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Mein Auslandssemester an der La Trobe University in Melbourne

Der Bewerbungsprozess für das Auslandssemester in Australien begann mehr als ein Jahr vor Abreise: Beim Akademischen Auslandsamt der Universität Potsdam mussten ein Motivationsschreiben, die Empfehlung eines Dozenten für ein Auslandssemester, ein Bewerbungsformular und eine Einschätzung der Sprachkenntnisse eingereicht werden. Danach wurde ich zu einem Auswahlgespräch eingeladen. In diesem Gespräch ging es unter anderem um meine Motivation für ein Auslandssemester, mein Wissen über das Gastland und die Universität Potsdam, die ich im Ausland repräsentiere. Nach einigen Tagen wurde mir dann mitgeteilt, dass ich für ein Auslandssemester an der La Trobe University Melbourne nominiert werde.


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 07/2015 – 12/2015

Gastuniversität: La Trobe University Melbourne

Gastland: Australien

Anfang des Jahres 2015 musste ich dann eine Online Application ausfüllen und nach einer langen Wartezeit bekam ich dann die finale Zusage und einen Letter of Offer von der La Trobe University. Nachdem ich dieses Angebot angenommen habe, bekam ich sehr zügig von einer Mitarbeiterin des International Offices eine Confirmation of Enrolement, die nötig ist, um das Visum zu beantragen. Die Bearbeitung des Visums dauert für deutsche Staatsbürger online nur etwa zwei Tage.

Studium an der Gastuniversität

Die La Trobe University ist sehr routiniert im Umgang mit internationalen Studierenden aller Art: Viele Studenten kommen aus Asien und studieren das komplette undergraduate degree in Melbourne, ansonsten gibt es exchange students (zahlen keine tution fees), study abroad students (zahlen tution fees) und sponsored students (durch Organisationen/Arbeitgeber gefördert).

Während der Orientation Week gab es viele verpflichtende Infoveranstaltungen für alle neuen internationals, aber auch einige nach Rubrik gesonderte. Das ganze wurde dann durch gratis Frühstück und Lunch sowie lustigen Sessions wie etwa Aussie Slang abgerundet. Da der Campus sehr groß ist, gab es natürlich auch eine Campus und Library Tour. Der Campus ist sehr modern und gut ausgestattet mit Computerpools in verschiedenen Gebäuden und vielen Räumen, die man als Student online für Gruppenarbeiten buchen kann. Während der ersten Woche liefen sehr viele studentische Mitarbeiter auf dem Campus umher, die einem bei Kleinigkeiten weiterhelfen konnten. Desweiteren gibt es Ask La Trobe Counter in der Library, die einem bei Fragen zur Kursauswahl, IT und vielem mehr helfen. Um das lästige Schlange stehen zu vermeiden, kann man sich für diese Services sogar per App anmelden, und wird dann per SMS benachrichtigt, wenn man an der Reihe ist. Alles in allem ist die Betreuung von Studierenden mit organisatorischen und administrativen Anliegen exzellent. Darüber hinaus bietet die La Trobe University etliche weitere Services wie etwa Bewerbungscheck oder Hilfe beim Verfassen von Essays an. Diese bedürfen keiner Anmeldung, sondern man kann spontan vorbeikommen.

Das Klima auf dem Campus war auch sehr angenehm, da die Agora mit einer großen Auswahl verschiedener Imbisse, einem Buchladen, der Post und verschiedenen Banken den Mittelpunkt bildet. Auf diesem Platz fanden auch regelmäßig von Studenten organisierte Festivals statt. Außerdem gehört auch ein großzügiges wildlife sanctuary zum Campus, in dem man bei einem Spaziergang auch etliche Kängurus sehen kann.

Während in den meisten Seminaren Anwesenheitspflicht herrscht, werden einige Vorlesungen sogar aufgezeichnet und online zur Verfügung gestellt, was den Studierenden flexibles Lernen ermöglicht. Allerdings würde ich dennoch empfehlen auch die Vorlesungen zu besuchen, da diese oft interaktiver als in Deutschland gestaltet sind, sodass man Theorien direkt lernt an Beispielen anzuwenden. Der Umgang mit den Lehrverantwortlichen ist sehr viel persönlicher, man duzt sich und ist immer eingeladen Fragen zu stellen. Da die meisten meiner australischen Kommilitonen nach diesem Semester ihr undergraduate degree abschließen, boten die Dozenten in der Sprechstunde auch allgemeine Beratung zur Wahl von Master oder research Programmen oder Hilfestellungen zum Berufseinstieg an.

In Australien besuchen Studierende in der Regel vier Lehrveranstaltungen mit je 15 ECTS pro Semester, was einen durchaus sehr stark auslastet, da viele kleine Leistungen über den Lauf des Semesters erbracht werden müssen. Dies ist besonders für deutsche Studenten eine große Umstellung, da man häufig in jedem Fach am Ende jeden Monats ein größeres Assignment abgeben muss. In einem Kurs hatte ich sogar wöchentliche Assignments. Zwar klingt das nach sehr viel Aufwand, doch lohnt es sich, denn ich glaube, dass ich dadurch die Inhalte wesentlich länger behalten werde, als wenn ich nur eine Klausur oder Hausarbeit am Semesterende schreibe. Gleichzeitig kriegt man viel Unterstützung und Feedback für diese Leistungen.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 07/2015 – 12/2015

Gastuniversität: La Trobe University Melbourne

Gastland: Australien

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Da die La Trobe University neben der Orientation Week auch einen Orientation Trip zur Great Ocean Road anbot, lernte man sehr schnell andere Austauschstudenten kennen und hatte die Möglichkeit während der Surfstunde, dem Buschwalking oder an den Abenden neue Freunde zu finden. Außerdem organisierte der Exchange Club socialising events, bei denen man gleichzeitig Melbourne kennenlernen konnte.

Um mit Australiern in Kontakt zu kommen, kann ich nur empfehlen, sich einigen der verschiedenen studentischen Clubs an der La Trobe anzuschließen. So war ich beispielsweise Mitglied des Surf Clubs und des Mountaineering Clubs, die unter anderem Ausflüge organisieren.
Aber auch in den Seminaren kommt man leicht mit Australiern in Kontakt, da man viele Gruppenarbeiten anfertigen muss.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da mein Leseverstehen und schriftliches Englisch auch schon vor dem Auslandsaufenthalt recht gut waren, hatte ich keine größeren Schwierigkeiten den Vorlesungen und Seminaren zu folgen. Allerdings war ich beim Sprechen zu Beginn des Semesters sehr unsicher und schämte mich für meinen starken deutschen Akzent. Doch wenn man täglich von dieser Sprache umgeben ist, gewöhnt man sich sehr schnell daran und es fühlt sich bald natürlich an. Außerdem habe ich gelernt, dass es einfach Zeit braucht bis der Akzent schwächer wird, dass es aber nicht hinderlich ist in Unterhaltungen.

Am Anfang fand ich den australischen Akzent sehr schwer verständlich, aber auch daran gewöhnt man sich und die meisten Australier sind auch sehr geduldig und wiederholen gerne nocheinmal, was sie gesagt haben.

Wohn- und Lebenssituation

Aus Kostengründen und da ich gerne mit Australiern zusammenleben wollte, habe ich in shared houses gewohnt statt im Studentenwohnheim. Schon vor meiner Abreise habe ich auf flatmates.com nach schönen WGs in der Nähe der Uni geguckt und so konnte ich gleich in den ersten Tagen nach Ankunft in Melbourne einige Häuser besichtigen und direkt in Thomastown in ein Haus zur Zwischenmiete einziehen. Nach etwa zwei Monaten bin ich dann nocheinmal umgezogen. Wer aber mehr Kontakt zu anderen internationalen Studierenden haben will, kann auch auf dem Campus leben. Alle Freunde, die das getan haben waren auch sehr zufrieden mit den kurzen Wegen.

Obwohl Melbourne ganz passable öffentliche Verkehrsmittel hat, merkt man schon, dass die meisten Australier sich auf Autos verlassen. Während die Parkplätze vor Shoppingcentern riesig sind, kann es schonmal passieren, dass man 15min zur nächsten Bushaltestelle laufen muss. Vor allem für Berliner ungewöhnlich ist auch, dass selbst am Wochenende die letzte Tram gegen 1am fährt.

Als Krankenversicherung ist für Austausstudenten die Oversea Students Health Cover verpflichtend. Praktisch ist, dass man bei Anliegen direkt einen Repräsentanten auf dem Campus ansprechen kann und auch im Falle, dass man mal krank ist, findet sich auf dem Campus das La Trobe Medical Centre.

Allgemein ist Melbourne eine sehr lebenswerte Stadt mit sehr verschiedenen Stadtteilen. Während der CBD mit seinen vielen Hochhäusern sehr modern wirkt, sind Fitzroy und Brunswick eher Hipster-Bezirke mit vielen netten kleinen Cafes, Bars, Restaurants und Shops. Die Uni hingegen liegt in Bundoora, einer der nördlichen Suburbs. Die Lebenshaltungskosten in Melbourne sind schon wesentlich höher als in Deutschland, einige Lebensmittel sind für unsere Verhältnisse geradezu utopisch teuer und auch das Bier in der Bar kostet fast das doppelte. Setzt man das jedoch in Verhältnis zum australischen Mindestlohn, dann ist es wieder in Ordnung. Da die meisten Nebenjobs allerdings auf 20 Stundenbasis sind, kam es für mich leider nicht in Frage zu arbeiten, da das definitiv nicht mit den hohen Anforderungen meiner Kurse an der La Trobe University vereinbar gewesen wäre.


Rückblick

Ich kann es nur empfehlen während des Semesters dem Unistress zu entkommen und kleine Wochenendtrips rund um Melbourne zu machen. So war ich zum Beispiel an der Great Ocean Road, auf Philipp Island, Rafting auf dem Murray River oder bei einer Gastfamilie im ländlichen Victoria.

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