Wenn du einfach jemanden zum Reden brauchst, hilft die Telefonseelsorge oder das Kinder- und Jugendtelefon. Da kann man kostenlos anrufen.
Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Das steht so im Gesetz. Der Staat hat die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu schützen. Leider sieht die Wirklichkeit manchmal anders aus.
Gewalt kann körperlich sein, zum Beispiel durch Schläge, aber auch seelisch. Seelische Gewalt kann bedeuten, dass ein Kind ständig angeschrien, bedroht, erniedrigt oder eingeschüchtert wird. Beides ist schädlich und kann Kinder in ihrer Entwicklung stark belasten.
Wenn Kinder Gewalt erleben, brauchen sie Hilfe. Helfen können zum Beispiel das Jugendamt, das Familiengericht oder in einem Notfall auch die Polizei. Die Polizei erreicht man unter der Nummer 110. Wichtig ist, dass überhaupt jemand Hilfe holt. Das kann das Kind selbst sein, aber auch Nachbarn, Verwandte, Freundinnen und Freunde oder Lehrkräfte.
Wenn du vor allem jemanden zum Reden brauchst, können auch die Telefonseelsorge oder das Kinder- und Jugendtelefon helfen. Dort kann man kostenlos anrufen und mit jemandem sprechen.
Das Familiengericht kann eingreifen, wenn ein Kind zu Hause nicht sicher ist. In schweren Fällen kann es den Eltern sogar das Sorgerecht ganz oder teilweise entziehen. Es wird aber immer genau geprüft, was das Kind möchte, ob es auch mildere Hilfen gibt und was für das Wohl des Kindes am besten ist. Manchmal bekommen Eltern zunächst Unterstützung, damit sie lernen, ihr Kind ohne Gewalt zu erziehen.
Eltern können auch bestraft werden, wenn sie ihre Kinder verletzen. Dafür sind die Polizei und das Strafgericht zuständig.
Auch wenn die Gewalt zwischen den Eltern stattfindet, leiden Kinder oft sehr darunter. Deshalb kann auch dann das Familiengericht eingreifen. Außerdem gibt es das Gewaltschutzgesetz. Danach kann zum Beispiel ein gewalttätiger Elternteil aus der Wohnung gewiesen werden. Er darf dann nicht einfach zurückkommen. Wenn er sich nicht daran hält, kann das Folgen haben.
Diese Seite ist keine Beratung bei konkreten Problemen. Das Jugendamt oder ein/e Rechtsanwältin/Rechtsanwalt helfen.