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Beelitz

Beelitz
Im heutigen Hauptgebäude des Sally-Bein-Gymnasiums Beelitz befand sich bis 1942 die „Israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder“ und wohl im ersten Stockwerk seit 1910 zugleich der neue Betraum für die Synagogengemeinde.
Foto HBPG

Am Anfang stand ein "Mord"

Die Judenfeindschaft des Mittelalters fand immer neue Nahrung durch angeblichen jüdischen Gottesfrevel. Laut einer Überlieferung aus dem 14. Jh. wurden in Beelitz 1247 drei Juden beschuldigt, geweihte Hostien – als Leib Christi – so lange geschändet zu haben, bis diese zu bluten begannen. Die vermeintlichen "Hostien-Mörder" endeten auf dem Scheiterhaufen und Beelitz stieg durch diese Wunderblutlegende zu einem der ersten Wallfahrtsorte Brandenburgs auf.

Jüdische Niederlassungen sind urkundlich erst seit 1710 belegt. Die durch einen Potsdamer Rabbiner betreute Jüdische Gemeinde erwarb allerdings erst 1841 ein eigenes Grundstück im Hinterhof des Hauses Edelstraße 14, auf dem sie eine bescheidene Synagoge errichtete, die wegen Baufälligkeit bereits 1910 aufgegeben und abgebrochen werden musste. Seither diente ein Betraum in der 1908 gegründeten "Israelitischen Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder" zum Gottesdienst. Der Direktor der Einrichtung, Sally Bein (1881-1942), der auch Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde war, wurde zum Namensgeber des heute an gleicher Stelle stehenden Gymnasiums. Im Ortsteil Heilstätten gab es zudem seit 1902 im Verwaltungsgebäude der Lungenheilanstalt einen weiteren Betraum für jüdische Patienten.

Universität Potsdam