Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Da ich mich schon früh für einen Auslandsaufenthalt im Rahmen des Erasmus+ Programms interessierte, nahm ich an den Informationsveranstaltungen des International Office teil und informierte mich auf der Homepage, welche Partneruniversitäten es gibt und las die bisherigen Erfahrungsberichte. Außerdem studierte ich die Vorlesungsverzeichnisse der Unis und entschied mich für die Uni Wien, aufgrund von sehr praktischen Seminaren z.B. zur psychologischen Gesprächsführung oder auch spannenden Themen wie ein Seminar zum Bewusstsein. Die Kontaktaufnahme mit der Universität Wien erfolgte ohne Probleme, meine dortige Erasmuskoordinatorin ließ mir alle Informationen zukommen und die Anleitungen für alle nötigen Schritte im Onlineportal der Uni Wien waren sehr detailliert erklärt. Auf Fragen wurde per Mail auch innerhalb kurzer Zeit geantwortet.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2020 - 07/2021

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich

Studium an der Gastuniversität

Durch die Corona Pandemie veränderte sich natürlich auch der Studienalltag an meiner Gastuniversität. Die Lehrveranstaltungen fanden nur in den ersten zwei Wochen noch in Präsenz statt. Danach wurde auf online Lehre umgestellt. Doch auch dies funktionierte gut und die Lehrenden gaben sich viel Mühe, Interaktion zu fördern und die Veranstaltungen spannend und anschaulich zu gestalten. Zum Studium an der Universität sind die Unterschiede nicht sehr groß. Allerdings gibt es eine Anwesenheitspflicht und eine Bewertung der Mitarbeit. Außerdem gibt es ein anderes Notensystem mit den Noten (1;2;3;4;5) und auch während des Semesters sind mehr Aufgaben zu erfüllen und am Ende der Seminare umfangreichere schriftliche Arbeiten abzugeben. Insgesamt ist die Arbeit jedoch gut zu bewältigen. Es gibt eine Bibliothek und öffentliche Computerpools, diese waren jedoch im Wintersemester kaum zugänglich. Das Ausleihen von Büchern war jedoch möglich. Die Lehrveranstaltungen sind in Präsenz bestimmt noch einmal spannender und sehr interaktiv. Insgesamt finde ich, dass der Schwerpunkt mehr in der klinischen Psychologie liegt und weniger auf der Forschungstheorie. Alle Lehrenden gaben sich viel Mühe, ihre Inhalte praktisch darzustellen und in Prüfungen wurde kein reines Folienwissen abverlangt. Auch gibt es im Rahmen des Erweiterungscurriclums zahlreiche spannende Möglichkeiten, in andere Fächer reinzuschnuppern und Kurse in Kunstgeschichte, Arabische Kultur, Philosophie etc. zu belegen. Denn nur 8 ECTS müssen in Fächern der Psychologie belegt werden. Dabei können Kurse aus dem Master und dem Bachelor gewählt werden.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Zu einheimischen Studierenden in meinem Studiengang hatte ich kaum Kontakt, da die Lehrveranstaltungen nur 1-2 mal stattfanden und aufgrund der Pandemie auch Gruppenarbeiten online besprochen wurden. Allerdings ergab sich zu anderen Erasmusstudierenden leicht Kontakt und ich konnte schnell engere Freundschaften knüpfen. Ebenfalls nahm ich am Buddy Programm teil und hatte hier sehr viel Glück und Spaß mit meinem Buddy! Durch Aktivitäten, z.B. USI-Sportkurse der Uni, politisches Engagement bei der Seebrücke und ehrenamtliche Mitarbeit in einem Flüchtlingsprojekt, Facebook-Gruppen, ein Nebenjob in der Gastronomie und ein Praktikum im Krankenhaus konnte ich viele weitere liebe Menschen kennenlernen.

Wohn- und Lebenssituation

Eine Wohnung in Wien zu finden, gestaltete sich nicht besonders schwierig. Untervermietungen oder generell WG-Zimmer findet man unter WG-gesucht oder in Facebook-Gruppen. Wer möchte, kann auch in ein Studentenwohnheim beziehen, dies wird aber von der Universität nicht vermittelt oder unterstützt. Privat werden Zimmer hier erst recht spät online hochgeladen. Es reicht, ein bis zwei Monate vorher mit der Suche zu starten. Die Mietpreise sind mit denen in Berlin/Potsdam vergleichbar. Ein Semesterticket kostet 78 Euro, wenn man seinen Hauptwohnsitz nach Wien verlegt (ansonsten ist es ungefähr das doppelte) und muss selbstständig erworben werden. Im Wintersemester ist der Kauf sehr zu empfehlen. Im Sommer kann man auch alles gut mit dem Fahrrad erreichen. Ein österreichisches Konto ist nicht unbedingt notwendig, wenn man eine Visa Karte hat, kann man überall problemlos zahlen. Die Lebenshaltungskosten sind in Wien durch höhere Preise im Supermarkt und in der Drogerie etwas teurer und auch die Preise der Gastronomie haben ein höheres Niveau. Wien bietet viele Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung. Es gibt viele Kulturveranstaltungen, Theater, Konzerte und hier auch sehr günstige Studentenpreise oder auch kostenlose Veranstaltungen. Auch gibt es zahlreiche Möglichkeiten sportlich aktiv zu sein, zu baden, Radfahren, klettern etc.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2020 - 07/2021

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich


Rückblick

Insgesamt war mein Auslandsaufenthalt eine sehr gute und lehrreiche Erfahrung. Trotz der Pandemie, Lockdown und Onlinelehre habe ich es zu keinem Zeitpunkt bereut, Berlin hinter mir gelassen zu haben. Ich beschloss, sehr kurzfristig meinen Aufenthalt von einem auf zwei Semester zu verlängern, um noch mehr von dem uneingeschränkten Leben hier kennenzulernen. Ich hätte nichts anders gemacht, außer vielleicht eine Unterkunft erst hier vor Ort zu suchen und die ersten Nächte in einem Hostel zu verbringen. Allgemein gibt es schon vor dem Start der Lehrveranstaltungen im Oktober viele Veranstaltungen für Austauschstudierende und man kann schon dort Kontakte knüpfen und noch die letzten warmen Tage genießen!

Österreich

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