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Mein Auslandssemester an der Macquarie University

Da das Austauschprogramm mit der Macquarie 2015 das erste Mal durchgeführt wurde, war weniger Zeit für die Vorbereitung als sonst bei einer Bewerbung für ein Auslandssemester in Australien. Ich habe mich zu Ende Februar für ein PROMOS-Stipendium für das Auslandssemester, das im Juli beginnen sollte, beworben. Bis Ende April musste ich dann meine Bewerbung an die Gasthochschule schicken, was etwas knapp wurde, da die Gasthochschule auch eine gewisse Punktzahl beim TOEFL oder IELTS erwartet.


Studienfach: Anglophone Modernities in Literature and Culture

Aufenthaltsdauer: 07/2015 – 12/2015

Gastuniversität: Macquarie University

Gastland: Australien

Obwohl ich bereits seit dem Bachelor Englisch studiere, musste ich dann für das Auslandssemester noch mal an einem dieser sehr teuren Tests teilnehmen, die meiner Meinung nach nicht besonders viel über das Sprachniveau einer Person aussagen. Zum Glück hatte ich noch kurzfristig einen Termin für die Teilnahme an einem TOEFL in Berlin bekommen und auch das Ergebnis kam dann noch schnell genug, um alle Unterlagen an die Macquarie zu schicken. Für diese Bewerbung musste ich meine research interests beschreiben und auch schon Kurse auswählen, die ich gerne besuchen würde. Im Master of Research Programm kann man Kurse aus verschiedenen Departments wählen und ich hatte viele Kurse gefunden, die thematisch zu meinen Interessen passten. Ich wollte das Auslandssemester zur Recherche für meine Masterarbeit nutzen. Nur wegen des Themas, das ich mir für meine Masterarbeit überlegt hatte, wollte ich ein Auslandssemester in Australien machen, darum hatte ich sehr spezifische Vorstellungen, zu welchen Themen ich Kurse besuchen wollte. Positiv fand ich in dieser Zeit, dass das HDRO (Higher Degree Research Office) sich sehr bemüht hat, mir alle Informationen zukommen zu lassen und den Aufenthalt gut zu planen. Allerdings war ich unzufrieden damit, wie mit individuellen Bedürfnissen und Schwierigkeiten umgegangen wurde. Ich hatte das Gefühl, dass sich niemand die Beschreibung meiner research interests angeschaut hat. Im Juni kam die Rückmeldung, dass alle Kurse, die ich gewählt hatte, nicht in Session 2, also in dem Semester, in dem ich an der Macquarie University sein würde, angeboten werden. Mir wurden die Kontaktdaten einer Person aus der Faculty of Arts gegeben, die mich bei der Kurswahl beraten sollte. Leider bekam ich erst nach mehrmaligen Nachfragen eine Antwort, die mir nicht weiterhalf, ich wurde nur an eine andere Person in der Verwaltung der Faculty of Arts verwiesen. Daraufhin bekam ich immerhin eine Liste mit allen Kursen, die in Session 2 angeboten werden würden. Leider waren da nicht mehr besonders viele Kurse dabei, die thematisch für mich interessant waren. Als ich mich dann für drei Kurse entschieden hatte, kam allerdings vom HDRO die Rückmeldung, dass ich nicht mehr als einen Kurs online machen soll. Diese Bedingung war vorher nie erwähnt wurden, obwohl ich inzwischen seit mehreren Wochen wegen meiner Kurswahl mit der Macquarie kommunizierte. Außerdem werden im Master of Research an der Faculty of Arts mindestens die Hälfte der Kurse online angeboten, evtl. sogar etwas mehr, das Angebot der Kurse, die mir zur Wahl standen, verringerte sich also mehr und mehr. Letztendlich wurde meine endgültige Kurswahl dann bis zu meiner Ankunft in Sydney verschoben.

Auf Grund der Schwierigkeiten bei der Kurswahl, dauerte es auch eine Weile bis ich die Bescheinigung der Gasthochschule bekam, die ich zur Beantragung des Visums brauchte. Ich musste außerdem bei Beantragung des Visums schon eine australische Krankenversicherung abgeschlossen haben (Overseas Student Health Cover), die aber so viele Leistungen nicht abdeckt, dass man trotzdem noch eine deutsche Auslandskrankenversicherung braucht. Außerdem sollte man beachten, dass man für die Beantragung eines Studentenvisums für Australien evtl. noch eine medizinische Untersuchung oder sogar Röntgenaufnahmen der Lunge braucht, falls man sich in den letzten zwei Jahren in sogenannten Risikogebieten, zu denen viele Länder Asiens, Afrikas und Südamerikas zählen, aufgehalten hat. Da auch dies bei mir der Fall war, es in Berlin aber keine freien Termine bis Ende Juli mehr gab, musste ich dafür noch nach Hannover fahren, da nur ganz bestimmte Ärzte in Deutschland diese Untersuchung machen dürfen, die natürlich auch noch mal recht teuer ist, genau wie das Visum selber auch. Ich muss zugeben, dass ich vor meiner Abreise von all diesen organisatorischen Dingen genervt war und zusammen mit dem Flug schon vor Beginn des Aufenthalts mehr ausgebeben hatte, als das PROMOS-Stipendium beinhaltete. Glücklicherweise hatte ich aber auch Auslandsbafög beantragt, schon bevor ich überhaupt die Zusage der Gasthochschule hatte und bekam dann auch tatsächlich pünktlich zu Beginn meines Aufenthalts die erste Zahlung. Mit dem Studentenvisum darf man in Australien außerdem bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, was einige internationale Studierende auch getan haben.

Studienfach: Anglophone Modernities in Literature and Culture

Aufenthaltsdauer: 07/2015 – 12/2015

Gastuniversität: Macquarie University

Gastland: Australien

Studium an der Gastuniversität

Am Anfang des Semesters gab es mehrere Veranstaltungen, die mir viele Informationen zum Master of Research Programm gaben und den Start erleichterten, vor allem, weil ich bei diesen Veranstaltungen gleich viele andere Studierende kennen lernte, die ebenfalls für ein Semester oder für ihren PhD an die Macquarie gekommen waren. Allerdings war es auch in diesen ersten Tagen und Wochen an der Macquarie sehr schwierig jemanden zu finden, der mir bei der Kurswahl half. Die Dozierenden im Department of English waren am hilfsbereitesten, allerdings wurde in dem Department kein einziger Kurs angeboten, der thematisch passend für mich war. Das HDRO hat in dieser Zeit nur Druck ausgeübt, dass ich unbedingt meine Kurse wählen soll und es nicht mehr als ein online Kurs sein soll, weiter aber nicht geholfen. Erst nachdem dann die Kurswahl erledigt war und das Semester angefangen hatte, hatte noch mal jemand vom HDRO gefragt, wie zufrieden ich bin und als ich dann meinte, dass ich fast nur Kurse mache, die nicht zu meiner research passen, hieß es, dass ich dann ja auch nur ein research project und ein Semester ohne course work hätte machen können, diese Möglichkeit war in all der Kommunikation in den Monaten zuvor nie erwähnt wurden und ein Wechsel war nun nicht mehr möglich, da ich dieses Problem aber auch am Ende meines Aufenthalts noch einmal angesprochen habe, hoffe ich, dass auf nachfolgende Studierende besser eingegangen wird. In Gesprächen mit einer Dozentin wurde deutlich, dass für den Master of Research viel von der Univerwaltung ohne Rücksprache mit den Departments entschieden wird und dann einfach erwartet wird, dass sie dafür Zeit finden und alles wie gewünscht umsetzen.

Dies erklärt natürlich die Probleme bei der Kommunikation, die sich aber hoffentlich bei weiteren Austauschstudierenden nicht mehr ergeben werden, denn sowohl im Department of English als auch im HDRO war man sehr an Feedback interessiert, um den Austausch noch zu verbessern. Die Probleme mit der Kurswahl, zum Beispiel, würden viele, die thematisch weniger festgelegt sind, auch gar nicht betreffen, da es zu vielen anderen Themen ein gutes Kursangebot gibt.

Sehr positiv fand ich, dass es in der Bibliothek an der Macquarie für Higher Degree Research Students einen eigenen Bereich gibt. Um Zugang dafür zu bekommen, kann man online einen Antrag dafür ausfüllen und dann dauert es ca. eine Woche bis man den Bereich nutzen kann. Da ich sehr viel Zeit in der Bibliothek verbracht habe, war es sehr angenehmen, sicher zu sein, dass ich immer einen Platz finden würde, da die anderen Bereiche der Bibliothek so voll sind, dass es oft schwierig ist einen Platz mit Steckdose zu bekommen und in der Prüfungszeit alle Plätze ab 11 Uhr morgens belegt sind und es auch manchmal sehr unruhig wird. Im HDR Bereich ist es jedoch immer ruhig, jeder Platz ist mit einer Steckdose ausgestattet und es gibt auch gemütliche Sessel, falls man sehr viel lesen muss. Außerdem gibt es eine Küche, in der man Tee und Kaffee kochen kann und sich sein Essen in der Mikrowelle aufwärmen kann. Da es viel zu teuer ist jeden Tag auf dem Campus essen zu kaufen, wird die Aufwärmmöglichkeit von sehr vielen Studierenden genutzt. Auch im Campus Hub, wo sich viele verschiedenen Food Stalls befinden, gibt es mehrere Mikrowellen. Es gibt auch viele Plätze auf dem Campus, wo man draußen sitzen kann, was wir immer sehr genossen haben, da es besonders bei schönem Wetter natürlich nicht unsere Lieblingsbeschäftigung war, in der Bibliothek zu sein. Ich fand den workload für die Kurse, was das schreiben betraf, nicht höher als in meinem Master in Potsdam, nur das Lesepensum war höher. In Literaturkursen muss man pro Kurs jede Woche einen Roman lesen und dazu noch Theorie oder Hintergrundinfos.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Kontakt zu anderen international students habe ich sehr schnell gefunden. Durch die orientation week zu Beginn des Semesters, kann man bei vielen Veranstaltungen leicht Menschen kennen lernen, die auch neu an der Uni sind. Außerdem wohnen viele in Studentenheimen auf oder nah am Campus und auch dort ist es leicht andere Studierende kennen zu lernen. Ich fand es allerdings schwierig Kontakt zu australischen Studierenden zu bekommen. Im Master of Research sind besonders an der Faculty of Arts viele ältere Studierende, die bereits arbeiten und Familie haben und dann nur abends an die Uni kommen und danach wieder nach Hause fahren, es ist also schwierig einfach mal einen Kaffee trinken zu gehen, während man die Zeit bis zur nächsten Veranstaltung überbrückt. Mit vielen internationals ist das aber möglich. Ich habe außerdem noch ein Seminar an der University of Sydney besucht, das öffentlich war und bei dem alle zwei Wochen ein anderes Thema der Cultural Studies und Gender Studies diskutiert wurde. Dort habe ich noch weitere Masterstudierende kennen gelernt. Meiner Meinung nach, kann man in Sydney auch sehr gut Leute kennen lernen, wenn man sich einfach umschaut, was sonst so los ist. Es gibt an den verschiedenen Universitäten, Museen, Galerien usw. sehr viele Veranstaltungen, von denen viele nichts kosten. Ich wollte immer mehr machen, als ich letztendlich geschafft habe.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe meine Suche nach einer Unterkunft erst vor Ort begonnen. Da ich erst in der Orientation Week in Sydney ankam, war nicht mehr besonders viel Zeit vor Beginn der Vorlesungszeit ein Zimmer zu finden. Es stellte sich dann auch als schwieriger als erwartet heraus, ein Zimmer zu finden. Ich habe über mehrere Onlineportale wie flatmates.com, gumtree.com usw. gesucht, aber oft war der Zeitraum nicht passend, das Zimmer schon vergeben oder in einem sehr schlechten Zustand. Nach zwei Wochen erfolgloser Suche nach einem Zimmer in einer WG, bin ich dann ins Macquarie University Village gezogen. Dort hat es mir aber dann nicht so gut gefallen. Der Campus der Macquarie ist ungefähr so weit von Sydney entfernt wie Potsdam von Berlin und da man kein Semesterticket hat, sondern für jede Fahrt zahlt, wird es schnell teuer, wenn man oft in die Stadt fährt und es dauert auch einfach eine Weile. Das Zimmer im student village war dann auch so teuer wie ein Zimmer in der Stadt, allerding konnte ich zu Fuß zur Uni und zur Bibliothek, was natürlich auch seine Vorteile hat. Die Mieten sind in Sydney sehr hoch und ein Zimmer für weniger als 800 Euro/Monat zu finden, das nicht komplett voll Schimmel ist oder das man sich mit zwei anderen Leuten teilt, ist fast unmöglich. Aber je früher man ankommt desto besser.

Für den öffentlichen Nahverkehr in Sydney sollte man sich die Opal Card besorgen. Nach mehr als 8 Fahrten pro Woche oder 16 Dollar/Tag, bezahlt man nichts mehr. Trotzdem sind das dann ca. 40 Dollar pro Woche, je nachdem, wo man hinfährt, der Preis wird nach Länge der Strecke berechnet. Besonders günstig ist es die Opal Card sonntags zu nutzen, da man da für den ganzen Tag nur 2,50 bezahlt und bis in die Blue Mountains, an die Strände um und in Sydney und in die vielen Nationalparks fahren kann, was an anderen Tagen gleich teurer ist.

Auf dem Campus der Macquarie University gibt es ein Sports and Aquatic Center, in dem es ein Fitnessstudio, Schwimmbecken und ein großes Angebot an Sportkursen gibt. All das kann man als Student_in sehr günstig nutzen und vor allem, wenn man in der Nähe des Campus wohnt, lohnt es sich sehr.

Ich glaube, Sydney hält in jeder Hinsicht für jede_n was bereit. Und wenn es einem zu langweilig werden sollte, kann man auch gut verreisen, am Wochenende, in der semester break oder nach Ende des Semesters. Ich fand reisen mit dem Campervan oder Auto am allerbesten, weil es viele Orte gibt, an die man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so gut kommt, vor allem, wenn man nicht so viel Zeit hat.


Rückblick

Abschließend kann ich sagen, dass ich eine sehr gute Zeit in Australien hatte! Mir hat Sydney sehr gut gefallen und ansonsten hat mich die abwechslungsreiche Natur dieses Kontinents sehr begeisterst. Obwohl meine Kurse größtenteils irrelevant für meine Masterarbeit waren, habe ich durch Eigeninitiative und gute Kontakte noch viel über mein Thema lernen können und allein um ein Gefühl für das Land, seine Geschichte und die Menschen dort zu bekommen, hat sich der Aufenthalt gelohnt. Dazu kommen dann natürlich noch die vielen tollen Erfahrungen, die ich beim Reisen gemacht habe und vielen wunderschönen Orte, die ich sehen konnte. Der organisatorische Aufwand hat sich also definitiv gelohnt!

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