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Affective Media Studies

Am DFG-Netzwerk "Affective Media Studies" sind Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Dr. Bernd Bösel und Naomie Gramlich B.A. beteiligt.

Unter der Bezeichnung Affective Media Studies sind medientheoretische, medienhistorische, medienästhetische sowie ethisch–politische Fragestellungen versammelt, die die Emergenz affekt–intensiver Milieus untersuchen. Gemeint sind damit Beziehungsgefüge zwischen Menschen, Objekten und Umwelten, die insbesondere durch die technologische Entwicklung automatischer Systeme der Erkennung, Regulation, Produktion und Zirkulation von Affekten eine erstaunliche Verdichtung erfahren. Mit den Befunden der Medientheorie, der Kulturwissenschaften, der historischen Emotionsforschung und der kontinentalen Philosophie gehen die Affective Media Studies davon aus, dass Affekte, Emotionen und Stimmungen immer schon in technische, diskursive, ökonomische und soziopolitische Regimes eingespannt sind. Dies betrifft sowohl affektbezogene Kulturtechniken sowie Selbsttechniken als auch medientechnisch gestützte Subjektivierungs– und Kollektivierungspraxen. Die Fragestellungen und theoretischen Bezüge der Affective Media Studies sind notwendigerweise heterogen und abhängig vom untersuchten Problemkontext. Vor allem zeigt sich für die Affective Media Studies die Notwendigkeit, Begriffe für die Verschränkung des Affektiven und des Medialen zu entwickeln, um dieses komplexe Feld in den 21st Century Humanities — auch und gerade unter ethisch–politischen Prämissen — auf der Höhe der Zeit zu untersuchen. Angesichts der Schürung von Ressentimentgefühlen, von hate speech und dem irrationalen Beharren auf gefühlten Fakten nicht nur in den Sozialen Medien erhält diese Aufgabe eine besondere Dringlichkeit.