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Qualitätsmanagement

Qualitätssiegel z. B. für die „familienfreundliche Hochschule“ oder für „faire Arbeitgeber“ sind den meisten von uns bekannt.
Mit solchen Siegeln wollen Institutionen und Unternehmen öffentlichkeitswirksam zeigen, welche Qualitätsstandards sie sich für ihre Arbeit in bestimmten Bereichen setzen und wo sie im Vergleich mit anderen bei deren Umsetzung stehen. Dabei ist es aber nicht nur Aufgabe des Qualitätsmanagements solche spezifischen Qualitätsziele umzusetzen, sondern insgesamt für die Qualität der eigenen Prozesse, Produkte und/oder Dienstleistungen zu sorgen und deren stetige Weiterentwicklung (PDCA-Zyklus) im Blick zu haben.
In manchen Branchen, wie z. B. der Luft- und Raumfahrt, der Medizin- und Lebensmittelproduktion oder der Automobilindustrie ist eine betriebliche Qualitätssicherung nach verbindlichen Standards (z. B. DIN-ISO-Norm) sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Qualitätsmanager*innen sind dabei, je nach Bereich, dafür zuständig, die Qualitätsstandards für die Arbeit ihrer Einrichtung zu definieren, diese systematisch zu dokumentieren (z. B. anhand von Qualitätsmanagementhandbüchern) sowie deren Einhaltung zu gewährleisten und je nach Einrichtung auch zu überprüfen (Qualitätssicherung). Dabei verstehen sie sich im Sinne der Organisationsentwicklung als Berater*innen und Begleiter*innen der verschiedenen Abteilungen und Mitarbeiter*innen ihrer Organisation, was zuweilen zu einem Rollenkonflikt führen kann, wenn sie auch für die Qualitätssicherung zuständig sind.

Die Überprüfung der festgelegten Standards erfolgt meist in sogenannten Audits, die sowohl intern, als auch, wie bei den oben genannten Siegeln durch externe Prüfstellen vorgenommen werden können. Mit einem eigenen Qualitätsmanagementsystem garantieren Firmen und Einrichtungen, dass sie in der Lage sind, selbstgesteckte sowie vorgegebene Qualitätsstandards selbständig (intern) zu überprüfen und zu garantieren.
Im Falle von Hochschulen ist das zum Beispiel bei systemakkreditierten Hochschulen wie der Universität Potsdam der Fall, die nach einer grundsätzlichen Prüfung ihres Qualitätsmanagementsystems garantieren, dass sie innerhalb der eigenen Organisation in der Lage sind, für die Qualitätssicherung ihrer Studiengänge zu sorgen, so dass sie nicht mehr jeden einzelnen Studiengang durch eine externe Akkreditierungsagentur prüfen lassen müssen.

Die Idee des Qualitätsmanagements stammt ursprünglich aus dem betriebswirtschaftlichen Kontext, weswegen sich die Maßnahmen häufig an marktwirtschaftlichen Kriterien wie Effizienz oder Rentabilität ausrichten. Mittlerweile zählt es aber zu den generellen Kernaufgaben moderner Geschäftsführung und hat auch in anderen Bereichen wie dem Bildungs- und Gesundheitswesen Einzug erhalten, was nicht überall kritiklos blieb. Es ist daher essentiell, dass sich die Qualitätsziele am jeweiligen Selbstverständnis der Organisation ausrichten.
Da es ein Qualitätsmanagementsystem in den unterschiedlichsten Branchen gibt, steht der Beruf von Kultur- und Sozialwissenschaften (etwa für das QM von Kultur-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen) bis zu Ernährungswissenschaften (für die Lebensmittelbranche) grundsätzlich vielen Studiengängen offen. Ein Großteil der Stellenangebote ist aber im QM von Industrie- und Wirtschaftsunternehmen für Absolvent*innen der Betriebswirtschaftslehre sowie technisch-naturwissenschaftlicher Studiengänge angesiedelt. Voraussetzung für den Einstieg sind meist erste praktische Erfahrungen sowie Kenntnisse der für die jeweilige Branche gültigen Qualitätsnormen und Standards, wofür es auch eine Vielzahl von Weiterbildungen auf dem Markt gibt.

Margit Reimann

arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Hochschulstudien am Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium der Universität Potsdam

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