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Ringvorlesung 'Sharing is Caring' - Auf dem Weg zu einer diskriminie- rungskritischen und inklusiven Kunstpädagogik.

‘Sharing is Caring’ – Auf dem Weg zu einer diskriminierungskritischen und inklusiven Kunstpädagogik.

Was bedeutet ein diskriminierungskritischer (Kunst)Unterricht für mich? Was haben Intersektionalität, Diversität und Machtkritik mit einer inklusiven Kunstpädagogik zu tun? Welche Wissensbestände sind zu verlernen und welche gilt es neu einzuüben? Wie kann Kunstpädagogik für alle zugänglich sein?

Die 2018 durchgeführte Studie „Max versus Murat“ (Bonefeld/Dickhäuser, Mannheim) konnte zeigen, dass Schüler:innen of Color im Unterrichtsfach Deutsch von angehenden Lehrkräften (n=204) bei objektiv gleicher Leistung schlechter benotet wurden, als Mitschüler:innen mit vermeintlich deutschen Namen.

An diesem Beispiel zeigt sich exemplarisch, wie stereotypes Wissen über das vermeintlich ‚Andere‘ und deren kulturelle Differenz rassistische Bewertungsmodi und Praktiken in pädagogischen Kontexten implizit fundieren und explizit prägen. Rassismus als eine Form von Diskriminierung schreibt sich also auf diese Weise in „Habitus, Körper und Handlungen“ ein, so Sternfeld (vgl. Sternfeld 2014, S. 19). Demnach liegen exkludierende und abwertende Praktiken und Denkweisen langfristig erworbenen rassistischen Wissensbeständenzugrunde. Ein Verlernen (‘unlearning’, Spivak 1996, S. 4) von (Un)Wissen (Castro Varela 2017) ist ein Prozess, der durch alternative Wissensproduktion
aktiviert wird.

Schule und Unterricht im Sinne Deweys (vgl. Oelkers 2011) werden als Orte radikaler Demokratie verstanden, wirken als dynamischer Organismus und Schauplatz des Unvorhersehbaren. Die damit verknüpften Diskurse und Aushandlungen prägen Lernprozesse und bedingen eine adäquate diskriminierungskritische, inklusive Kompetenzorientierung in der Lehrer:innenprofessionalisierung, entlang der Phasen der Lehrkräftebildung. Es gilt demnach die Streitbarkeit der Urteilsbildung kontinuierlich zu thematisieren, erworbenen Muster zu reflektieren und eine Kultur der intersektionalen Achtsamkeit zu etablieren. Dies gilt eben nicht allein für die allgemeinpädagogische Ausbildung, sondern ist besonders für die Herausbildung einer kunstpädagogischen Haltung sowie für die Analyse fachdidaktischer Konzeptionen von Bedeutung. Somit sollte auch im Kunstunterricht eine Arena der Aushandlung von Unterschieden eröffnet werden, die fachliche Inhalte aus der Perspektive von Inklusion, Intersektionalität, Diversität und hegemonialer Wissensordnungen reflektiert.


All dies soll im Rahmen einer Ringvorlesung im WS 2023/24 thematisiert und interdisziplinär diskutiert werden. Auf verschiedenen Ebenen können so fachwissenschaftliche, künstlerische und fachdidaktische Perspektiven eröffnet werden, die im Rahmen der kunstpädagogischen, kunstwissenschaftlichen und künstlerischen Lehren kollaborativ weiterentwickelt werden sollen. Zielstellung ist die Herausbildung einer diskriminierungskritischen und diversitätssensiblen Haltung auf der Grundlage alternativer Wissensproduktionen, um ein spezifisches Verständnis der Rolle und Funktion als zukünftige (Kunst)Lehrende herausbilden soll.

Publikation zur Ringvorlesung Sharing is Caring ist in Arbeit, erscheint voraussichtlich Herbst 2024


Dr.in Antje Winkler
Prof. Dr. Andreas Brenne

Mehr dazu finden Sie hier:

https://www.uni-potsdam.de/de/veranstaltungen/detail/2023-10-17-ringvorlesung-sharing-is-caring
 

So können Sie teilnehem:

Der Registrierungslink für den Zoom-Raum:

Ringvorlesung_Sharing is Caring_WiSe 2023/24_UP_Kunstpädagogik_Antje Winkler
Beitreten Zoom Meeting
https://uni-potsdam.zoom.us/j/66634890761
Meeting-ID: 666 3489 0761
Kenncode: 88729505

Der Zugang zum zugehörigen TaskCard:

https://www.taskcards.de/#/board/3ef8c21a-6822-45e5-8d1f-a9da49ee4076?token=e80b4d89-3ab1-42a3-8a1a-b8dcfed28697

Teilnahme vor Ort:

Jeden Dienstag, 16:15 - 17:45 Uhr

Campus Golm, Haus 10 / Raum 0.26

Programm

weiterführende Informationen finden Sie im Programmheft

Hier finden Sie alle Beiträge:

17.10.2023, Dr.in Antje Winkler & Prof. Dr. Andreas Brenne, Uni Potsdam
Vom Teilen und Schenken – Über das Begehren einer diskriminierungskritischen und inklusiven Kunst/Pädagogik

24.10.2023, Carsten Völtzke, Netzwerk für Demokratie & Courage e.V., Bundesgeschäftsstelle Dresden
Act.Move.Transform. – Schule diskriminierungskritisch und gelebt demokratisch gestalten

7.11.2023, Prof.in Dr. Michaela Kaiser, Uni Oldenburg
Von Differenzen zu Ungleichheiten – Geschichte(n) einer inklusiven Kunstpädagogik

14.11.2023, Dr.in Aki Krishnamurthy, Alice-Salomon-Hochschule Berlin
Lernräume diskriminierungssensibel gestalten

21.11.2023, Dr. Jan Niggemann, Österreichisches Institut für Erwachsenenbildung Wien
Wrestling with unfine arts: die (ein) Bildung anderer zwischen Stereotyp und „negativer Befähigung“

28.11.2023, Nelly Alfandari, Barcelona/London
Theater der Unterdrückten: Denken mit und durch den Körper

5.12.2023, Prof.in Dr. Nanna Lüth, UdK Berlin
Was heisst hier Haltung? Politische und ethische Be(un)ruhigung aus kunstpädagogischer Perspektive

12.12.2023, Dr.in Pegah Byroum-Wand, TU Berlin und Daniela Bystron, Brücke-Museum
Das Museum dekolonisieren?!

19.12.2023, Norbert Witzgall, Berlin
Klassenfragen

9.1.2024, Prof.in Dr. Helene Skladny, Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Bochum & Hendrik Quast, Stockholm University of the Arts

Möglichkeiten der Disability Studies für die Kunstpädagogik

16.1.2024, Prof. Michael Klundt, Kinderpolitik im FB Angewandte Humanwissenschaften, Hochschule Magdeburg-Stendal
Kinderrechte und Kinderarmut

23.1.2024, Prof.in Dr. Brigitte Kottmann, Uni Paderborn
Soziale Ungleichheit und Bildungsungleichheit: schulische Strukturen, Kulturen und Praktiken in der Herstellung von Differenz

6.2.2024, Jun.Prof.in Dr. Gigi Adair, Uni Bielefeld
Beyond Humanitarianism: Understanding contemporary migration through care