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Workshop an der Universität Luxemburg, 27. Juni - 1. Juli 2022:

,Theorie und Praxis der Mehrsprachigkeit'

 

Ankündigung

 

Der Workshop beleuchtet die Pluralität der Sprachen im modernen wie vormodernen Europa: Unter welchen historischen, politischen und kulturellen Bedingungen bilden sich die modernen Nationalsprachen, wie wir sie heute kennen, überhaupt aus? Welche aus der Tradition übernommenen Vorstellungen von Sprachvielfalt tragen zu ihrer Herausbildung bei? Was unterscheidet eine Sprache von einem Dialekt oder ist diese Unterscheidung nicht vielmehr kontingent? Welche Probleme, aber auch welche Möglichkeiten ergeben sich, wenn Sprach- und Ländergrenzen nicht identisch sind?

Luxemburg, wo neben der Nationalsprache Luxemburgisch, dem Französischen als Gesetzessprache und dem Deutschen als dritte Amts- und Justizsprache natürlich auch Englisch, Portugiesisch, Italienische und viele andere Sprachen gesprochen werden, ist der ideale Ort, um diese Probleme zu diskutieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, ob und inwiefern Mehrsprachigkeit als Teil des europäischen Kulturerbes zu betrachten und entsprechend zu konservieren ist.

Der Workshop setzt drei Schwerpunkte: Erstens diskutiert die Studierendengruppe ausgewählte Grundlagentexte zur Geschichte und Theorie der Mehrsprachigkeit in Europa. Zweitens wird sie mit der Sprachensituation Luxemburgs und seiner Literatur bekannt gemacht. Drittens sollen Führungen durch Luxemburg-Stadt, den ehemaligen Industriestandort und jetzigen Universitätscampus Esch-Belval und den Europäischen Gerichtshof den gelebten Alltag der europäischen wie luxemburgischen Mehrsprachigkeit erfahrbar machen.

 

Programm

27.06.22 Anreise und erster Arbeitstag

12:00 Begrüßung und Eröffnung des Workshops
13:00 Vorstellungsrunde
13:30 Präsentation der Studien- und Forschungsschwerpunkte der einzelnen Standorte
15:00 Vorstellung der thematischen Schwerpunkte des Workshops
19:30 Abendessen

28.06.22 Treffen am Hotel
9:30–12:30 Stadtführung mit Michel Pauly
12:30–14:00 Mittagessen
14:00–17:30 Besuch des Europäischen Gerichtshofs
19:00 Abendessen

29.06.22 Esch-Belval, Maison des Sciences Humaines, Black Box
10:00–11:30 Anne-Marie Millim / Till Dembeck: Nachdenken über Sprachvielfalt in der europäischen Tradition – Schlaglichter
11:45–13:15 Andris Levāns: Sprachvielfalt im Mittelalter
13:15–14:30 Mittagessen
14:30–16:00 Anne-Marie Millim / Till Dembeck: Muttersprache und Literatur
16:15–17:15 Anne-Marie Millim: Batty Webers Abreißkalender
17:30–18:30 Martin Uhrmacher: Karten und ihre Sprache(n) - Zur Genese eines mehrschichtigen
Wissensträgers und Perspektiven seiner Nutzung im Kontext von Cultural Heritage

19:30 Abendessen

30.06.22 Esch-Belval, Maision des Sciences Humaines, Black Box
10:00–11:30 Nathalie Jacoby: Luxembourg’s Many Voices. Multilingualism in Literature
11:45–13:15 Mélanie Wagner: Sprachvielfalt in Luxemburg (Arbeitstitel)
13:15–14:30 Mittagessen
14:30–17:00 Führung durch Esch-Belval – anschließend individueller Besuch von Ausstellungen der Kulturhauptstadt Esch 2022
ab 17 Uhr Teilnahme am Fakultätsfest

01.07.22 Letzter Arbeitstag und Abreise, Luxemburg Stadt

10:00–12:00 Ergebnissicherung des Workshops
12:00–13:30 Mittagessen
14:00–16:00 Stadterkundungen unter dem Gesichtspunkt des Kulturerbes