DER FILMVORSPANN

- Geschichte -

   
 

 

Geschichte und Entwicklung

"Filmtitel liegen seit jeher physisch-historisch an der Peripherie des Films. Gerade deswegen sind sie oft experimenteller als der eigentliche Film und bieten einen Ausblick in die Zukunft des Filmemachens. " (David Peters)

Filmtitel als Mittel zur Einstimmung und Erklärung des Filmes entstanden in der Stummfilmzeit. Hier wurden bedruckte Kartons, zumeist weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund, abfotografiert und zu Anfang des Filmes gezeigt, als auch in den Film montiert. Diese Titelkarten übernahmen mehrere Funktionen, da die Möglichkeit der Geräusch- und Sprachübertragung im Film noch nicht gegeben war. Die Karten informierten daher über Ort, Zeit, Handlung und stellten zum Verständnis wichtige Dialoge dar (z.B. Nosferatu).

In den 1920ern wurden die Filmtitel und Zwischenblenden aufwändiger gestaltet, sie wurden mit Schmuckkanten oder Illustrationen verziert, als Kalender oder Bücher gestaltet, die sich umblätterten und auch auf andere Materialien als Karton gebracht: Tapete, Seide oder Satin.

Noch in den 1950er Jahren war die Hauptfunktion des Vorspanns der Werbezweck durch die Nennung wichtiger und bekannter Darsteller und Mitwirkender. Später wurden die Vor- und Abspänne durch den Druck der Gewerkschaften der Filmbranche ausgedehnt. Nun sollte auch das technische Personal zu Beginn oder Ende des Films genannt werden, da sie zu großem Anteil an der Umsetzung und somit dem Gelingen des Films beteiligt sind. Als zwangsläufige Notwendigkeit ergab sich eine unterhaltsamere Gestaltung der Titelsequenzen, um dem Zuschauer die Länge des Vorspanns zu verkürzen.

Dieser innovative Prozess ging einher mit dem Aufkommen neuer Kinoformate, die das Kino zur Konkurrenz für den Fernseher machen sollten. Da zuviel Text auf der Kinoleinwand leicht unübersichtlich sein konnte, entwickelten sich die konzeptionellen Vorspänne im Film. Als erster beauftragte der Regisseur Otto Preminger einen Grafiker und Gestalter für Vorspann und Marketingkonzept seiner Filme: „Carmen Jones“ und „The Man with the Golden Arm“. Diese Aufgabe übernahm Saul Bass – er gilt heute als Vorreiter der Gestaltung von Titelsequenzen. Zu damaliger Zeit war Bass’ Idee, grafische Elemente als Leitmotive zu nutzen, revolutionär, konnte sich aber offensichtlich behaupten.

Außerdem gewannen Mitte der 50er einige Faktoren der Vorspänne an Gewichtung, welche die Gestaltung von Titelsequenzen als eigenständige Disziplin begründeten. Der Vorspann sollte nun die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf den Film lenken und ihn auf diesen einzustimmen, indem er im Idealfall Ort, Zeit, Handlung vorstellte oder den Zuschauer zumindest in die gewisse Grundstimmung des Films brachte (Horrorfilm, Schnulze, Musical, Western).

Erst in den 1960er Jahren, mit Stephen Frankfurts „How to Kill a Mockingbird“, wurden erstmals Kamerafahrten im Vorspann genutzt, um den Blick des Zuschauers noch gezielter leiten zu können. Ein weiteren Höhepunkt bildete Maurice Binders „Dr. No“ (1962). Die Titelsequenz, bei welcher der Zuschauers durch einen Pistolenlauf und dort auf James Bond blickt, ist weltbekannt und noch heute, wenn auch der heutigen Zeit angepaßt, vor jedem 007-Film zu sehen. In den 1960ern wurde mit „The Pink Panther“ (Grafiker Fritz Freleng) auch der erste Zeichentrick-Vorspann der Filmgeschichte entwickelt. Dieser zeigte den Pink Panther zwischen den Einblendungen der Titelsequenzen. Durch die große Anerkennung des Pink Panther im Vorspann erhielt dieser mit „The Return of the Pink Panther“ (1963) eine eigene Zeichentrickserie.

Während der 1970er blieben durch Rezession und Aufkommen des Farbfernsehens im Jahre 1967 neue Entwicklungen von Titelsequenzen aus. Durch den verstärkten Fernsehkonsum mussten die Vorspänne dem kleineren TV-Bildschirm angepaßt werden. Dafür wurde auf alte Filmtricks zurückgegriffen.

In den 1980ern fand die Gestaltung der Titelsequenzen wiederum Zuspruch, vor allem auch durch neue Computertechnologien.
Durch die technischen Möglichkeiten veränderten sich die Vorspänne weiter: die Credits fliegen durch Häuserfronten – „Panic Room“ (2002), auf den Film wird durch kurze, schnell geschnittene Sequenzen eingestimmt – „SE7EN“ (1995).


Titelsequenzen haben unterscheiden sich teilweise sehr voneinander, sodass es heute eine Unterscheidung in 10 verschiedene Arten von Vorspännen gibt:

1. Titel-Vorspann
2. Integrierter Vorspann
3. 3D/ Animations-Vorspann
4. Monumental-Vorspann
5. Zeichentrick-Vorspann
6. Einführungs-Vorspann
7. Clip-Vorspann
8. Genre-Vorspann
9. Cl/Marken-Vorspann
10. Raum-Zeit-Vorspann

 
 

- Startseite -