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Unterwegs in irakisch Kurdistan – Tag 3: Besuch im Geflüchteten-Camp Qadir

Potsdamer Wissenschaftler auf Forschungsreise im Irak
Das Foto zeigt Kinder im Geflüchteten-Camp Qadir. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Das Foto zeigt eine Gruppe von Menschen im Geflüchteten-Camp Qadir. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Auf dem Foto ist die Gruppe der Potsdamer Forschenden und Studierenden mit Begleitung zu sehen. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Das Foto zeigt Kinder im Geflüchteten-Camp Qadir. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Das Foto zeigt Kinder im Geflüchteten-Camp Qadir. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Das Foto zeigt das Geflüchteten-Camp Qadir bei untergehender Sonne. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Photo : Valentina Meyer-Oldenburg
Kinder im Geflüchteten-Camp Qadir
Photo : Valentina Meyer-Oldenburg
Im Geflüchteten-Camp Qadir.
Photo : Valentina Meyer-Oldenburg
Die Gruppe der Potsdamer Forschenden und Studierenden mit Begleitung
Photo : Valentina Meyer-Oldenburg
Kinder im Geflüchteten-Camp Qadir
Photo : Valentina Meyer-Oldenburg
Kinder im Geflüchteten-Camp Qadir
Photo : Valentina Meyer-Oldenburg
Das Geflüchteten-Camp Qadir

Der heutige Tag endet für uns etwas früher und auch nachdenklicher. Zum Auftakt besuchen wir in Zakho das jüdische Viertel und die historische Brücke Delal, die anscheinend noch aus der Antike stammt. Anschließend fahren wir in das Geflüchteten-Camp Qadir. Hier treffen wir Jesiden aus dem Dorf Kotscho, das im August 2014 von Einheiten des Islamischen Staats (IS) überfallen wurde. Die überlebenden Frauen und auch einige Männer haben ihre Geschichten für das Buch über den Ferman mit Dawoud Khatari geteilt. Heute empfangen sie uns in einem ihrer bescheidenen Häuser und erlauben uns, ein paar Fragen zu stellen.

Das Camp liegt etwas isoliert in der Landschaft, vor der Sicherheitskontrolle gibt es einige Geschäfte, die Lebensmittel und Kleidung verkaufen. Als wir das Haus von Rafid Said Amo betreten, ist es heiß und leer auf den Straßen des Camps. Er beantwortet unsere Fragen, erzählt vom Überfall, wie Männer und Frauen voneinander getrennt wurden. Er selbst wurde mehrfach von Kugeln getroffen, konnte sein Leben jedoch retten. Das furchtbare Schicksal der verschleppten Frauen wird in „Ferman 74“ beschrieben.

Anschließend erwarten uns die Frauen, die uns eingeladen haben, Überlebende der Entführung durch den IS. Sie werden umringt von Kindern, die gerne fotografiert werden wollen und neugierig auf uns zu kommen. Die Frauen wollen nicht noch einmal über ihr Trauma sprechen, empfangen uns aber mit großer Freundlichkeit. Wir machen gemeinsame Fotos, unterhalten uns mithilfe der Übersetzer ein wenig. Unsere Gruppe stimmt eine improvisierte Version von „Hejo, spann den Wagen“ an und wagt einen Kanon. Danach verabschieden wir uns und verlassen das Camp. Auf der Busfahrt hängen alle ihren Gedanken nach. Der Mond ist fast voll und hängt groß über den Bergen hinter Dohuk. Nach dem Abendessen begeben wir uns gemeinsam zu einem Aussichtspunkt, um dem Tag einen schönen Abschluss zu geben.