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Erfahrungsbericht über ein Auslandssemester an der Universität Gent

Da ich mich nicht schon ein Jahr vorher für ein Auslandssemester bewerben wollte, mich aber dann doch der Drang gepackt hat ins Ausland zu gehen, habe ich mich auf der Rest-platzbörse beworben. Glücklicherweise war der einzige Restplatz der für mich in Frage kam in der Stadt Gent. Ich hatte vorher noch nie von dieser Stadt gehört und auch Belgien war kein Land, das ich als besonders spannend angesehen hätte. Welch Irrtum und welch Glücksfall, dass es mich in dieses wunderbare Land und diese noch schönere Stadt ver-schlagen hat. Gent ist großartig - auf der einen Seite hat man die Vorzüge einer kleinen Stadt (alles ist leicht zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen) und auf der anderen Seite ist die Stadt so lebendig wie eine Großstadt - es ist immer etwas los, seien es Festivals (Light-festival, Musikfestival, Kinderfestival) oder die fast täglichen Livekonzerte in kleinen Bars. Es hätte mich nicht besser treffen können.


Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2014 – 02 /2015

Gastuniversität: Universität Gent

Gastland: Belgien

Bevor ich nach Gent gekommen bin, habe ich mich auf verschiedenen Interneseiten nach Wohnungen umgeschaut. Gefunden habe ich mein Zimmer letztendlich auf der Website: samenhuizen.be aber gute Chancen hat man auch in diversen Facebookgruppen wie: Te huur: Kot in Gent oder in den ESN-Gruppen (ESN veranstalten viele Unternehmungen für die Erasmusstudenten). Generell würde ich empfehlen lieber auf dem privaten Markt zu schau-en, da es wesentlich günstiger ist als im Stundenwohnheim und die Wohnungen viel schöner und gemütlicher sind. Zudem hat man die Möglichkeit auch Kontakte zu Belgiern und Belgie-rinnen zu knüpfen und das richtige belgische Leben zu erfahren. Einige Erasmus-Studenten/innen haben auch erst vor Ort nach Wohnungen gesucht und meistens auch in-nerhalb der ersten Woche eine Unterkunft gefunden. Während dieser Zeit kann man bei je-mand couchsurfen oder in einem der Hostels (z.B. der Dracke) unterkommen.

Ankunft/Studienbeginn

Ich bin schon zwei Wochen vor Semesterstart angekommen um mich schon in der Stadt um-zuschauen und weil ich die Zeit hatte. Und dann ging es auch schon los - die ersten Tage waren sehr gut von der Uni organisiert und so hatte man Zeit, die Uni, seine Fakultät (deren Abläufe) und die Leute erstmals kennenzulernen. Das anmelden für die Kurse etc. fiel auch nicht so schwer und da jeder von vorne anfängt, herrscht ein sehr hilfsbereites Klima. Bei Fragen kann man sich auch immer an die Erasmus-Koordinatoren oder Dozenten/innen vor Ort richten, die super nett und hilfsbereit waren. Auch wurde uns anfangs jeweils ein Buddy (Student/in aus der Uni) zugeteilt, die man bei jeglichen Anliegen kontaktieren konnte. Die Kurse an sich waren sehr spannend und anspruchsvoll und ich habe viel dazu gelernt. Das Lehrer/innen-Studenten/innen-Verhältnis war recht locker und offen. Wer allerdings denkt, dass er hier ein Erasmus machen kann ohne sich anstrengen zu müssen, der liegt falsch. Vor allem die Abschlussklausuren hatten es in sich und mussten ordentlich vorbereitet wer-den. Auch das Benotungssystem ist von unserem zu unterscheiden, so gilt in Belgien ein 20-Punkte-System, wobei man 10 Punkte haben muss um eine Prüfung zu bestehen, Hat man die 10 Punkte erreicht und auch nur ein wenig mehr, ist man hier schon richtig gut.

Sprache

Eigentlich müsste man nicht flämisch lernen, da die Flamen alle auch bis ins hohe Alter gut Englisch sprechen und man sich immer super verständigen kann. Wer aber trotzdem Interesse an der Sprache hat, dem wird von der Uni aus ein Erasmus-Sprachkurs angeboten. Dieser findet 10-mal a drei Stunden während des Semesters statt und ist für den Einstieg gut geeignet. Nachdem ich mein Erasmus abgeschlossen und weil ich noch ein bisschen Zeit habe bis die Uni in Potsdam wieder los geht, nehme ich gerade an einem Intensiv-Sprachkurs teil. Der findet einen Monat lang jeden Tag drei Stunden statt und ist sehr hilf-reich. Wer also vor seinem Erasmus Zeit hat, sollte diesen Kurs dann schon belegen, da man dann noch genug Zeit hat das Gelernte anzuwenden. Generell ist Flämisch Deutsch sehr ähnlich, so dass man auch ohne Sprachkurs vieles Verstehen kann. Das gilt natürlich auch umgekehrt, die Belgier verstehen wirklich mehr als man denkt, also Vorsicht mit bestimmten Äußerungen. Ist man in Wallonien oder Brüssel fühlt man sich wieder wie in einem anderen Land, da dort die meisten Personen nur französisch sprechen und auch schlecht Englisch verstehen. Und dann gibt es ja in Belgien auch noch einen Deutschen Teil der ist aber recht weit von Gent entfernt.

Kontaktaufnahme

Da jeder der ein Erasmus macht auf der Suche nach neuen Kontakten ist, kommt man schnell ins Gespräch mit allen und in der Zeit hier, entwickeln sich die Freunde tatsächlich zu einer Art Ersatzfamilie, man weint, lacht und lebt zusammen. Ich habe mich wirklich zu keinem Zeitpunkt jemals alleine oder hilflos gefühlt, sondern von Anfang an wie zu Hause. Man sollte die Gelegenheit nutzen und ein Auslandssemester machen, da es nie wieder so leicht sein wird, so einfach und günstig ins Ausland zu kommen und dort so leicht Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen. Sollte man dennoch Probleme haben Kontakte zu finden, kann man bei den ganzen ESN-Veranstaltungen mitmachen. ESN organisiert treffen jeglicher Art (Partys, Pub Crawls, Städtetouren etc.) bei denen jeder schnell neue Leute kennenlernen kann, aber die ganzen Unternehmungen haben eher so Abi-Fahrt-Charakter und sind nicht jedermanns Sache. Zudem kann man sich auch für diverse Kurse an der Uni anmelden, sei es die Teilnahme an Sportkursen oder das Singen im Chor, bei denen man auch schnell neue Leute kennenlernen kann.

Freizeit

Wie bereits angesprochen hat Gent ein großes Freizeitangebot, so wird einem in dieser Stadt wirklich nie langweilig. Schöne Bars sind beispielsweise der Hot Club, das Molotov oder das Fatima, in denen auch häufig tolle Live-Konzerte stattfinden. Überall kann man in schönen kleinen Cafés leckere heiße Schokolade trinken und es sich gemütlich machen (z.B. Quetzal, het Salon, Huis Colette, Mokkabon, Julies). Ich war im Wintersemester hier und selbst zu dieser Zeit gab es schon einige Festivals und im Sommer muss noch mehr los sein, dann gibt es einige Musikfestivals in den Straßen. Auf verschiedenen Seiten kann man schauen was so in der Stadt los ist, vieles erfährt man wieder über Facebook oder aber auch auf der Internetseite www.uitingent.be.

Natürlich hat die Stadt auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die einen Besuch wert sind. Besonders bekannt ist der Genter Alter (Das Lamm Gottes) ein uraltes und sehr berühmtes Gemälde. Schön ist auch noch ein Besuch auf dem Belfort, von dem aus man bei schönen Wetter eine super Aussicht über die Stadt hat. Für Museuminteressierte gibt es auch einiges zu entdecken, sei es moderne Kunst, Naturkunde, modernes Design oder In-formationen über die Geschichte von Gent. Für alle Reiseinteressierten kommt man mit dem Zug schnell und günstig in alle Städte Belgiens (mit dem GoPass kostet jede Fahrt innerhalb Belgiens nur 5 Euro). So kann man sich Brüssel, Antwerpen, Brügge und alles was einen noch so interessiert anschauen. Auch nach Paris kommt man schon für 20 Euro und die Niederlande und Deutschland sind auch nicht weit entfernt.

Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2014 – 02 /2015

Gastuniversität: Universität Gent

Gastland: Belgien


Rückblick

Diese Stadt hat wirklich viel zu bieten, im Erasmus lernt man so viel dazu, sei es über sich selbst, andere Menschen und natürlich Sprachen. Ich kann wirklich nur jedem/jeder empfeh-len sich für ein Erasmus in Gent zu bewerben, dass kann nur gut werden. Ich bin sehr dank-bar und glücklich über all die Erfahrungen die ich machen konnte und für diese wunderbare Zeit und ich werde auf jeden Fall zurückkommen.

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