uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Wirtschaftsprüfung

Im Gegensatz zur Unternehmensberatung ist der Begriff „Wirtschaftsprüfer*in“ (WP) ein geschützter Begriff und darf als Berufsbezeichnung erst nach erfolgreichem Bestehen des Wirtschaftsprüfungsexamens der Wirtschaftsprüferkammer getragen werden. Anhand der Tatsache, dass es deutschlandweit lediglich 14.000 Wirtschaftsprüfer*innen gibt, zeigt sich schon, dass es sich dabei um eine sehr anspruchsvolle Prüfung handelt. Zudem wird auch nicht jede*r zu diesem Examen zugelassen. Prüfungsteilnehmer*innen müssen mindestens eine zehnjährige Berufserfahrung mitbringen, allerdings kann diese nach einem Studium mit mindestens 8 Semestern Regelstudienzeit auf drei Jahre verkürzt werden. Auch wer bereits über eine Qualifikation als Steuerberater*in oder vereidigte*r Buchprüfer*in verfügt, kann mit kürzerer Berufserfahrung zum Examen zugelassen werden.

Der deutsche Markt wird zu einem sehr großen Teil von den „Big Four“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften dominiert: Ernst & Young, KPMG, Deloitte und PricewaterhouseCoopers. Neben der Anstellung in einer der beinahe 3000 existierenden Gesellschaften in Deutschland ist es jedoch ebenso möglich, diese Tätigkeit freiberuflich auszuüben. Die Aufgabe der Wirtschaftsprüfer*innen ist primär die Überprüfung des Jahresabschlusses von allen großen und mittelständischen Unternehmen (bei kleinen Unternehmen ist die Teilnahme freiwillig). Diese Prüfung ist nur lizensierten Wirtschaftsprüfer*innen vorbehalten. Weiterhin ist es WP-Gesellschaften erlaubt, Unternehmen beratend zur Seite zu stehen. Beispielsweise bei Angelegenheiten von steuerlicher, finanzieller oder treuhänderischer Natur sowie bei der Einsatzberatung bei Systemen des Finanz- und Rechnungswesens oder aber bei der Gestaltung von Management- und Kontrollsystemen. Diese Tätigkeiten machen einen nicht unerheblichen Teil der Gewinnspanne von vielen WP-Unternehmen aus. Aufgrund ihrer genauen (finanziellen) Kenntnisse über ein Unternehmen sind WP-Gesellschaften geradezu prädestiniert dazu, diese Zusatzaufgaben zu erfüllen.

Die Karrierestufen auf dem Weg zum/ zur Wirtschaftsprüfer*in laufen in der Regel ähnlich ab. Zunächst beginnt man in einem Unternehmen als Wirtschaftsprüfungsassistent*in (auch Business Analyst, Junior Consultant oder Assistant). Nach 2-3 Jahren kann man bereits zum Senior aufsteigen und übernimmt mehr Verantwortung und Planung. Nach einigen Jahren Erfahrung ist es dann möglich, das Wirtschaftsprüfungsexamen abzulegen. Beim erfolgreichen Bestehen der Prüfung trägt man den Titel Manager*in, mit dem häufig Leitungspositionen und gegebenenfalls auch eigene Kundenakquise einhergehen. Die höchste Stufe innerhalb eines Unternehmens ist die sogenannte Partnerschaft, welche den höchsten Grad an Verantwortung und Personalführung mit sich bringt.

Timo Geisler

ist Consultant bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, die Steuerberatung, Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung anbietet.

klassische Tätigkeiten

mögliche Arbeitsorte

Quellen und weitere Berufsinformationen