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Ein Semester in Antwerpen

Da ich bereits während meines Bachelorstudiums in Potsdam ein Erasmus-Semester absolviert habe, waren mir die Schritte zur Vorbereitung meines Auslandsaufenthaltes bekannt. Bei der Erasmus-Koordinatorin meines Fachbereichs, Frau Schmidt, habe ich mich im November 2015 beworben. Mitte Januar 2016 erhielt ich per Mail die Zusage für Antwerpen. Antwerpen war auch mein Erstwunsch, als Zeit- und Drittwunsch habe ich Kopenhagen und Aarhus in Dänemark angegeben.
Von Frau Schmidt erhielt ich auch ein Infoblatt zum Erasmus-Studium in Antwerpen. Ende Februar kam dann per Mail aus Belgien ein Handbuch für Austausch-Studierende sowie die Aufforderung, sich ins die Online-Plattform „Mobility-Online“ einzuloggen und dort diverse Angaben zu machen und Dokumente einzureichen. Insgesamt war der Zeitaufwand für die Bewerbung aber überschaubar. Ich musste u.a. eine Leistungsübersicht aus Potsdam einreichen sowie das Learning Agreement before the mobility.


Studienfach: Verwaltungswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universiteit Antwerpen

Gastland: Belgien

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem in Flandern, dem niederländisch-sprachigen Teil Belgiens, unterscheidet sich kaum von dem in Potsdam. Da ich nur noch wenige Leistungspunkte offen hatte, musste ich nur 2 Kurse in Antwerpen belegen, diese waren der Kurs „Comparative Political Institutions“ und der Kurs „Ethics in World Politics“. Beide Kurse haben mit meinem Masterstudiengang Verwaltungswissenschaft nicht direkt etwas zu tun, aber gerade deshalb fand ich es spannend, sie zu belegen. Beide Kurse bestanden aus einem zweistündigen Seminar pro Woche, in dem viel diskutiert wurde. Für Comparative Political Institutions musste ich 3 Essays à 5 Seiten einreichen und hatte am Ende des Semesters eine kurze mündliche Prüfung. Insbesondere vor dieser war ich etwas aufgeregt, da ich kaum Erfahrung mit mündlichen Prüfungen habe. Der Professor war aber sehr freundlich und am Ende lief die Prüfung gut.
Der Aufwand für Ethics in World Politics war etwas größer. Wir haben in dem Kurs zwei Filme geschaut, zu welchen wir 4 kurze Paper einreichen mussten. Zum Ende des Semesters war eine größere Arbeit zu einem Buch einzureichen, welches wir in Bezug zum Kurs setzen sollten. Da der Kurs aber sehr gut gestaltet war (interaktiv, netter Professor, spannende Texte) waren die Anforderungen kein Problem.

Das Studienklima war gut; insbesondere im Ethics-Kurs hat man gemerkt, dass die Studierenden sehr interessiert am Kurs sind und wir haben viel und auch kontrovers diskutiert.

Die Bibliothek und die Computerpools waren gut ausgestattet. Von den Öffnungszeiten her fand ich etwas schade, dass die Bibliothek am Samstag bereits um 17 Uhr schließt und am Sonntag gar nicht öffnet. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass 80 % der belgischen Studierenden über das Wochenende zu ihren Eltern fahren. Während der Klausuren- und Prüfungsphase gibt es in Antwerpen ein sehr gutes Angebot namens „Study 360“. Die Studierendenvereinigung mietet dabei diverse Locations in ganz Antwerpen an, in denen dann gemeinsam gearbeitet und gelernt werden kann. Es gibt gratis Obst, Wasser und Kaffee und man kann an teilweise exotischen Orten arbeiten wie z.B. dem obersten Stockwerk des Nokia-Building oder in einem Museum.

Studienfach: Verwaltungswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universiteit Antwerpen

Gastland: Belgien

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Zu belgischen Studierenden habe ich relativ wenig Kontakt gehabt, was einerseits daran liegt, dass beide Masterkurse auf Englisch waren und primär von internationalen Studierenden besucht wurden. Andererseits habe ich auch keine belgischen Studierenden direkt angesprochen, da ich bereits in der ersten Woche sehr nette Leute aus anderen europäischen Ländern kennen gelernt habe. Ich war in einer Clique, in der Menschen aus der Schweiz, Österreich, Tschechien, Italien und Deutschland waren. In der großen Gruppe habe ich Englisch gesprochen, wenn ich mich direkt mit den Leuten aus der Schweiz oder Österreich unterhalten habe, aber Deutsch.   

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch war bereits vor Beginn des Erasmus-Semesters auf recht hohem Niveau, sodass ich mich nicht wirklich groß verbessert habe. Dies hat auch der obligatorische Online-Sprachtest bestätigt. Trotzdem war es gut, mal wieder eine Seminararbeit auf Englisch zu schreiben und generell viel mehr Englisch als in Deutschland zu sprechen.
Einen Niederländisch-Kurs habe ich nicht belegt, aber im Laufe der Zeit eignet man sich einige Sätze an. Durch meine Zeit in Antwerpen haben sich meine passiven Niederländisch-Kenntnisse verbessert und ich kann grundlegende Fragen beantworten.

Wohn-  und Lebenssituation

Meine Unterkunft habe ich sehr bequem gefunden. Es gab auf der Bewerbungsplattform der Universität Antwerpen die Möglichkeit, sich für ein Studierendenzimmer registrieren zu lassen. Diese Möglichkeit habe ich genutzt und darüber auch ein Angebot erhalten. Mein Zimmer war 200m von der Uni entfernt und befand sich in einem Haus, in dem 8 Studierende lebten. Mein Haus war durch die Küche mit dem daneben liegenden Haus verbunden, in dem ebenfalls 8 Studierende wohnten. Die Küche war der zentrale Treffpunkt für alle. Etwas unbequem war, dass es nur ein Herren- und ein Damen-WC gab und dass die drei Duschen direkt neben der Küche lagen. Auf meinem Zimmer hatte ich aber ein Waschbecken, wo man Zähneputzen konnte etc. Die Miete meines ca. 25 Quadratmeter großen Zimmers betrug alles inkl. 370 Euro im Monat. Generell bewegen sich die Lebenshaltungskosten je nach Lebensstil bei ca. 800 Euro im Monat.
Durch die überschaubare Größe Antwerpens und die gute Lage meines Zimmers konnte ich alle Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Ich bin nur einmal mit dem Bus gefahren. Empfehlenswert ist der Radverleih „unicycle“, über den ihr ein Fahrrad für ca. 50 Euro pro Semester leihen könnt.
Ich habe kein Bankkonto in Belgien eröffnet und auch meine EU-Krankenversicherungskarte hat ausgereicht.
Antwerpen bietet einige tolle Freizeitangebote wie Museen, Sportangebote, Bars und Clubs. Unbedingt empfehlenswert sind die „Cultuurcheques“, welche die Studierendenvereinigung „Gate15“ vertreibt. Für einmalig 10 Euro erhält man 7 Gutscheine, mit denen man u.a. eine Eintrittskarte für die Oper, das Theater und ein Konzert erhält und auch eine Jahreskarte für die öffentliche Bibliothek. Diese bietet auch einige deutsche Bücher. Viele belgische Studierende trifft man an, wenn man abends in eine der Bars im Uni-Viertel geht, z.B. ins „Kassa 4“ oder das „Barracuda“. Lohnenswert sind auch Ausflüge in andere Städte Belgiens wie Gent, Brüssel oder Brügge. Alle unter 26jährigen erhalten für 6 Euro ein Ticket zu jedem beliebigem Ziel in Belgien.   


Rückblick

Mein zweiter Erasmus-Aufenthalt in Antwerpen war eine gute Erfahrung. Auch wenn ich zwischendurch mal Berlin und meine Freundinnen und Freunde dort vermisst habe, bietet Antwerpen eine tolle Infrastruktur für Studierende und verursacht keinen „Kulturschock“. Meine Kurse haben mir gut gefallen und ich kann nur empfehlen, den Kurs „Ethics in World Politics“ zu belegen, da er neue Perspektiven eröffnet. Zu den Highlights meines Auslandsaufenthaltes zählen ein Wanderwochenende in den Ardennen sowie die zahlreichen gemeinsamen (Koch-)Abende mit meiner Gruppe.
Im Nachhinein hätte ich mich doch dafür entschieden, wenigstens einen Crash-Kurs in Niederländisch zu belegen und mehr auf meine belgischen Kommilitoninnen und Kommilitonen zuzugehen. Aber der vielbeschworenen Erasmus-„Blase“ zu entkommen, ist gar nicht so einfach.

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