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Mein Auslandssemester in Kopenhagen

Schon zu Beginn meines Studiums an der Universität Potsdam war mir klar, dass ich die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts im Rahmen des Erasmus+ Programms unbedingt nutzen wollte. In meinem 5. Semester (WiSe 2016/17) war es dann soweit, die Vorbereitungen dafür begannen allerdings schon fast ein Jahr vorher. Meine Erasmus-Koordinatorin war eine große Hilfe für mich, obwohl auf den entsprechenden Seiten der Uni Potsdam alle notwendigen Schritte gut erklärt werden. Einzureichen waren das Erasmus-Bewerbungsformular, eine Leistungsübersicht, ein Motivationsschreiben und ein Sprachzeugnis. Erst im Mai 2016 erhielt ich die endgültige Zusage vom Department of Political Science der Universität Kopenhagen. Alle meine E-Mails an die Uni wurden sehr schnell und ausführlich beantwortet, so dass auch mein Learning Agreement schnell feststand. Die angebotenen Kurse habe ich dem Kurskatalog für Political Science entnommen.


Studienfach: B.A. Politik, Verwaltung und Organisation
Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 12 /2016
Gastuniversität: Universität Kopenhagen
Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität Kopenhagen

An der Universität Kopenhagen habe ich einen dreiwöchigen Dänisch-Sprachkurs im August, also vor dem Semesterbeginn am 1. September, belegt. Der Kurs wurde mit einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung abgeschlossen, diente aber vor allem dazu, Kontakt zu anderen internationalen Studierenden zu knüpfen und einen Einblick in die dänische Kultur zu bekommen. Da der Sprachkurs nur vormittags stattfand, war am Nachmittag genug Zeit für einige Behördengänge und zum Erkunden der Stadt. Gerade im August war das eine tolle Gelegenheit, die Stadt auch immer Sommer richtig zu genießen. Viele der Studierenden, die ich im Sprachkurs kennengelernt habe, habe ich auch später noch in anderen Kursen wiedergesehen. Zu Beginn des Semesters gab es drei Einführungstage mit vielen Kennenlern-Spielen und Informationen über das Studium, die Stadt und das Studentenleben in Kopenhagen. Für viele Studiengänge, auch für Political Science, wurde der Semesterauftakt von den studentischen Mentoren durchgeführt, die auch während des Semesters immer wieder Veranstaltungen angeboten haben und ein offenes Ohr für Fragen aller Art hatten. Während des Semesters habe ich einen Kulturkurs „Course in Danish Culture“ sowie zwei Politikkurse belegt. Die Politikkurse waren anspruchsvoll und interessant. Der Kulturkurs war nur für internationale Studenten und bot einen Einblick in viele Bereiche der dänischen Kultur, z.B. Geschichte, Literatur, Architektur, Esskultur und Danish Welfare. Alle Kurse, die ich belegt habe, waren in Englisch. In den Politikkursen waren wir zwischen 25 und 35 Leuten. Die Lehrform unterschied sich kaum von den gängigen Lehrmethoden in Potsdam. Das Studieren an der Uni Kopenhagen hat mir gut gefallen. Es herrschte immer eine gute Arbeitsatmosphäre und interessante Diskussionen konnten sich gut entwickeln. Nach 45 min Seminar gab es immer 15 min Pause, was für die Konzentration sehr förderlich war. Die Dozenten waren durchweg sehr engagiert und immer per Mail oder persönlich erreichbar. Für alle Fragen, die nicht inhaltlicher Natur waren, stehen allen Studenten studentische Berater mit Rat und Tat zur Seite. Technisch ist die Uni sehr gut ausgestattet. Es gibt in jedem Raum zwei Leinwände für zwei Beamer und in der Uni gibt es mehrere große Computerpools und Möglichkeiten zum Drucken, Kopieren und Scannen. Mit dem Studentenausweis kann man auch außerhalb der Öffnungszeiten in die Uni. Viele Studiengänge haben ihren eigenen Bereich in der Uni für den Aufenthalt zwischen den Vorlesungen, zum Entspannen, Leute treffen und auch für abendliche Partys. Gut gefallen haben mir auch die gut ausgestatteten Bibliotheken der verschiedenen Universitätsstandorte. 

Studienfach: B.A. Politik, Verwaltung und Organisation
Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 12 /2016
Gastuniversität: Universität Kopenhagen
Gastland: Dänemark

Die anderen Studierenden

In vielen Veranstaltungen trafen hauptsächlich internationale Studierende aufeinander, weshalb ich es als schwierig empfand, einheimische Studenten kennenzulernen. Zu meiner dänischen Mentorin hatte ich regelmäßig Kontakt, vor allem jedoch mit anderen internationalen Studierenden aus verschiedenen Ländern. Besonders der Danish Culture Course bot eine Gelegenheit andere ausländische Studierende kennenzulernen, die gemeinsam mehr über die dänische Kultur lernen wollten.

Die Sprache

Vor Beginn des Semesters habe ich an der Uni einen dreiwöchigen Sprachkurs in Dänisch belegt, aber da die Kurse auf Englisch waren und so gut wie jeder Däne sehr gut Englisch spricht und auch dazu bereit ist, habe ich in der Freizeit und der Uni hauptsächlich Englisch gesprochen. Vor dem Auslandsaufenthalt hatte ich das C1-Niveau Englisch. Das tägliche Sprechen mit vielen anderen Studierenden, viele davon keine englischen Muttersprachler, hat in mir mehr Selbstvertrauen beim Sprechen geweckt. Im Dänisch-Kurs habe ich paar grundlegende Worte und Sätze kennengelernt, aber diese sind kaum ausreichend, um ein längeres Gespräch zu führen.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich habe über die Housing Foundation (eine von der Uni unabhängige Stiftung, die Zimmer an Studenten vermittelt) ein kleines gemütliches Zimmer im Bispebjerg Kollegium im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro gemietet. Ich musste das Zimmer aufgrund festgelegter Zeiten von Mitte Juli bis Ende Januar mieten. Das Buchen des Zimmers funktionierte relativ einfach über eine Internetseite, zu der man kurz vorher einen Link geschickt bekommt. Bei der Buchung sollte man aber sehr schnell sein. Privat ein Zimmer in Kopenhagen zu finden ist eine große Herausforderung. Die Mietpreise in Kopenhagen sind exorbitant hoch (man sollte auf jeden Fall 500-800 Euro Miete für ein kleines Zimmer einplanen). Mein Wohnheim bestand aus zwei Gebäuden mit knapp über 200 einzelnen Zimmern mit eigener Küchenzeile und kleinem Bad. Es gab mehrere Gemeinschaftsräume, die allerdings nicht sehr liebevoll eingerichtet und wenig gemütlich waren. Von außen strahlte das Gebäude Ungemütlichkeit und Kälte aus, aber die Zimmer waren zweckmäßig und die Lage war in Ordnung, wenn man (wie ich) die meisten Kurse am City Campus in der Innenstadt hatte. Bis dorthin bin ich 20 min mit dem Fahrrad gefahren, zum Süd-Campus bin ich 40 min gefahren. Mein Kollegium befand sich in unmittelbarer Nähe der S-Bahn und mehrerer Buslinien. Mehrere Supermärkte sowie ein kleines Shoppingcenter konnte ich in wenigen Gehminuten erreichen. Die Lebensmittel sind im Schnitt teurer als in Deutschland, besonders Alkohol und Süßigkeiten werden stark besteuert und sind deshalb wesentlich teurer als in Deutschland. Im Monat habe ich zusätzlich zur Miete etwa 400 Euro für Lebensmittel und Freizeitaktivitäten gebraucht. Für Kulturinteressierte bietet die Stadt jede Menge Erlebnisse. Besonders viel Zeit habe ich an den Kanälen, Seen und am Hafen verbracht. Ein besonderes Highlight war für mich der Besuch des Freizeitparks Tivoli zur Weihnachtszeit und zwei private Kurztrips nach Malmö (25 min mit dem Zug von Kopenhagen) und Aarhus (4 Stunden mit dem Bus). Mit dem Zug oder Bus kommt man recht schnell in viele wunderschöne Ecken von Dänemark.


Rückblick

Mein Auslandssemester in Kopenhagen war für mich eine wunderbare Erfahrung. Ich fand es sehr spannend, den Uni-Alltag in einem anderen Land kennenzulernen, auch wenn sich dieser im Nachhinein nicht besonders von der Uni in Potsdam unterscheidet. Kopenhagen hat einen ganz besonderen Charme: von den kleinen niedlichen Häusern, die man auf verkitschten Postkarten wiederfindet, über den wunderschönen Nyhavn und die riesige Fußgängerzone bis hin zu moderner Architektur wie die Black Diamond Library – jeder lernt diese Stadt auf der Stelle lieben. Natürlich muss man die nötigen finanziellen Mittel aufbringen können, um sich ein Zimmer und die Lebenshaltungskosten überhaupt leisten zu können. Selbst die Mensa in der Universität hat keine „studentenfreundlichen“ Preise. Eine Wohnung zu finden, ist in Kopenhagen das wohl schwierigste Unterfangen. Die Housing Foundation, über die ich mein Zimmer gebucht habe, ist eine für Studenten gute, vor allem einfache, aber nicht gerade preiswerte Alternative, um ein Zimmer (halbwegs stressfrei) zu bekommen. Der Service an sich kostet nicht viel (und wird in die Gesamtkosten eingerechnet), aber die Zimmer an sich sind schon sehr teuer.

Rückblickend waren der Pre-Semester Danish Language Course und die Zeit im Sommer die schönsten Erfahrungen. Ich würde jedem, der in Gedanken mit Kopenhagen als Auslandssemester-Ziel spielt, ans Herz legen, nicht den Sommer in Dänemark zu verpassen. Mittags in der Sonne im King’s Garden zu picknicken und an der Dronning Louise Bro (Königin-Luise-Brücke) Texte für die Uni zu lesen und den freien Samstag am Strand in Amager zu verbringen: das war einfach herrlich. Ich konnte durch den Sprachkurs im August noch einige Wochen den Sommer in Kopenhagen genießen. Meine Empfehlung also: Im Wintersemester früher anreisen und im Sommersemester später abreisen. Und eine Regenjacke mitnehmen und auf jeden Fall ein Fahrrad mitbringen oder dort gebraucht kaufen.

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