Wettbewerb „AVRiL 2019 – Gelungene VR/AR-Lernszenarien“

Der Arbeitskreis VR/AR-Learning der GI-Fachgruppen E-Learning und VR/AR rief auch 2019 in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband zum Wettbewerb „AVRiL 2019 – Gelungene VR/AR-Lernszenarien“ auf.

Methoden und Werkzeuge der virtuellen und augmentierten Realität (VR und AR) werden aufgrund des aktuellen technischen Fortschritts zunehmend zu einer Alltagserscheinung. Eine der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten ist der Einsatz in Lernkontexten. Fehlend sind bisher jedoch noch allgemeingültige Empfehlungen zum Aufbau solcher Lernkontexte. An dieser Stelle setzte der Wettbewerb im zweiten Jahr in Folge an, indem er nach aktuellen, effektiven Lernszenarien unter Einbeziehung von VR- und AR-Technologien suchte.

Auswahlverfahren

Insgesamt wurden 7 Beiträge eingereicht. Jeder der Beiträge wurde von mindestens 4 Gutachtern bewertet, die Punkte in 6 Kategorien vergaben (Inhaltliche Qualität, Darstellung, Praktische Bedeutung, Beitrag zur Theoriebildung, Innovationsgrad, Wettbewerbsrelevanz). Qualitativ äußerten sich die Gutachter zu den Punkten Lernzielerreichung, Angemessenheit des didaktischen Designs, Reifegrad, Evaluation und Übertragbarkeit.

In einer Jury-Sitzung wurde basierend auf dem Votum der Gutachter und den oben genannten qualitativen Kriterien, der Siegerbeitrag bestimmt. Aufgrund der hohen Qualität der Beiträge mit Alleinstellungsmerkmalen wurde weitere Beiträge in zusätzlichen Kategorien ausgezeichnet.

Wettbewerbsergebnis

Mit dem AVRiL 2019 – Preis des Stifterverbandes für gelungene VR/AR-Lernszenarien werden ausgezeichnet:

Gesamtsieger und Gewinner des Hauptpreises

Augmented Reality Chemistry – Förderung internaler Modellrepräsentation in Organischer Chemie durch AR
von Sebastian Habig

Begründung der Jury: Ein sehr herauszustellendes Merkmal der AR-Anwendung Augmented Reality Chemistry ist die theoriegeleitete Entwicklung: AR-Technologie wurde nicht einfach angewendet, sondern es wurden gezielt kognitionspsychologische Theorien zum Multimedialen Lernen als Leitlinien des Entwurfs der Anwendung genutzt. Ebenfalls gelobt werden der Reifegrad und die Übertragbarkeit auf andere Disziplinen sowie auch auf andere Medien. Damit steht eine Anwendung zur Verfügung, die unter Nutzung von Standard-Hard- und Software herkömmliche Medien wie Texte mit 3D-Modellen ergänzen kann. Sie erleichtert hier damit das Verständnis chemischer Zusammenhänge, bietet einen signifikanten medienspezifischen Mehrwert und wird daher mit dem AVRiL 2019 – Preis des Stifterverbandes für gelungene VR/AR-Lernszenarien ausgezeichnet.

Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von € 1.000 durch den Stifterverband dotiert.

Sonderauszeichnung in der Kategorie „VR in der beruflichen Bildung“

Eine Anwendung der Virtuellen Realität für das schulische physikalische Umfeld
von Qi Guo, Benjamin Ditton und Bernd Zinn

Begründung der Jury: Die Anwendung stellt die dynamische Visualisierung sonst nicht sichtbarer physikalischer Vorgänge in den Vordergrund. Es wird ihr ein weit fortgeschrittener Reifegrad und eine hohe Übertragbarkeit attestiert. Das didaktische Design wird gelobt als „ausdifferenziert, vielschichtig und nachvollziehbar“. Die Evaluation ist belastbar und praxisnah. Das Lernszenario wird insgesamt als „interessant, durchdacht, gut dargestellt, anregend“ gelobt und daher mit dem AVRiL 2019 in der Kategorie VR in der beruflichen Bildung ausgezeichnet.

Sonderauszeichnung in der Kategorie „Interaktive 360°-Videos“

Umsetzung einer 3D-360°-Lerneinheit in der praktischen Ausbildung von Handwerker
von Johannes Funk, Anna Klingauf, Angela Lüüs und Ludger Schmidt

Begründung der Jury: Obgleich dieser Beitrag aus technologischer Sicht eher als konservativ einzustufen ist, zeigt er, wie etablierte Technik solide angewendet werden kann und dabei auch systematisch solide ausgewertet wird. Gerade das Nutzen von einfachen Techniken, die schnell neue Inhalt aufbauen lassen, hat einen Charme für die Übertragbarkeit auf andere Szenarien. Aufgrund der niedrigschwelligen Umsetzbarkeit wird der Beitrag mit dem AVRiL 2019 in der Kategorie Interaktive 360°-Videos ausgezeichnet..

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Ausgezeichneten und einen ebenso herzlichen Dank an alle Teilnehmer, die diesen Wettbewerb erst lebendig werden lassen! Auch den Gutachtern wird herzlich für ihre mühevolle Detailarbeit gedankt!

Begutachtungskomitee

  • Thomas Bröker (Zeichenwasser)
  • Ludger Schmidt (University of Kassel)
  • Lars Brehm (Munich University of Applied Science)
  • Sebastian Habig (Universität Duisburg-Essen)
  • Thies Pfeiffer (Bielefeld University)
  • Rolf Kruse (FH Erfurt)
  • Carsten Lecon (Hochschule Aalen)
  • Joshua Grodotzki (TU Dortmund)
  • Oliver Bodensiek (TU Braunschweig)
  • Corinne Wyss (Pädagogische Hochschule Zürich)
  • Nina Schiffeler (RWTH Aachen)
  • Tobias R. Ortelt (TU Dortmund)
  • Martin Lachmair (Leibniz-Knowledge Media Research Center Tübingen)
  • Simone Kibler (Universitätsbibliothek Braunschweig)
  • Frank Paul Schulte (FOM Hochschule)

Zeitplan

Frist für die Einreichung von Beiträgen: 12.04.2019
Benachrichtigung der Preisträger: 17.05.2019
Preisverleihung: 16.‐19.09.2019 (auf dem Workshop VR/AR-Learning der DeLFI & GMW 2019)

Ansprechpartner

  • Dr. Heinrich Söbke (Bauhaus-Universität Weimar)
  • Dr. Raphael Zender (Universität Potsdam)

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