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30 Jahre Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde – Podiumsdiskussion zur Zukunft eines Schulfachs

Seit 30 Jahren gibt es das Schulfach Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (kurz: LER) an brandenburgischen Schulen. Bundesweit ist es einzigartig. Den entsprechenden Studiengang können angehende Lehrkräfte seit dem Wintersemester 2003/2004 an der Universität Potsdam absolvieren. Zum Jubiläum lädt das Institut für LER am 30. April 2022 zur Festveranstaltung „30 Jahre LER – Ein Grund zum Feiern!?“ auf den Campus Am Neuen Palais ein. In einer Podiumsdiskussion in der Oberen Mensa sprechen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Schule und Universität über die Zukunft des Fachs. Welchen Beitrag kann es im Lichte vielfältiger Herausforderungen wie Klimawandel, Diversität oder Krieg für die Schülerinnen und Schüler leisten? Wo liegt seine schulpolitische Zukunft und wie kann es gelingen, das Fach an den Schulen zu stärken?

Das Schulfach LER befasst sich mit existenziellen und aktuellen Fragen der Lebensgestaltung und Lebensbewältigung von Kindern und Jugendlichen. Anders als in allen anderen Bundesländern kommen dabei in Brandenburg religiöse und religionslose Schüler einer Klasse über Lebensgestaltung, Ethik und Religion ins Gespräch. Um das Fach altersgerecht unterrichten zu können, erwerben die Studierenden Wissen und Fähigkeiten in Philosophie, Religionswissenschaft, Soziologie, Psychologie und Fachdidaktik. „Die Nachfrage nach LER-Studienplätzen übersteigt seit jeher die Zahl der verfügbaren 60 Studienplätze pro Jahr“, sagt Prof. Dr. Johann Hafner, der die Gründung des Instituts für LER 2008 mit initiiert hatte.

Die Leiter des Studiengangs bemängeln seit Langem, dass das Fach nur bis zur Klasse 10 bzw. 9 an weiterführenden Schulen vorgesehen ist. „In allen anderen Bundesländern gibt es ein Werte- oder Religionsfach auch in der Oberstufe“, sagt Hafner. Dies ist dem Religionswissenschaftler zufolge ein wesentlicher Grund dafür, dass das Fach besonders häufig fachfremd unterrichtet werde. LER kann nämlich nur studiert werden, wenn sich die Studierenden auch im Zweitfach auf die Sekundarstufe 1 beschränken. Schulleitungen von Gymnasien bzw. Schulen mit Oberstufe fordern aber bevorzugt Lehrkräfte an, die in den Sekundarstufen 1 und 2 einsetzbar seien. Hafner geht davon aus, dass LER daher an Gymnasien künftig fast ausschließlich fachfremd unterrichtet werden wird.

Zum Jubiläum wird die Studiendekanin der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Monika Fenn ein Grußwort sprechen, danach werfen die Veranstalter einen Blick auf die Geschichte des Fachs. Gäste der anschließenden Podiumsdiskussion sind: Juliane Beilke, LER-Lehrerin und Vorsitzende des Fachverbands LER; Petra Budke, MdL BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sprecherin für Bildung, Kinder, Sport, Medien und Religion; Engin Çatik, Schulleiter in Berlin und LER-Absolvent; Kathrin Dannenberg, MdL DIE LINKE, Mitglied im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, LER-Lehrerin; Feza Küçükbingöl, LER-Studentin; Dr. Petra Lenz, Institut LER; Mitglied der CDU (N.N.); Katja Poschmann, MdL SPD, stellv. Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. Prof. Dr. Johann Hafner wird das Gespräch moderieren. Ab 18 Uhr gibt es einen Umtrunk sowie eine Party im Studierendenclub Nil.

Um Anmeldung wird gebeten bei Elisa Gläser: elglaeserunipotsdamde

Zeit: 30.04.2022, 16:00–18:00 Uhr
Ort: Obere Mensa, Haus 12, Campus Am Neuen Palais, 14469 Potsdam
Kontakt: Prof. Dr. Johann Hafner, Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft
E-Mail: johann.hafneruni-potsdamde
Internet: www.uni-potsdam.de/ler

Medieninformation 28-04-2022 / Nr. 042