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„Es ist kein Platz wie jeder andere“ – Tilo Peltzer ist Hausmeister auf dem Campus Am Neuen Palais

Campusteamleiter Tilo Peltzer
Tilo Peltzer
Hausmeister Tilo Peltzer ist mit dem Rad auf dem Campus unterwegs.
Photo : Sandra Scholz
Als Campusteamleiter ist Tilo Peltzer immer dort, wo es auf dem Standort Am Neuen Palais im wahrsten Sinne des Wortes gerade klemmt.
Photo : Sandra Scholz
„Es ist kein Platz wie jeder andere“ – Tilo Peltzer ist Hausmeister auf dem Campus Am Neuen Palais
Photo : Sandra Scholz
Hausmeister Tilo Peltzer ist mit dem Rad auf dem Campus unterwegs.

Früher oder später brauchen alle einmal seine Hilfe: Als Campusteamleiter ist Tilo Peltzer immer dort, wo es auf dem Standort Am Neuen Palais im wahrsten Sinne des Wortes gerade klemmt. Mit seinem Team von drei Hausmeistern sorgt er für rundum trockene Arbeitsplätze, geschmeidige Bürotüren, abflusssichere Sanitäranlagen und vieles mehr, von dem man erst merkt, wie sehr man es braucht, wenn es kaputt ist. So gesehen gehört er vermutlich zu den gefragtesten Personen der Universität Potsdam. Langeweile kommt bei ihm nicht auf. Doch genau deswegen macht ihm seine Arbeit auch so viel Spaß.

6 Uhr

Tilo Peltzer trifft sich mit seinem Team im Haus 13, wo alle die Arbeitskleidung anziehen und gemeinsam die anstehenden Aufgaben durchgehen. Er selbst hat schon vorab am Rechner überprüft, welche Aufträge es gibt. Danach geht es an die Koordination: Was muss zuerst erledigt werden? Wer übernimmt was? Ist ein Empfang auf der Terrasse des Süd-Commun geplant, muss dieser beispielsweise erst einmal vom Taubenkot gereinigt werden. Und seit in der Kuppel des denkmalgeschützten Gebäudes Regenwasser durch die Fenster gelaufen ist, ist auch hier ein regelmäßiger Check Pflicht. So gesehen verwundert es nicht, dass Peltzer selbst die kleinste Pfütze in Haus 9 sofort ins Auge fällt. Da er aber nicht überall sein kann, ist er dankbar für jeden Hinweis: „Wem selbst einmal etwas auffällt, sei es eine kaputte Tür oder auch Sachbeschädigung, kann die technische Leitzentrale der Uni anrufen. Dort werden dann die richtigen Aufträge ausgelöst oder es wird direkt an uns vermittelt.“

8 Uhr

Fest eingeplant ist ein morgendlicher Rundgang durch fünf Häuser auf dem Campus. Nicht selten kommen schon dabei die ersten Anrufe dazwischen. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns aufeinander verlassen können und immer eine dritte Hand zur Stelle ist, wenn man sie braucht. Als Einzelgänger kann man den Job nicht machen. Alle helfen sich untereinander und übernehmen spontan anfallende Aufgaben, denn fest planbar sind diese meistens nicht.“ Unabdingbar dabei sind das Fahrrad und das Handy: Beide ermöglichen es Peltzer, mobil und flexibel zu sein – und das ist für seine Arbeit das Wichtigste. Mit dem Fahrrad pendelt er schnell zwischen den einzelnen Häusern – dahin, wo er gerade gebraucht wird. In seiner Verantwortung liegen aber auch Außengeschäftsstellen, wie die Sporthalle der Uni Potsdam am Luftschiffhafen. Dafür ist ein Kollege im Team zuständig.

12 Uhr

Mittags trifft sich das Team wieder im Haus 13, um gemeinsam zu essen. Zwischen Nudeln und einem Glas Wasser ist auch die Zeit, sich über den bisherigen Tag auszutauschen. Ein wichtiger Faktor für Tilo Peltzer. „Früher, als ich noch in der Industrie gearbeitet habe, war das anders. Da gab es Schichtdienst und insgesamt viel Druck. Hier können wir viel selbstbestimmter arbeiten und es bleibt mal Zeit für ein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel. So arbeiten zu können, ist mir sehr wichtig.“ Diese Gespräche sind auch für die Arbeitsorganisation essenziell. Denn nicht alles, was anfällt, kann das Team selbst erledigen: So ist zwar der Austausch eines Schreibtisches im Büro für Tilo Peltzer kein Problem. Für neue Auslegware oder einen kompletten Büroumzug werden dann aber externe Unternehmen beauftragt. Umso wichtiger ist es, den Schaden oder das Problem gleich genau zu erfassen.

13 Uhr

Die letzten Handgriffe stehen an. Danach geht es meistens an die Arbeitsnachbereitung. Das heißt: Material und Werkzeug wegräumen, die etwa für Reparaturen gebraucht wurden. „Wir arbeiten quasi um den ‚Hauptbetrieb‘ herum, da wir nicht mitten in einer Vorlesung laut herumwerkeln können. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir in der vorlesungsfreien Zeit zum Beispiel Reparaturen etwas flexibler planen können.“ Die vorlesungsfreie Zeit ermöglicht es Tilo Peltzer und seinem Team auch, wieder etwas „Ordnung“ in die Seminarräume zu bekommen. So gehen Stühle während des Semesterbetriebes gern einmal auf Wanderschaft oder stapeln sich dort, wo sie eigentlich nicht hingehören – und werden nun wieder entsprechend der vorgesehenen Bestuhlung aufgestellt.

14:30 Uhr

Feierabend. Wieder trifft man sich im Haus 13. Ein letzter Blick in die E-Mails und dann geht es auch schon in den Teil des Tages, der unter anderem für die Familie reserviert ist. So gelingt eine gesunde Balance zwischen abwechslungsreichem Arbeitstag und Privatleben, die Tilo Peltzer nicht mehr missen möchte. Er ist gern Hausmeister an der Uni Potsdam und kann sich kaum etwas anderes vorstellen. „Man trifft hier die halbe Welt. Es ist kein Platz wie jeder andere. Die Stimmung ist gut und man hat jeden Tag mit netten Leuten zu tun.“

 

Dieser Text erschien im Universitätsmagazin Portal - Zwei 2023 „Mentale Gesundheit“ (PDF).

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Sabine Schwarz