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Neues

 

10.1.2018

CFP: Spürtechniken. Von der Wahrnehmung der Natur zur Natur als Medium

Workshop, Potsdam, 24. bis 26. Mai 2017
Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam in Kooperation mit der
Medienkulturwissenschaft, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Organisatorinnen
Desiree Förster (Universität Potsdam)
Birgit Schneider (Universität Potsdam)
Evi Zemanek (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Der Begriff der Natur wurde und wird disziplinübergreifend neu diskutiert, kritisiert und stellenweise abgeschafft. „Nach der Natur“ hieß 2010 ein Essay von Ursula Heise, der die Frage des Artensterbens in einem wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Zusammenhang diskutierte; in „Ökologie ohne Natur: Eine neue Sicht der Umwelt“ argumentiert Timothy Morton, dass unser Bild von der Natur einen angemesseneren Umgang mit unserer Umwelt verhindert; dem gegenüber steht eine Bewegung, die versucht, Natur als das Elementare wieder einzufangen, für die beispielhaft John Durham Peters stehen mag, der 2015 eine Philosophie der elementaren Medien entwarf, in der er Natur als Medium fasst.
Auf der Tagung sollen Wahrnehmungsfragen im weiten Rahmen der Möglichkeiten und Fallstricke einer gegenwärtigen Naturästhetik diskutiert werden, indem die Medialität der Natur in Wissenschaft und Kunst Beispiele ausgelotet wird. Was sagen twitternde Bäume und sensorisch überwachte Umwelten über das Potential medialer Spürtechniken jenseits Natur-Kultur-Dichotomien aus, welche Einfühlungstechniken in Pflanzen können uns empfindsam werden lassen für unsichtbare und komplexe Prozesse wie den Klimawandel, welche visuellen Wahrnehmungen ermöglichen Karten, die über remote-sensing den Zustand der Natur beobachten? Welches Wahrnehmungsdispositiv kann behaupten, „die meisten Menschen könnten den Klimawandel nicht direkt spüren“ und was für Folgen hat dies? Kann der Begriff der Atmosphäre, zugleich meteorologisch und ästhetisch gedacht, dazu dienen, das Natürliche nicht als Gegenüberstehendes, sondern als das uns Umgebende und uns Durchdringende neu zu fassen? Sind Phänomene wie Solastalgia ein Symptom wiederaufkommender Sehnsucht nach verlorener Ganzheit, oder zeichnet sich hier eine empfundene Hilflosigkeit gegenüber Klimawandel, Artensterben, Luftverschmutzung ab, die die Notwendigkeit neuer Wissens- und
Handlungsweisen aufzeigt?
Wir wünschen Beiträge zu folgenden Themen:
a) subjektiv-humane Spürtechniken einer Natur (Gefühl, Stimmung, Atmosphäre, Solastalgia)
b) medial-apparative Spürtechniken einer ‚empfindsamen, sensiblen’ Natur (sensing-Technologien)

CfP: Einreichungen eines Abstracts im Umfang von maximal 500 Wörtern können bis zum
9.2.2018 an medienoekologie@uni-potsdam.nomorespam.de geschickt werden.

Die Tagung findet im Anschluss an das erste Netzwerktreffen der AG Eco Media – Medien der
Natur statt.

5.1.2018

Empfindsame Technologien – Neues Forschungskolleg an Hochschulen Brandenburgs

Alltagsgegenstände scheinen heute mit einem „technischen Empfindungsvermögen“ aufgeladen: In Smartphones, Autos, Kleidung, Haushaltstechnologien oder Spielzeug – überall finden sich Sensoren. Und nicht nur Dinge, ganze Städte entwickeln sich zu sensorischen Netzwerken. Was Sensoren erfassen und wie sie uns steuern, erforscht das neue Forschungskolleg „SENSING: Zum Wissen sensibler Medien“. Die VolkswagenStiftung fördert es ab Juni 2018 für vier Jahre mit rund 1,6 Millionen Euro. Sieben Doktorandinnen und Doktoranden und ein Postdoc werden Sensortechnologien, sensorisches Design und technisch-organische Operationen in Theorie und Praxis untersuchen. Beteiligt sind neben der Universität Potsdam die Fachhochschule Potsdam, die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg.

„Sensoren verleihen Dingen und Maschinen die Fähigkeit, zu ‚spüren‘. Das heißt: Sie erfassen Informationen“, sagt die Sprecherin des Forschungskollegs Prof. Dr. Marie-Luise Angerer von der Universität Potsdam. „Sensorische Maschinen kontrollieren Interaktionen zwischen Menschen und smarten Dingen oder Umgebungen, indem sie zum Beispiel die menschliche Sinneswahrnehmung durch Eyetracking, Bewegungs- und Bildsensoren oder Verfahren der Emotionserkennung steuern“, erklärt die Medienwissenschaftlerin. Solchen aktuellen Entwicklungen computertechnisch-vernetzter Sensorik werde sich das Graduiertenkolleg widmen.
Das Format ist sowohl auf medientheoretische Fragen als auch auf gegenwärtige Praxis- und Arbeitsfelder ausgerichtet: Die Promovierenden werden eine einjährige Praxisphase bei Partnerinstitutionen und -unternehmen durchlaufen, so unter anderem bei der Art + Com AG, der Deutschen Welle, dem  Computerspielmuseum Gamehouse GmbH, dem Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, dem  Cornelsen Verlag oder auch dem Museum für Kommunikation Berlin. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich bereits seit Längerem mit der Ästhetik und Kulturgeschichte, der Theorie und Ökologie und dem Gebrauch von Medien auseinandersetzen. „Das Kolleg hat aus unserer Sicht Vorbildcharakter, weil es den Promovierenden nicht nur Forschungsmöglichkeiten bietet, sondern sie auch in verschiedene außeruniversitäre Berufsfelder einführt“, so Jens Rehländer von der VolkswagenStiftung zur Begründung der Förderung.
Den organisatorischen Mittelpunkt für das Forschungskolleg bildet das Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM) als gemeinsame Forschungseinrichtung der Hochschulen des Landes Brandenburg.

Beginn des Graduiertenkollegs ist der 1.10.2018

Kontakt: Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Institut für Künste und Medien
Telefon: 0331 977-4170
E-Mail: angerer@uni-potsdam.de
Internet: http://www.uni-potsdam.de/de/medienwissenschaft/professur-fuer-medientheorie-medienwissenschaft.html

17.2.2017

Klimabilder im Netz – VolkswagenStiftung fördert Forschungskooperation der Uni Potsdam, FH Potsdam und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

Klimabilder im Internet stehen im Mittelpunkt des Projekts „New potentials for analyzing networked images – Similarity as a criterion for comparing images in image studies, computer and visualization science using the example of climate images on the web“, das die VolkswagenStiftung in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 425.000 Euro fördert. Bilder des Klimas und des Klimawandels sind ein Forschungsschwerpunkt der Medienökologin Prof. Dr. Birgit Schneider (Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam), die im Rahmen des Projekts mit Sebastian Meier (Interaction Design Lab der Fachhochschule Potsdam) und Dr. Thomas Nocke (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e. V.) zusammenarbeiten wird.  

Das Vorhaben knüpft an eine bereits bestehende Bilddatenbank sowie die Digital Humanities an und untersucht die Analysemöglichkeiten von Bildern mittels digitaler Methoden des Vergleichs. „Wir werden kunsthistorische Methoden mit aktuellen Bildanalysealgorithmen verbinden, wobei uns die Potenziale und Grenzen beider Methoden besonders interessieren“, sagt Prof. Dr. Schneider. „Dabei  fragen wir auch nach dem Stellenwert digitaler Klimabilder für Wissenschaft, Politik und Kultur.“  

Kontakt:
Prof. Dr. Birgit Schneider
E-Mail: birgit schneider@uni-potsdam.nomorespam.de

17. November 2016

Bundestag ermöglicht Gründung der weltweit größten Sammlung für Computerspiele

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Realisierung der weltweit größten Sammlung für Computer- und Videospiele beschlossen und dafür Mittel ab 2017 zur Verfügung gestellt.

Durch die Zusammenlegung der Bestände des Computerspielemuseums, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und der Computerspielesammlungen des Zentrums für Computerspielforschung der Universität Potsdam (DIGAREC) und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin soll nun in zwei Stufen die weltweit umfangreichste und bedeutendste Sammlung mit mehr als 50.000 Computer- und Videospielen entstehen. In der ersten Phase soll 2017 eine gemeinsame digitale Datenbank geschaffen und öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Danach sollen in einer zweiten Phase die Sammlungen an einem Standort auch physisch zusammengeführt und zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden. Die Stiftung Digitale Spielekultur organisiert und koordiniert das Projekt.

Kontakt:
Dr. Sebastian Möring
sebastian.moering@uni-potsdam.nomorespam.de