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Das Projekt MuDiRe

Gesellschaftliche Vielfalt prägt den schulischen Alltag zunehmend. Schüler:innen unterscheiden sich nicht nur in ihren Lernvoraussetzungen, sondern auch hinsichtlich sozialer Herkunft, Mehrsprachigkeit, Geschlecht, Motivation oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Diese Vielfalt verstehen wir in MuDiRe nicht als Herausforderung, sondern als Potenzial für gemeinsames Lernen.

Ziel des Projekts ist es, Unterrichtsansätze zu entwickeln, die dieser multidimensionalen Vielfalt gerecht werden und sie aktiv als Ressource in kooperativen Lernprozessen nutzen. Dabei verbindet MuDiRe Erkenntnisse aus Bildungsforschung, Unterrichtsentwicklung, Medienbildung und Demokratieforschung und setzt konsequent auf eine partizipative Zusammenarbeit mit Akteur:innen aus Schule und Bildungspraxis.

Projektziele

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten und zugleich praxistauglichen, skalierbaren Rahmenkonzepts für den Unterricht in der Sekundarstufe I. Dieses Rahmenkonzept zeigt auf, wie individualisierte und kooperative Lernformen sinnvoll miteinander verbunden werden können, um

  • Bildungs- und Teilhabechancen zu verbessern,
  • soziale Eingebundenheit und Kooperation zu stärken und
  • demokratische Werte und Kompetenzen zu fördern.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verknüpfung digitaler und analoger Lernformate, um sowohl an die Lebenswelt der Lernenden anzuknüpfen als auch demokratisches Lernen im digitalen und analogen Raum zu ermöglichen.

Umsetzung im Unterricht

Auf Grundlage des Rahmenkonzepts werden im Projekt drei diversitätssensible Unterrichtsreihen für die Sekundarstufe I entwickelt. Diese folgen einem gemeinsamen didaktischen Grundmuster aus

  • vorbereitenden digital-individualisierten Lernphasen,
  • digital-kooperativen Lernsettings und
  • analog-kooperativen Phasen im Klassenraum.

Die Unterrichtsreihen fördern sowohl fachliche Kompetenzen (z. B. Lesekompetenz oder demokratische Kompetenzen) als auch überfachliche Kompetenzen wie Kooperationsfähigkeit, soziale Eingebundenheit und Interesse am Lernen. Alle Materialien werden so gestaltet, dass sie ressourcenschonend, flexibel und in unterschiedlichen schulischen Kontexten einsetzbar sind.

Forschung und Evaluation

MuDiRe verbindet Entwicklung und Forschung eng miteinander. Die Wirksamkeit der Unterrichtsreihen sowie die Bedingungen einer erfolgreichen Umsetzung werden in einem experimentellen Prä-Post-Follow-up-Design an Schulen der Sekundarstufe I untersucht. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, unter welchen Bedingungen diversitätssensibler, kooperativer Unterricht besonders lernwirksam ist und wie er nachhaltig in schulische Praxis integriert werden kann.

Kooperation, Transfer und Verstetigung

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist der Transfer der Ergebnisse in die Bildungspraxis. Die entwickelten Materialien und Konzepte werden in die Lehrkräftebildung eingebunden, als Open Educational Resources (OER) bereitgestellt und über bestehende Netzwerke verbreitet. Darüber hinaus wird ein dauerhaftes Netzwerk aus Wissenschaft, Schule, Praxis und Administration aufgebaut, das den Austausch fördert und die Weiterentwicklung der Ansätze über die Projektlaufzeit hinaus unterstützt.

MuDiRe möchte als Projekt einen Beitrag zur Entwicklung inklusiver, wirksamer und zukunftsorientierter Lernumgebungen leisten, in denen Vielfalt als Ressource für gemeinsames Lernen und demokratisches Zusammenleben genutzt wird.