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Auslandsaufenthalt in Tartu

Schon seit der Schule wollte ich einen bildungsorientierten Austausch machen. Leider kam es aus verschiedenen Gründen nie dazu. Auslandserfahrung habe ich hingegen schon gesammelt. Vor dem Bachelorstudium habe ich ein halbes Jahr in England gelebt und gearbeitet und während des Bachelorstudiums habe ich ein Auslandspraktikum in Irland gemacht. Im Ausland zu lernen hat mir aber noch gefehlt. Deswegen war für mich klar, dass ich es während des Masters noch einmal versuchen musste. Glücklicherweise hat das Studium der Wirtschaftsinformatik dem keine Steine in den Weg gelegt. Vielmehr hat der Lehrstuhl, vor allem auch durch seine liberale Anerkennung von Leistungen im Ausland, den Auslandsaufenthalt unterstützt.


Studienfach: Wirtschaftsinformatik

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Tartu

Gastland: Estland

Da ich zwar sehr gut Englisch, sonst aber keine relevante Sprache ausreichend gut spreche, wurde meine Landeswahl innerhalb von Europa recht stark beschränkt. Am Ende waren die Niederlande, Dänemark und Estland in der engeren Wahl. An Estland hat mich besonders gereizt, dass es ein unverbrauchtes und ein geschichtlich sowie politisch aktuell sehr interessantes Ziel ist. Tartu als Stadt hat mir zunächst zwar nichts gesagt, aber eine kleine Suche im Internet hat die Stadt als durchaus nicht uninteressant erscheinen lassen. Da ich anrechnungstechnisch informatische Fächer wählen wollte, war Estland durch seine wirtschaftliche Ausrichtung auf Digitales ein ebenfalls gutes Ziel. Zudem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Tartu auch aus finanzieller Sicht sehr attraktiv ist. Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich und je nach Lebensstil auch etwas niedriger als in Deutschland. Der Lebensstandard ist ebenfalls vergleichbar. Im Vergleich zu anderen Zielen muss man also nicht mit hören Kosten für das Semester rechnen, selbst wenn man viele Ausflüge macht und feiern geht.

 

 

Studienfach: Wirtschaftsinformatik

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Tartu

Gastland: Estland

Organisation

Organisatorisch ist alles reibungslos verlaufen, wenn es auch währenddessen nicht immer so erschien. Ich habe mich ganz regulär an der Uni auf ein Erasmus-Semester beworben und habe auch innerhalb des Zeitplans meine Zusage von der Universität erhalten. Ich habe ebenfalls relativ zeitnah meine vorläufige Zusage von der Universität Tartu erhalten und alle wichtigen Informationen zur offiziellen Bewerbung an der Universität Tartu bekommen. An dieser Stelle wurde es jedoch ein wenig stressig. Die Bewerbung wurde über ein Online Tool eingereicht. Dieses war zwar leicht zu bedienen und insgesamt recht gut zu benutzen, allerdings war die Erstellung des Learning Agreements ein wenig verkorkst. Der offizielle und zu nutzende Kursplan wurde erst mit Eröffnung des Bewerbungsfensters zur Verfügung gestellt. Das Bewerbungsfenster war 4 Wochen lang. Nachdem ich nach einer Woche meine Kurse gewählt hatte, musste ich mir das ausgefüllte Learning Agreement von meinem Lernstuhl unterzeichnen lassen. Dummerweise war die einzige Person, die dies konnte zu diesem Zeitpunkt aber im Urlaub und kam erst kurz vor Ende der Frist wieder zurück. Ohne das Learning Agreement konnte man die Bewerbung aber nicht einreichen. Am letzten Tag der Frist wollte ich dadurch meine Bewerbung über das Tool einreichen, was aufgrund technischer Probleme des Online Tools zunächst nicht funktionierte. Ich wand mich via Email an die zuständige Person in Estland und mir wurde versichert, dass dies kein Problem sei. Nach der verspäteten Onlineeinreichung über das Tool musste man auch noch eine unterschriebene Zusammenfassung postalisch zur Universität nach Estland schicken. Für den Postweg muss man mit einer Woche rechnen. Schließlich ging meine postalische Anmeldung ebenfalls verspätet in Estland ein, was meine Bewerbung aber nicht geschadet hat. Ich war wohl auch nicht der einzige der derartige Probleme hatte. Aber bei allen mit denen ich darüber gesprochen habe, hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. Tatsächlich waren das allerdings die einzigen administrativen Probleme auf die ich getroffen bin. Alles andere verlief entspannt und wie von selbst.

Wohnen

Nachdem ich meine Bestätigung durch die Universität hatte, bewarb ich mich auf ein Zimmer im Sudentenwohnheim, in dem - soweit ich weiß - jeder der es wünschte ein Platz bekam. Ich konnte also ganz entspannt nach Estland reisen. Am besten reist man mit dem Flugzeug über Tallinn oder Riga und weiter mit der sehr guten und bequemen Fernbusen von LUX Express nach Tartu. Es gibt ein gutes und günstiges Busnetz in Tartu. Von den Wohnheimen aus ist alles problemlos zu Fuß zu erreichen. Alles Wichtige ist im sehr schönen Stadtzentrum zu finden. Ich war im Studentenwohnheim Raatuse 22 untergebracht. Erwähnenswert ist, dass alle Wohnheime geteilte WG Zimmer haben. Ich war beispielsweise in einer sechser WG mit drei WG Zimmer untergebracht. Dadurch hängt die Wahrnehmung der Wohnqualität natürlich sehr stark von dem zugelosten Zimmermitbewohner ab. Ich hatte großes Glück und eine sehr angenehmen Zimmermitbewohner und eine sehr coole WG als Ganzes. Andere hatte weniger Glück. Unbewohnbar war es aber wohl für niemanden.

Universität

Die Orientierungswoche war in der letzten Augustwoche. In der ersten Septemberwoche ging das eigentliche Studium los. Nach der zweiten Dezemberwoche waren die Präsenztermine der Vorlesungen spätestens vorbei. Interessant war, dass ungefähr die Hälfte der Erasmusstudenten während meines Semesters aus Deutschland kam. Die zweit- und drittgrößte Gruppe war aus Italien respektive Frankreich; die restlichen 20 % waren aus allen übrigen Ländern. Zunächst fand ich es etwas unglücklich, dass ich in meinem Auslandsemester von so vielen Deutschen umgeben war. Tatsächlich war dies aber gar kein Problem. Meist war mindestens ein Nicht-Deutschsprachiger in Gruppen dabei und die Verkehrssprache war dadurch auch in Gruppen mit vielen Deutschen Englisch. Zu estnischen Studenten hatte man nicht viel, aber regelmäßigen Kontakt. Wenngleich man ihn auch suchen musste. Die Esten, die ich kennen gelernt hatte, waren alle sehr freundlich und offen, aber auch zurückhaltend. Es bedarf etwas Zeit, die Esten besser kennen zu lernen. Die Lehrveranstaltungen an der Universität waren von wechselhafter Qualität. Insgesamt hat aber alles gepasst. Das Lernen funktionierte sehr stark über regelmäßige, umfangreiche und benotete Hausaufgaben. Klausuren zählen häufig weniger als 50 % von der Gesamtnote. Dies hat natürlich Vorteile, wie ein relativ überschaubarer Aufwand zum Lernen für die Klausuren, führt jedoch auch dazu, dass die Vorlesungswochen sehr arbeitsam sind. Je nach Kurs sind die Feedbacks zu den Hausaufgaben hilfreich und machen die Hausaufgaben zu einem sinnvollen Unterfangen oder eben auch nicht. Dies hängt vor allem auch mit der Größe des Kurses zusammen. Vor allem in größeren Kursen kommt es dadurch schon einmal vor, dass Hausaufgaben zu Fragen gestellt werden, die niemals in der Vorlesung besprochen werden. Als Feedback bekommt man beispielsweise nur eine Bewertung von 3/6 Punkten. Dadurch hat man natürlich keinen Lerneffekt, weil man nicht einmal sicher weiß, ob und wie man die Aufgabe richtig gelöst hat oder eben auch nicht. Das war zum Teil sehr frustrierend für mich.


Fazit

Insgesamt kann ich ein Auslandsemester in Tartu sehr empfehlen. Ich hatte eine gute Zeit und habe wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ich habe sehr viele nette Leute aus Deutschland, aber auch dem Rest von Europa und der Welt kennen gelernt. Estland ist es auch als Land wert, kennen gelernt und bereist zu werden.

Estland

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