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Mein Aufenthalt in Barranquilla

Ich habe von März bis September 2012 meine Magisterarbeit in Barranquilla (Kolumbien) geschrieben, was mir unter anderem durch ein PROMOS-Stipendium ermöglicht wurde.


Studienfach: Magister Spanisch, Französisch, VWL

Aufenthaltsdauer: 03/2012 - 09/2012

Gastuniversität: Universidad del Atlántico de Barranquilla

Gastland: Kolumbien

Um meine Magisterarbeit im Ausland schreiben zu können, mussten einige Dinge erledigt werden. Zunächst trat ich in Kontakt mit der Universidad del Atlántico in Barranquilla, um mich nach einer möglichen Zusammenarbeit dieser Einrichtung mit der Potsdamer Universität zu erkundigen. Nach einiger Wartezeit hinsichtlich einer Antwort, signalisierte man mir, dies würde aus kolumbianischer Sicht kein Problem darstellen, man würde es sogar gerne unterstützen, da die Nachfrage ausländischer Universitäten nach Studienmöglichkeiten für ihre Studierenden äußerst gering sei. Dies liegt wohl zum einen daran, dass das Land Kolumbien keine besonders gute Außenwirkung hat, und zum anderen verschlägt es, wenn überhaupt, leider nur Touristen an die Karibikküste des Landes. Des Weiteren bedurfte es nun der Zustimmungen der Erstgutachterin meiner Arbeit in Potsdam, dass die Zweitgutachterin nicht wie gewöhnlich ebenfalls an selbiger Uni tätig ist, sondern nun eine Professorin aus Kolumbien die Aufgabe übernahm. Auch dies stellte kein Problem dar. Auch eine kolumbianische Professorin war schnell gefunden.

Studienfach: Magister Spanisch, Französisch, VWL

Aufenthaltsdauer: 03/2012 - 09/2012

Gastuniversität: Universidad del Atlántico de Barranquilla

Gastland: Kolumbien

Vorbereitung

Nun standen noch die Beantragung des Visums für Kolumbien, die Bewerbung für ein PROMOS-Stipendium und die Beurlaubung aus. Da die Einreichfristen der Unterlagen für PROMOS sehr studierendenfreundlich gesetzt sind, man sich also erst kurz vor dem Auslandsaufenthalt bewerben muss, waren die nächsten Schritte das Visum und die Beurlaubung.

Man ist gut beraten, wenn man so früh wie möglich das zuständige Konsulat aufsucht. Denn die Ausstellung eines Visums ist, auf jeden Fall bezüglich Kolumbiens, eine Herausforderung. Da ich neben der Recherche und Anfertigung meiner Magisterarbeit an der Gastuniversität keine Kurse besuchen musste, wurde ich dort nicht als normale Studentin eingeschrieben. Um ein Studentenvisum zu beantragen, muss dies jedoch der Fall sein. Es gibt eine Vielzahl möglicher Visa, die im Konsulat vergeben werden können, allerdings war keines auf mich zugeschnitten. Nach langem Ringen und einigen Emails mit der kolumbianischen Universität, die mir freundlicherweise ein Schriftstück aufsetzten, in dem sie versicherten, dass ich in dem angegebenen Zeitraum in ihrer Institution offiziell meine Forschungen durchführen würde, und, was dem Konsulat noch wichtiger war, kein Geld verdienen würde, gelang es dann doch nur knapp vor dem Abflug, ein Studentenvisum zu erhalten.
Ebenfalls zeitig sollte man sich, wenn man denn möchte, um eine Beurlaubung an der Heimuniversität kümmern, da das einige Zeit dauern kann. Bei der Beantragung kann man überlegen, ob man das Semesterticket gebrauchen kann oder nicht. Wenn der Auslandsaufenthalt nur ein Semester beträgt und man vor Ablauf des Tickets wieder in Deutschland ist, ist es wahrscheinlich ratsam, dies weiterhin zu bezahlen. Denn auch wenn man nur einige Woche vor Beginn des darauffolgenden Semesters, in dem man wieder normal in Potsdam studiert, zurückkommt, lohnt sich das Semesterticket wahrscheinlich trotzdem, da die Fahrpreise der öffentlichen Verkehrsmittel leider sehr teuer sind ohne Studierendenrabatt.

Leben in Barranquilla

Barranquilla, die viertgrößte Stadt Kolumbiens, liegt im Norden des Landes in der Karibik. Die Stadt an sich besticht nicht gerade durch ihre Schönheit und kulturell hat sie leider auch nicht allzu viel zu bieten. Des Weiteren muss man sich auf ein feuchtschwüles Klima bei ca. 35°C einstellen, das das ganze Jahr über herrscht.

Die Region hat aber auch einiges Schönes zu bieten. Die Menschen sind offenherzig, freundlich, beschwingt, gastfreundlich und warmherzig, sie tanzen für ihr Leben gern und erfreuen sich begeistert daran, ausländischen Personen ihr Land zu zeigen, um mit den Vorurteilen, die Land und Leuten entgegengebracht werden, aufzuräumen. Barranquilla ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Karibikküste Kolumbiens zu erkunden. Man ist in nur kurzer Zeit auf wunderschönen Karibikinseln, in tollen Hafenstädten, in der Sierra Nevada, die das höchste Küstengebirge der Welt ist, oder in der Wüste. Abgesehen von den fehlenden Kultureinrichtungen bekommt man in Barranquilla fast alles. Es gibt riesige Supermärkte, Baumärkte, Bars, Clubs, Märkte, etc. Leider sind die Lebensunterhaltungskosten wider Erwarten ziemlich hoch, teilweise teurer als in Deutschland. Das wohl wichtigste Ereignis in Barranquilla ist der Karneval. Dieser findet jährlich von Samstag bis zum Aschermittwoch im Februar oder März statt. Er ist ein absolutes Muss, wenn man sich in dieser Gegend aufhält. Der Karneval in Barranquilla ist 2003 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden. Tagelang wird gefeiert, gelacht, getanzt und gesungen. Der Carnaval de Barranquilla ist bunt, laut, fröhlich, kreativ und ermöglicht dem/r ausländischen BetrachterIn einen tiefen Einblick in das Sein und Leben der Barranquilleros, wie die Einwohner Barranquillas genannt werden.

Geldangelegenheiten und Sicherheit

Ich habe in Kolumbien gute Erfahrungen damit gemacht, eine Kreditkarte dabei zu haben. Vor meiner Abreise habe ich mir zum Glück noch eine zugelegt. In ganz Lateinamerika ist eine solche Karte sehr praktisch, da man fast überall damit bezahlen kann. In Barranquilla findet man außerdem viele Bankautomaten. Allgemein ist zu sagen, dass es in Barranquilla bzw. Kolumbien genauso wie in anderen Ländern Lateinamerikas nicht sehr ratsam ist, die Visa-Karte ständig bei sich zu tragen. Es gibt viele Menschen, die in Armut leben und einige wissen sich nicht anders zu helfen, als das Geld, das sie zum Überleben brauchen, zu klauen. Daher sollte man die Kreditkarte nur mitnehmen, wenn es nötig ist und immer etwas Geld in der Tasche haben, falls man in die Situation gerät, ausgeraubt zu werden. Mir ist glücklicherweise in der gesamten Zeit nichts dergleichen widerfahren.

Die Universidad del Atlántico de Barranquilla

Die Universidad del Atlántico ist die einzige staatliche Universität in Barranquilla und Umgebung. Ihre Studierendenzahl ist vergleichbar mit der der Potsdamer Universität. Leider soll auch diese Institution wie die restlichen Universitäten privatisiert werden, wogegen sich die Studierenden und DozentInnen immer wieder aktiv auflehnen. Im Semester vor meinem Aufenthalt wurde lange Zeit gestreikt. Sollte nun auch diese Universität privatisiert werden, wird es für viele Menschen nicht mehr möglich sein, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, da sich der Großteil der Menschen die horrenden Studiengebühren nicht leisten kann. Ein Aufenthalt an der Universidad del Atlántico ist auf jeden Fall empfehlenswert. Organisatorische Prozesse dauern hin und wieder ein kleines bisschen länger, doch die Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit der MitarbeiterInnen und Studierenden der Universität machen das wieder wett. Man wird als ausländischer Studierender mit offenen Armen empfangen und aufgrund des freundlichen Arbeitsklimas kann man dort eine angenehme und aufregende Zeit verleben. Es war eine interessante und schöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte und jedem ans Herz lege, der mit dem Gedanken spielt, für eine Zeit in Barranquilla zu studieren.

Kolumbien

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