Steuerberatung

Jedes Jahr aufs Neue: Die allseits beliebte Steuererklärung ist zur Vorlage beim Finanzamt fällig. Aufgrund komplexer rechtlicher Vorschriften, Fristen und Regelungen ergeben sich dabei viele Fragen. Was kann ich eigentlich von der Steuer absetzen? Welche Deadline muss ich einhalten? Wie erstelle ich am besten einen vorausschauenden Finanz- und Bilanzierungsplan? An dieser Stelle kommen Steuerberater*innen ins Spiel, deren Aufgabe es ist, ihren Mandant*innen in steuerrechtlichen Fragen zur Seite zu stehen. Somit fällt auch ihre Arbeit in den Bereich der Rechtsberatung.

Insbesondere für Unternehmen stellen sie wichtige Ansprechpartner*innen dar, wenn es sich zum Beispiel um Jahresabschlüsse, Gehaltsabrechnungen oder internationale steuerrechtliche Vorgaben handelt. Dabei gehen die Tätigkeiten weit über das alleinige Erstellen von Steuererklärungen hinaus (die sog. Deklarationsberatung). Hinzukommen beispielsweise Buchhaltung, Formulierung und Einreichen von Anträgen, Erarbeitung von Insolvenzplänen, Vermögensverwaltung, rechtliche Vertretung und allgemeine Unternehmensberatung. Steuerberater*innen können auch dabei helfen, zukünftige Ausgaben und Budgets zu planen und nicht nur die vergangenen zu verwalten (hier handelt es sich um eine zukunftsorientierte Gestaltungsberatung). Um Mandant*innen gut bei ihren Vorhaben begleiten zu können und ein dauerhaftes und vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen aufzubauen, gehört eine gute Kommunikationsfähigkeit zu den Kernkompetenzen von Steuerberater*innen.

Die Qualifikation zur Steuerberater*in wird durch das Bestehen der sog. Steuerberater*innenprüfung erlangt. Mit einem wirtschaftlichen oder juristischen Bachelorabschluss, wie beispielsweise in den Fächern BWL, VWL oder Jura mit einer Spezialisierung auf Steuerrecht (und wahlweise einem anschließenden Master, zum Beispiel in Unternehmens- und Steuerrecht) sowie mindestens zwei (bei einem Masterabschluss) oder drei (mit Bachelorabschluss) Jahren Berufserfahrung werden die Voraussetzungen für die Zulassung zur staatlichen Prüfung erfüllt. Alternativ kann man auch über eine Ausbildung als Steuerfachangestellte*r und/oder die Weiterbildung zum/zur Steuerfachwirt*in oder Bilanzbuchhalter*in plus entsprechende Berufserfahrung die Zulassung zur Prüfung erreichen. 
Das Steuerberater*innenexamen besteht aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil und gilt mit einer Durchfallquote von ca. 50% als eines der anspruchsvollsten Examen in Deutschland. Daher empfiehlt sich hier nicht nur eine  ausführliche Vorbereitung, sondern auch ein früher Fokus bei der fachlichen Ausgestaltung des Studiums. Einschlägige Praktika, fachlich relevante Kurse, Projekt- oder Abschlussarbeiten können helfen, dem enormen Lernumfang besser gewappnet gegenüberzustehen.

Nach bestandener Prüfung besteht die Möglichkeit, entweder selbstständig oder in einer Steuerberatungskanzlei zu arbeiten. Entscheidend ist es, selbst nach dem Abschluss bei steuerrechtlichen Entwicklungen weiterhin auf dem neuesten Stand zu bleiben, um sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen bestmöglich beraten zu können.

Übrigens: Laut Bundessteuerberater*innenkammer lag im Jahr 2020 der Anteil an weiblichen Steuerberater*innen, die momentan in Deutschland tätig sind,  bei 37,2%. 2013 lag dieser Wert nur bei 34,3%. Es handelt sich also um ein eher von Männern dominiertes Berufsfeld. Allerdings scheint sich dies langsam zu ändern, da die Anzahl an Frauen, die in diesem Bereich arbeiten, langsam aber stetig zunimmt.

klassische Tätigkeiten

mögliche Arbeitsorte

Quellen und weitere Berufsinformationen