach, aber vor allem auch billig. Ich glaube eine Monatskarte für Studenten hat 25 bis 30 Euro gekostet.

Die Öffentlichen sind zwar billig, aber da hört es dann auch schon wieder auf. Finnland ist ein sehr teures Land und Helsinki für Berliner eine sehr teure Stadt. Die Lebensmittel sind deutlich teurer, aber man kann noch relativ günstig im Lidl einkaufen, welcher auffallend billiger ist als die finnischen Supermärkte. Alkohol ist viel zu teuer und man bekommt alles was mehr als 4,5 Prozent hat auch nur in speziellen Läden, so genannten Alko Shops. Diese haben Sonntags im Vergleich zu den anderen Läden auch geschlossen. Nach 21 Uhr bekommt man nur noch in Bars und Clubs alkoholische Getränke, welche auch sehr teuer sind. In dem Bezirk Kallio kann man aber noch vergleichsweise relativ günstig in Bars trinken. Aber es gab Rettung! Tallin ist nur eine zwei stündige Fahrt mit der Fähre entfernt, welche ca. 10 Euro kostet und dort kostet der Alkohol nur etwas mehr als in Deutschland, weshalb gefühlt jeder Mensch in Helsinki mehrmals im Jahr rüber fährt um Alkohol und Zigaretten zu kaufen, was wir auch immer gemacht haben und ich jedem, der regelmäßig Alkohol oder Zigaretten konsumiert empfehle.
Wo wir gerade beim Thema sind sage ich gleich noch was zum Nachtleben. Es gibt eigentlich ausreichend Clubs, welche aber meistens Chart Musik spielen, was nicht ganz so mein Ding ist. Für alle Elektro mögenden Berliner gibt es aber noch ein paar Clubs mit Musik, die doch sehr gut war. Am Ende des Tages ist in der Stadt für jeden was dabei, aber zu viel erwarten sollte man auch nicht. Um 4 schließen alle Bars und Clubs und die immer sehr doll betrunkenen Finnen stolpern nach Hause.
Was etwas schade ist, ist dass man in Helsinki nicht sehr viel unternehmen kann, da es nicht sehr viele Angebote gibt und selbst wenn, diese doch wieder alle eine Stange Geld kosten. Wirklich was zu unternehmen ist vor allem im Winter nicht so einfach. Wir haben dann lieber unser Geld gespart indem wir bei Freunden zuhause Zeit verbracht haben.

Aber im Sommer kann man schön draußen unterwegs sein kann für Lau. Es gibt wunderschöne Nationalparks und man kann sich auch in der Stadt schön in den Park setzten oder sonstiges.
Unser gespartes Geld haben wir dann für viele Reisen ausgegeben. Man kann sich günstig eine Hütte mit seinen Freunden am See mieten und nach Stockholm oder nach Tallin fahren, was wir
alles gemacht haben. Meine zwei schönsten Trips waren aber nach Lapland und nach St. Petersburg. Man kommt billig hin und es waren zwei unvergessliche Erfahrungen!

Studienfach: Englisch und LER auf Lehramt am Gymnasium

Aufenthaltsdauer: 08/2014 - 12/2014

Gastuniversität: University of Helsinki

Gastland: Finnland


Rückblick

Ich bereue nichts! Klar, die Stadt Helsinki ist nicht besonders groß, das Freizeitangebot, sagen wir mal, begrenzt und der Alkohol teuer, aber am Ende des Tages war meine Zeit einfach der Hammer. Finnland ist echt cool, vor allem wenn man gerne mal mit seinen Freunden raus fährt für ein paar Tage oder Stunden. Die Menschen sind zwar ruhig, aber wirklich sehr nett und die Erfahrungen die man macht und die Menschen die man trifft wird man nie vergessen. Ich glaube mir würde nicht eine einzige schlechte Sache einfallen, außer das wir alle ordentlich an Gewicht zugelegt haben.

Ich kann jedem empfehlen ein Erasmus Semester zu machen, weil es wirklich eine einmalige Chance ist. Ich glaube es ist sogar egal wo man es macht, um ehrlich zu sein, weil der Ort doch eher in den Hintergrund rückt und die wichtigen Sachen die sind tolle Menschen kennenzulernen und Unmengen an Spaß zu haben, was eigentlich beides garantiert ist. Ist Helsinki jetzt meine neue Lieblingsstadt? Nein, aber es ist eine schöne und interessante Stadt. Mir leider doch etwas zu klein und zu ruhig, aber trotzdem war es sehr schön dort. Und jetzt mal ganz ehrlich...nach Schweden geht doch jeder. Wer kann denn schon behaupten in Finnland gelebt zu haben, dem Land in dem einem im Winter alles abfriert, man die Nordpolarlichter sehen kann und einfach in jedem Haus eine Sauna ist? Eben.

Finnland

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