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Mittelalterliche Versnovellen – Tagung des Instituts für Germanistik

Faksimile aus der Versnovelle „Der nackte Ritter“.
Photo : Innsbruck Landesmuseum Ferdinandeum Cod. FB 32001, fol. 69v
Faksimile aus der Versnovelle „Der nackte Ritter“.

Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“ ist die Geschichte der wundersamen Heilung eines Ritters – und gilt als erste Versnovelle im deutschen Sprachraum. Solche in Versen verfasste Erzählungen waren im Mittelalter besonders beliebt. Das Institut für Germanistik widmet dieser Textgattung und insbesondere einer Reihe von bisher wenig beachteten Erzählungen nun eine Tagung. Die Konferenz findet unter dem Titel „Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts – die neuen Texte“ vom 7. bis 9. September 2022 auf dem Campus am Neuen Palais statt. Organisiert wird sie von PD Dr. Judith Klinger und Prof. Dr. Katharina Philipowski vom Institut für Germanistik.

„Rittertreue“, „Bruder Rausch“, „Bussard“ oder „Der Württemberger“: Diese und viele weitere mittelalterliche Erzählungen sind Thema der Tagung an der Universität Potsdam. Sie gehören zu einer Textsammlung, die vor wenigen Jahren erschienen ist und viele bislang unbeachtete Versnovellen enthält. „Seit 2020 verfügt die germanistische Mediävistik mit der von Klaus Ridder und Hans-Joachim Ziegeler herausgegebenen ‚Deutschen Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts‘ über eine monumentale und Maßstäbe setzende Ausgabe, die 175 Texte überlieferungsnah ediert“, erklärt PD Dr. Judith Klinger. Viele dieser Texte seien bislang nur in schwer verfügbaren und teils veralteten Ausgaben zu lesen und nahezu unbekannt. Zu einigen von ihnen liegt keine oder fast keine Forschung vor. „Mit unserer Tagung wollen wir dazu beizutragen, die Aufmerksamkeit auf zumindest einige dieser Texte zu lenken und sie für die Mären- und Kleinepikforschung zu erschließen“, so Prof. Dr. Katharina Philipowski, Professorin für Germanistische Mediävistik.

So werden sich etwa Mareike von Müller mit dem Thema „Entrückung, Schlaf und Absenz in mittelhochdeutscher Kleinepik“ beschäftigen, Beatrice Trînca mit Adam-und-Eva-Erzählungen und Hartmut Bleumer mit „Erinnerungsfiguren. Fragen zum Rätsel der Unsinnspoesie“. Neben Vorträgen mit anschließender Diskussion finden Workshops statt, in denen kürzere Impulsreferate Anregungen für die gemeinsame Textarbeit geben. Die Veranstalterinnen laden dazu ein, mit Entdeckerfreude den neuen Perspektiven nachzugehen, die die Textsammlung erschließen kann.
Die Tagung findet mit freundlicher Unterstützung des SCHWABE VERLAGS (Basel – Berlin) statt. Um Anmeldung zum Empfang am 7. September wird gebeten unter: philipowskiuni-potsdamde.

Zeit: 7. bis 9. September 2022
Ort: Campus Am Neuen Palais, Haus 8, Räume 0.56 und 0.58, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam
Kontakt: Prof. Dr. Katharina Philipowski, Institut für Germanistik
Telefon: 0331 977-4215 (Sekretariat)
E-Mail: philipowskiuni-potsdamde
Programm: www.uni-potsdam.de/de/mediaevistik/aktuelles/veranstaltungen

Medieninformation 31-08-2022 / Nr. 093

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Online editorial

Sabine Schwarz