Wettbewerb „AVRiL 2020 – Gelungene VR/AR-Lernszenarien“

Der Arbeitskreis VR/AR-Learning der GI-Fachgruppen Bildungstechnologien und VR/AR rief 2020 in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband erneut zum Wettbewerb „AVRiL 2019 – Gelungene VR/AR-Lernszenarien“ auf.

Methoden und Werkzeuge der virtuellen und augmentierten Realität (VR und AR) werden aufgrund des aktuellen technischen Fortschritts zunehmend zu einer Alltagserscheinung. Eine der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten ist der Einsatz in Lernkontexten. Fehlend sind bisher jedoch noch allgemeingültige Empfehlungen zum Aufbau solcher Lernkontexte. An dieser Stelle setzte der Wettbewerb an, indem er nach aktuellen, effektiven Lernszenarien unter Einbeziehung von VR- und AR-Technologien suchte.

Auswahlverfahren

In diesem Jahr wurde die überwältigende Anzahl von 27 Beiträgen für den Wettbewerb um den AVRiL 2020 eingereicht. Jeder der insgesamt 27 Beiträge wurde von mindestens 3 und maximal 5 Gutachtern bewertet, die Punkte in 11 gleichgewichteten Kategorien vergaben. Die Kategorien Inhaltliche Qualität, Darstellung, Praktische Bedeutung, Beitrag zur Theoriebildung, Innovationsgrad und Wettbewerbsrelevanz wurden quantitativ beantwortet. Zusätzlich qualitativ äußerten sich die Gutachter zu den Punkten Lernzielerreichung, Angemessenheit des didaktischen Designs, Reifegrad, Evaluation und Übertragbarkeit.

In einer Jury-Sitzung (Anja Richert, Heinrich Söbke, Matthias Weise und Raphael Zender) wurde basierend auf dem Votum der Gutachter und den oben genannten qualitativen Kriterien, der Siegerbeitrag bestimmt, der auch mit dem vom Stifterverband bereitgestellten Preisgeld bedacht wird. Aufgrund der hohen Qualität der Beiträge wurden zwei weitere Beiträge in Silber und in Bronze ausgezeichnet. Wir sind uns bewusst, dass diese Entscheidung subjektiv ist und der exzellenten Qualität der nicht ausgezeichneten Beiträge nicht gerecht wird.

Wettbewerbsergebnis

Mit dem AVRiL 2020 – Preis des Stifterverbandes für gelungene VR/AR-Lernszenarien werden ausgezeichnet:

Gesamtsieger und Gewinner des Hauptpreises

Virtual Reality Moves: Bewegung im digitalen Lernlabor
von Caterina Schäfer, Kim Lipinski, Anna-Carolin Weber und David Wiesche

Begründung der Jury: Das Lernszenario „Virtual Reality Moves” überzeugt mit mehreren Besonderheiten. Zum einen handelt es sich hier um ein Lehrkonzept zur Förderung forschenden Lernens in einer kompletten Lehrveranstaltungsreihe. Zum anderen werden direkt am Markt verfügbare Software- und Hardwarekomponenten eingesetzt. Hervorzuheben ist, dass VR hier als Medium genutzt wird, um unter anderem das Lehrziel der Entwicklung einer forschenden Haltung zu erreichen. Das didaktische Design unter Nutzung von Ansätzen wie Flipped Classroom und Interdisziplinarität ist zu loben. Obschon das Thema Bewegung eher spezifisch ist, wurde die Übertragbarkeit der Ergebnisse durch die Erprobung an zwei Institutionen unter Beweis gestellt. Daher ist das Konzept als übertragbar einzuschätzen, besonders auf die Einbettung von VR-Phasen in eine Lehrveranstaltung. Insgesamt wird „Virtual Reality Moves“ nicht zuletzt durch das passgenaue, wohlüberlegte und zeitgemäße didaktische Design unter Nutzung von VR-Technologie mit dem AVRiL 2020 – Preis des Stifterverbandes für gelungene VR/AR-Lernszenarien ausgezeichnet und zeigt damit, dass spannende MR-basierte Lehre auch ohne hohe Entwicklungsaufwände machbar ist und in der Gegenwart angekommen ist.

Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von € 1.000 durch den Stifterverband dotiert.

AVRiL 2020 – Silber –

DigiTwin: didact Maschinen verstehen mit dem Digitalen Zwilling in AR/VR-Lernszenarien
von Jana Hönig, Marc Schnierle, Timm von Bergen, Christopher Polak und Sascha Röck

Begründung der Jury: Der Beitrag DigiTwin:didact überzeugt durch die Kombination digitaler Methoden: der Digitale Zwilling stellt die Datengrundlage für AR/VR-basierte Lernszenarien bereit. Der genutzte Plattform-Ansatz erlaubt eine leichte Anpassbarkeit. Gelobt werden die systematische Ausarbeitung von Lehrzielen sowie die gelungene Nutzung der spezifischen Vorteile von AR und VR. Die Übertragbarkeit wurde durch die Nutzung der Plattform in unterschiedlichen Kontexten mehrfach unter Beweis gestellt. Insgesamt ist DigiTWin:didact als ein ausgereiftes Konzept, dass Maßstäbe setzt, zu bezeichnen und wird daher mit dem AVRiL 2020 – Silber – ausgezeichnet.

AVRiL 2020 – Bronze –

Mit Mixed Reality den großen Hörsaal in den kleinen Seminarraum bringen
von Kathrin Hohlbaum, Samira Khodaei, Esther Borowski und Ingrid Isenhardt

Begründung der Jury: Das MR-basierte Stimmtraining stellt einen relevanten Beitrag für die Dozentenausbildung durch gezielte Nutzung der Vorteile von VR dar. Als innovativ wird die akustische Nachbildung von Hörsälen gesehen. Gelobt wird gleichfalls das hybride Szenario, das VR als ein Werkzeug zur Optimierung von Seminaren zum Stimmtraining nutzt. Das Szenario stellt das Stimmtraining in den Mittelpunkt, wird aber als sehr gut übertragbar auf weitere Aspekte des Vortragens, wie beispielsweise Sprechangst gesehen. Insgesamt ist das MR-basierte Stimmtraining ein gelungenes Beispiel für die qualitative Anreicherung von Lehrveranstaltungen durch VR-Technologie und wird daher mit dem AVRiL 2020 – Bronze – ausgezeichnet.

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Ausgezeichneten und einen ebenso herzlichen Dank an alle Teilnehmenden, die diesen Wettbewerb erst lebendig werden lassen und zu einem inspirierenden Spiegel des aktuellen Standes von VR/AR-Learning machen! Auch den Gutachtern wird herzlich für ihre mühevolle Detailarbeit gedankt!

Begutachtungskomitee

  • Timo Ahlers (Universität Potsdam)
  • Jannicke Baalsrud Hauge (BIBA Bremen)
  • Maria Bannert (TU München)
  • Lars Brehm (Munich University of Applied Science)
  • Thomas Bröker (TH Nürnberg)
  • Mario Donick (vFlyteAir Simulations)
  • Sabrina Eimler (Hochschule Ruhr West)
  • Volker Eisenlauer (Universität der Bundeswehr München)
  • Torsten Fell (Institute for Immersive Learning)
  • Frank Gabler (Hochschule Darmstadt)
  • Tina Haase (Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF)
  • Sebastian Habig (Universität Duisburg-Essen)
  • Frank Höwing (in-tech GmbH, Braunschweig)
  • Felix Kapp (TU Berlin)
  • Ralph Kölle (Universität Hildesheim)
  • Matthias Kohl (Hochschule der Bundesagentur für Arbeit)
  • István Koren (RWTH Aachen)
  • Carsten Lecon (Hochschule Aalen)
  • Jörg Londong (Bauhaus-Universität Weimar)
  • Tobias R. Ortelt (TU Dortmund)
  • Anke Petschenka (Universität Duisburg-Essen)
  • Thies Pfeiffer (Hochschule Emden Leer)
  • Anja Richert (TH Köln)
  • Nina Schiffeler (RWTH Aachen)
  • Ludger Schmidt (University of Kassel)
  • Sven Schneider (Bauhaus-Universität Weimar)
  • Pia Spangenberger (TU Berlin)
  • Timo Steyer (TU Braunschweig)
  • Valerie Varney (TH Köln)
  • Marcus Ventzke (Institut für digitales Lernen, Eichstätt)
  • Matthias Weise (Universität Potsdam)
  • Mario Wolf (Bauhaus-Universität Weimar)
  • Steffi Zander (Hochschule Magdeburg Stendal)
  • Dietmar Zenker (Hochschule Fresenius)
  • Benjamin Zinger (TH Nürnberg)
  • Bernd Zinn (Universität Stuttgart)

 

Zeitplan

Frist für die Einreichung von Beiträgen: 28.06.2020
Benachrichtigung der Preisträger: 16.08.2020
Preisverleihung: 29.09.2020 auf dem „Tag des VR/AR-Learnings“

Ansprechpartner

  • Dr. Heinrich Söbke (Bauhaus-Universität Weimar)
  • Dr. Raphael Zender (Universität Potsdam)

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