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Unterwegs in den Anden – Tag 4: Verwissenschaftlichte Hotels

Geoforschende auf Exkursion in Argentinien
Das Bild zeigt zwei Studentinnen bei Messung im Feld. Das Foto ist von Manfred Strecker. Beim Anklicken öffnet sich das Bild im neuen Fenster.
Photo : Manfred Strecker
Messung im Feld. Foto: Manfred Strecker.

Viele von uns haben in den vergangenen Tagen den großen Wert von Drohnenbefliegungen und daraus abgeleiteten 3D-Punktwolken zu schätzen gelernt. Wir möchten gerne noch mehr über die technischen Details der aufgenommenen Daten, aber auch über die Handhabung dieser unbemannten Flugapparate erfahren. Ganz besonders interessiert uns die Erstellung eines Geländemodells in einer Region, die durch rezente tektonische Deformationsprozesse verändert wurde. Die Aufnahme mit Drohnen erfordert auch die genaue Einmessung von Referenzpunkten, um die höchste Genauigkeit bei der Einbettung in ein Koordinatensystem zu erreichen. Weiterhin erlauben uns die zentimetergenauen Referenzpunkte, die Aberration der Drohnenoptik zu kompensieren. Leider müssen wir die Drohnenbefliegung nach drei Stunden abbrechen, da die Windgeschwindigkeiten zu hoch werden.

Am Nachmittag analysieren wir Punktwolken aus der Befliegung einer langen, wachsenden Falte, die wie ein gestrandeter Wal im Gelände liegt. Solche Deformationsstruktur entsteht durch eine sogenannte blinde Überschiebung, also eine Störung ohne Durchbruch an der Erdoberfläche. Diese Strukturen gehören mit zu den gefährlichsten seismogenen Störungszonen, da sie oftmals nicht bekannt oder erkannt werden. Beispiele zerstörerischer Erdbeben mit diesen Deformationsstrukturen haben großen Schaden bei den seismischen Ereignissen von Spitak in Armenien oder Northridge in Kalifornien hervorgerufen. Die Einmessung der Topographie mit der Drohne, aber auch unsere Geländearbeiten erlauben uns eine bessere Einschätzung der im Untergrund liegenden Störungen.

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