Prof. Dr. Ottmar Ette
Professur für französisch- und spanischsprachige Literatur
Publikationen
Ottmar Ette ÜberLebenswissenDie Aufgabe der PhilologieBerlin: Kulturverlag Kadmos, 2004. [318 p.]
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Inhaltsverzeichnis
Aufbruch
Literatur als Lebenswissen
Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft?
Jenseits der Lebenskraft. Vom Lebenswissen und vom Eigen-Leben des Literarischen. Biowissenschaften und Lebenswissenschaften. Die fundamental-komplexen Systeme des Lebendigen und des Literarischen.
Eins. Horizont
Der globalisierte Wissensraum.
Perspektiven einer Wissenschaft für das 21. Jahrhundert.
Eine Kultur, zwei Kulturen, drei Kulturen. Transdisziplinarität und Weltanschauung. Weltbewußtsein und Werk eines Lebens. Humboldtian Writing, Popularisierung und Demokratisierung des Wissens. Eine Wissenschaft für das 21. Jahrhundert.
Zwei. Atlanten
Die Aufgabe der Philologie
Von Klassikern romanistischer Literaturwissenschaft.
Die Lust am Text. Für eine Fachgeschichte der Schreibformen. Erich Auerbach oder die Mimesis des wissenschaftlichen Subjekts. Hugo Friedrich oder das rettende Rückgrat des Erkenntniswillens. Werner Krauss oder die Auseinandersetzung mit den Grundproblemen. Erich Köhler oder der Einfall des Zufalls. Für eine Literaturwissenschaft ohne festen Wohnsitz und dsa Romanistenmögliche.
Drei. Kreuzung
Der Romanist als Romancier.
Eine Lebenslehre als Überlebenswissen.
Die Postleitzahl der Literatur. Schreiben ohne Ende. Eine Literatur der Grenze. Vom Beruf des Menschen. Kryptophilologie als Überlebenslehre. Eine Literatur der Grenze.
Vier. Treibstoff
Körper Wissen Lust.
Der Entwurf einer leibhaftigen Literaturwissenschaft.
Die Sprache als Haut. Multiple Logiken der Lust am/im Text. Lüste des Körpers, Lüste des Leibes und Abenteuer des Wissens. Körper Wissen Lust. Die Dummheit des Körperleibs. Und wenn Erkenntnis lustvoll wäre?
Fünf. Standortbestimmung
Wissenschaft als Kinderspiel.
Anmerkungen zum Spiel der (Geistes-)Wissenschaften.
Wissenschaft als Vorurteil. Wissenschaft als Rollenspiel. Wissenschaft als Machtspiel. Wissenschaft als fröhliche Wissenschaft. Wissenschaft als kritische und als positivistische Wissenschaft. Wissenschaft als Kinderspiel.
Sechs. Auswanderung
Leben über Leben.
Überlebenswissen aus der Verdoppelung.
Leben doppeln. Weltgeschichte und Lebensgeschichte ohne Geländer. Auto/biographisches Schreiben und Überlebenswissen. Leben im Zwielicht und Muttersprache als Vaterland.
Sieben. Lager
Manuskripte von Vogelfreien.
Zwischen homo sacer und homo ludens.
Vertrautheit des Ausnahmezustands. Todesarten unter der totalen Herrschaft. Theorie des kommunikativen Raben. Elemente und Ursprünge totaler Friktion. Die nackte Macht und das souveräne Leben. Das Spiel (in den Zeiten) des Lagers. Vom Rücken des Stieres.
Acht. Einwanderung
Der Spiritus vector Europas.
Vaterländer und Muttersprachen.
Der Mythos der Grenze und der Mythos Europa. Die gerettete Mutter Zunge. Die Karawanserei der Kulturen. Lyrik in/nach den Zeiten der Migration. Spiritus vector oder das Schreiben im Schatten des homo sacer.
Neun. Reisegesellschaft
Differenz Macht Toleranz. Acht Thesen
und der Versuch eines Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik.
Wissen und Wissenschaften vom Zusammenleben. Toleranz beruht auf einem Machtgefälle und setzt Normen, die der Macht gefallen. Toleranz ist gestundete Zeit, Duldung auf Widerruf. Toleranz läßt den Anderen und das Andere weder zu Wort noch zu sich kommen. Toleranz tendiert zur Verstärkung vorhandener Grenzziehungen zwischen Eigenem und Fremdem. Toleranz ist ein Stillhalteabkommen mit der Vielfalt. Toleranz essentialisiert Differenz und trägt zur Ausgrenzung bei. Toleranz auf der Basis einer Anerkennung von Differenz, des Fremden im Eigenen, verläßt den Diskurs der (In-)Toleranz. Toleranz basiert auf einer binären, Differenz auf einer relationären Logik: Differenz Macht Toleranz.
Über das Buch
Dank faszinierender Versehensmodelle und beeindruckender Forschungsergebnisse, die mehr und mehr auf Bereiche des Alltagslebens und der Zukunftssicherung durchschlagen, wurden die Biowissenschaften zu den Wissenschaften vom Leben schlechthin proklamiert. Das Rätsel des Lebens schien nun entzifferbar: als rechendbare und letzlich berechenbare Kette, als Code.
Doch in den traditionellen Geisteswissenschaften beginnt man zu begreifen, dass der menschliche Körper nicht mehr nur aus motivgeschichtlicher Sicht erforscht und ansonsten als "Natur" den medizinisch-naturwissenschaftlichen Forschungen überlassen werden kann, sondern dass neue Formen inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit dringend geboten sind.
Der Potsdamer Romanist Ottmar Ette befragt und analysiert den Begriff vom Lebenswissen in Wissenschaft und Literatur in der Form unterschiedlichster Konstrukte und Diskursformationen. Leben und Lust, Körper und Wissen, Spielformen literarischen Schreibens und Schreibformen literaturwissenschaftlichen Spiels sollen bei der Findung und Erfindung neuer Wissensräume in die Konstruktion wissenschaftlicher Objekte eingehen und zugleich deren wissenschaftliche Subjekte verändern.


