HiN - Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (ISSN: 1617-5239)

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HiN X, 18 (2009)

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Bernhard Hunger

 Spurensuche einer Rezeptionsgeschichte
Alexander von Humboldt und Johann Gottfried Herder

Zusammenfassung

Im Werk Alexander von Humboldts sind Spuren zu Johann Gottfried Herder ebenso vielfältig wie Verweise rar. Der vorliegende Aufsatz richtet unter diesem Aspekt den Blick auf Humboldts Ideen zur Physiognomik der Gewächse (1806), in denen er Herder das erste Mal in einer Veröffentlichung namentlich erwähnt. Zwei Jahre später wird der Text in die Ansichten der Natur (1808 ff.) aufgenommen. In der dritten Auflage der Ansichten (1849) ist Herders Name kurioserweise gestrichen. Die Streichung ist weder inhaltlich noch formal nachvollziehbar. Der historische Kontext der Jahre zwischen 1805 und 1808 legt zudem nahe, dass Humboldts Bezugnahme auf Herder sehr bewusst geschehen sein muss. Anhand des Briefwechsels Humboldts mit dem Historiker Johannes von Müller und weiterer Quellen wird gezeigt, dass sich Humboldt mit Schriften Herders auseinandergesetzt hat. Johannes von Müller, Humboldts Freund und Nachbar in dieser Zeit, zog als Herausgeber der Herderschen Werkausgabe sogar eine direkte Filiation von Herder zu Humboldt.

Abstract

Alexander von Humboldt’s work displays traces of Johann Gottfried Herder which are as multifaceted as the references to the latter are scarce. In light of this aspect, the present essay focuses on Humboldt’s Physiognomy of Plants (1806), in which he explicitly mentions Herder for the first time in a publication. Two years later, the text is incorporated within Aspects of Nature (1808 ff.). In the third edition of Aspects (1849), Herder’s name is curiously omitted. This omission is incomprehensible both in form and content. The historical context characterising the years between 1805 and 1808 suggests that Humboldt’s references to Herder must have been made very deliberately. Humboldt’s correspondence with the historian Johannes von Müller and other sources shows that Humboldt carefully studied Herder’s writings. As the publisher of Herder’s complete works, Johannes von Müller, who was Humboldt’s friend and neighbour at the time, even considered Humboldt to be a direct descendant of the Herder school.

Résumé

Dans l’œuvre d’Alexander von Humboldt, les traces de Johann Gottfried Herder sont tout aussi diverses que les références explicites sont rares. Considérant cet aspect, l’article présent porte son attention sur les « Idées sur la physionomie des végétaux » de Humboldt (1806), publication où il nomme pour la première fois Herder. Deux ans plus tard, le texte est intégré aux « Tableaux de la nature » (1808 s.). Dans la troisième édition des « Tableaux de la nature » (1849), le nom de Herder est bizarrement supprimé, ce qui n’est justifié ni d’un point de vue de contenu ni d’un point de vue formel. Le contexte historique des années 1805 à 1808 suggère par ailleurs que c’est très consciemment que Humboldt se réfère à Herder. Grâce à la correspondance de Humboldt avec Johannes von Müller ainsi qu’à d’autres sources, nous allons montrer que Humboldt s’est penché sur les écrits de Herder. Johannes von Müller, à cette époque ami et voisin de Humboldt, établit même, en tant que directeur de la publication des œuvres de Herder, une filiation directe de Herder à Humboldt.

 

* * *

1. Einleitung

Im Werk Alexander von Humboldts versteckt sich ein Klassiker: Johann Gottfried Herder. In einem Aufsatz über die großen Vorbilder Humboldts erwähnt Eberhard Knobloch Herder mit guten Gründen, sieht sich aber gezwungen, ihm den Titel „Der nicht Genannte“ zu verleihen (Knobloch 2004, 9 f.). Knobloch zeigt inhaltliche und programmatische Parallelen zwischen Herders Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit (1784-1791) und Humboldts Kosmos (1845-1862) auf, denen lediglich eine wenig aussagekräftige Stelle im Kosmos gegenüber steht, in der sich Humboldt namentlich auf Herder bezieht (Humboldt 2004a, 310). Doch nicht nur beim Alterswerk Humboldts stand Herder Pate, ohne gebührend berücksichtigt zu werden. Knobloch weist nach, dass Humboldt sich bereits 1794 in einem Brief an Schiller eines Plinius-Zitats bedient, das von gängigen Übersetzungen der Zeit abweicht und in dieser Form bei Herder zu finden ist.[1] Dies ist umso bemerkenswerter, weil Humboldt im Anschluss an jenes Plinius-Zitat sein Wissenschaftsverständnis skizziert (Humboldt 1973, 346 f.).

Es ist offensichtlich, dass Humboldt Herder gelesen und sich von seinen Schriften hat inspirieren lassen. Daher ist es ein Kuriosum, dass sich die Verweise auf Herder in Humboldts umfangreichem Werk an einer Hand abzählen lassen. Umso mehr, weil Humboldt mit Hinweisen auf seine Vorbilder ansonsten alles andere als zurückhaltend war. Die Parallelen zwischen Humboldt und Herder werden in der Fachliteratur häufig genannt, bisher zumeist mit dem Hinweis, dass eine eingehende Untersuchung der Problematik noch ausstehe.[2] Im Rahmen meiner Promotion werde ich diese Aufgabe angehen.[3]

Knobloch zeigt Hinweise auf Herder bei Humboldt einerseits aus dem Jahr 1794, andererseits aus den Jahren 1845-1859. Aus dem dazwischen liegenden halben Jahrhundert soll an dieser Stelle ein weiterer Text von Humboldt auf seinen Bezug zu Herder durchleuchtet werden. Der Blick richtet sich dabei auf die Ideen zur Physiognomik der Gewächse (1806 ff.), da Humboldt in diesen Herder das erste Mal in einer Veröffentlichung erwähnt.

Die  Ideen zu einer Physiognomik der Gewächse werden zwei Jahre später in die Ansichten der Natur (1808) aufgenommen, die wiederum zwei weitere Auflagen erfahren (1826 und 1849). Hier findet sich bereits das nächste Kuriosum, das auf den ersten Blick recht unbedeutend zu sein scheint: In der dritten Auflage der Ansichten (1849) streicht Humboldt Herders Namen aus den Ideen zur Physiognomik der Gewächse.

Die Gründe können vielfältig sein, von einer bewussten Streichung von Humboldts Hand bis zu editorischen Vorgaben des Verlegers. Letzteres ist jedoch unwahrscheinlich, da „Buffon, Bernardin de St. Pierre und Chateaubriand“ (Humboldt 2004b, 246) stehen bleiben, die mit Herder in einer Aufzählung zu finden sind. Zudem erscheint einige Jahre vorher die Herdersche Werkausgabe im gleichen Verlag (Herder 1844). Betrachtet man den Aufsatz und die betreffende Stelle genauer, reiht sich die Streichung von Herders Namen in den undurchsichtigen Umgang Humboldts mit Herder ein.

Die vorliegende Untersuchung beweist, dass die Streichung trotz Änderungen am Text nicht auf inhaltliche oder programmatische Gründe zurückzuführen ist. Ferner zeigt ein Blick in die Jahre 1805-1808, als die Ideen zur Physiognomik der Gewächse (1806) und die Ansichten der Natur (1808) entstehen, dass sich Humboldt mit Herder beschäftigt hat. Seine Verbindung zu Johannes von Müller wird in diesem Kontext beleuchtet, der als Herausgeber der Herderschen Werkausgabe eine direkte Filiation von Herder zu Humboldt zieht – ohne den Widerspruch Humboldts zu ernten, seinem damaligen Nachbarn und Gelehrtenfreund.

2. Die nicht nachvollziehbare Streichung

Humboldt lobt in den Ideen zur Physiognomik der Gewächse Naturschilderungen, die „dem Gemüthe einen Genuß der edelsten Art“ verschaffen und „die Kenntniß von dem Naturcharakter verschiedener Weltgegenden [...] mit der Geschichte des Menschengeschlechtes, und mit der seiner Kultur, aufs innigste“ verknüpfen (Humboldt 1806, 13 f.). Dabei verweist er auf folgende Autoren:

Georg Forster in seinen Reisen und in seinen kleinen Schriften; Göthe in den Naturschilderungen, welche so manche seiner unsterblichen Werke enthalten; Herder, Büffon, Bernardin de St. Pierre und selbst Chateaubriand, haben mit unnachahmlicher Wahrheit den Charakter einzelner Himmelsstriche geschildert. (Humboldt 1806, 12 f.)

Herder ist in dieser Aufzählung durchaus ein wichtiger Bezugspunkt, hatte er mit seinen Ideen doch einen viel beachteten Beitrag über den Zusammenhang von Natur, Kultur und Geschichte hervorgebracht, der auch Forster und Goethe beeinflusste.[4] Die Parallelen des Herderschen und Humboldtschen Denkens werden durch eine Textanalyse von Annette Graczyk hervorgehoben, in der sie einen direkten Bezug von Humboldts Ideen zur Physiognomik der Gewächse zu Herders Ideen herstellt (Graczyk 2004, 302, 410 f.).  Sie weist darauf hin, dass Herder im zweiten Teil seiner Ideen (1785) nicht nur die ethnographische Anthropologie durch eine „Physiognomik der Menschheit“ in Form einer Bildsammlung krönen wollte, sondern zudem den Wunsch einer „allgemeinen botanischen Geographie für die Menschengeschichte“ geäußert habe. Darüber hinaus habe er das Projekt einer „allgemeinen physischen Geographie des Pflanzenreichs“ angeregt. Schließlich zeigt sich Graczyk überzeugt, dass Humboldt seine Ideen zur Physiognomik der Gewächse in Anlehnung an Herder schrieb.[5] Er habe dabei nicht nur den allgemeinen Entwicklungsgedanken Herders aufgenommen, sondern habe ebenfalls Herders spezifische Überführung der Naturgeschichte in die Kulturgeschichte der Menschen aufgegriffen (Graczyk 2004, 290).

Ohne Zweifel verbinden sich in dieser Humboldtschen Schrift, wie in vielen folgenden seines umfangreichen Œuvres, lebensweltliche und wissenschaftliche Aspekte.[6] Humboldt untersucht nicht nur die Gewächse, klassifiziert sie und betrachtet ihre Lebensverhältnisse unter Aspekten wie Klima und Bodenbeschaffenheit, sondern bringt immer auch eine historisch-anthropologische Sicht ein, ebenso wie Herder in seinen Ideen.

Michael Hagner resümiert in seiner Betrachtung von Humboldts Ideen zu einer Physiognomik der Gewächse, dass die ästhetische und wissenschaftliche Erfassung der Natur bei Humboldt in einem labilen Gleichgewicht stehe, das es ihm ermögliche, mal die eine, mal die andere Seite stärker hervorzuheben (Hagner 1996, 449). Offensichtlich sei das Verfahren der nuancierten Gewichtung, so Hagner weiter, nichts anderes als eine Neuauflage der Akzentuierungen Humboldts in seinen beiden Briefen an Schiller und Pfaff aus dem Jahr 1794. In diesen skizziert Humboldt seinen Plan, Naturwissenschaften und Anthropologie in eine ästhetische Darstellung zu fassen. In diesem Sinne schreibt Humboldt an Pfaff, dass er an einem Werk mit dem ungeheuren Plan arbeite, „das die Pflanzenschöpfungen in Verbindung mit der ganzen übrigen Natur schildern soll, nebst ihrem Einfluß auf den empfindenden Menschen“ (Humboldt 1973, 370). Ganz ähnlich führt er Schiller gegenüber sein Anliegen aus, indem er an Plinius anschließt, „der den ästhetischen Sinn des Menschen und dessen Ausbildung in der Kunstliebe mit in die Naturbeschreibung zog“ (Humboldt 1973, 346).

Und hier schließt sich wiederum ein Kreis: Hagner verweist ausgehend von Humboldts Ideen zu einer Physiognomik der Gewächse auf eben jenen Brief an Schiller, in dem Knobloch das Plinius-Zitat aus Herders Ideen fand. Eine Bestätigung des Hinweises auf eine anhaltend inspirierende Herder-Lektüre Humboldts.

In den Ideen zur Physiognomik der Gewächse, die Humboldt ja ganz offensichtlich in die Tradition der genannten Autoren einreiht, finden sich somit programmatische Parallelen zu Herders Werk:

1. Die Überführung der Naturgeschichte in die Menschheitsgeschichte,

2. das „geheimnisvolle Ineinanderwirken des Sinnlichen und Außersinnlichen“ auf die Erkenntnis,

3. der Blick auf das Ganze (Humboldt 2004b, 246 f.).[7]

Zwei Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung 1806 werden die Ideen zur Physiognomik der Gewächse in die erste Auflage der Ansichten der Natur aufgenommen.[8] In den ersten beiden Auflagen der Ansichten (1808 und 1826) ist Herders Name an besagter Stelle noch zu lesen. In der dritten Auflage (1849) ist sein Name als einziger aus der oben zitierten Auflistung gestrichen.[9]

Zwar schreibt Humboldt im Vorwort zur dritten Auflage, dass er die Ansichten sowohl mit Details und neuen Forschungsergebnissen angereichert und korrigiert, als auch „nach den Bedürfnissen der Zeit“ verändert habe (Humboldt 2004b, 9-12). Dabei korrigiert und erweitert er die Texte aber vielmehr mit Messungen, Daten und Fakten, und fügt der Komposition neue Texte hinzu. Ein Textvergleich der Ideen zur Physiognomik der Gewächse in der zweiten und dritten Auflage der Ansichten belegt dies.

Einige ausgewählte Beispiele sollen die Veränderungen illustrieren. So aktualisiert Humboldt in der dritten Auflage das Thema der Verbreitung „mikroskopischer Geschöpfe“ und verweist auf Ehrenbergs „treffliche Arbeit‚ über das Verhalten des kleinsten Lebens’“ (Humboldt 2004b, 239 f.). Oder er korrigiert die mittlere Temperatur, bei der Palmen in Europa gerade noch „vegetieren“, von 13°-14° auf 12°-13,5° (Humboldt 1826, 29, ders. 2004b, 252).

Anthropologische Aussagen des Textes werden durch die neuen Ergebnisse ebenso wenig berührt wie die programmatischen Grundzüge, und so nimmt Humboldt an folgenden Stellen beispielsweise keine Veränderungen vor:

[...] die Kenntniß von dem Naturcharacter verschiedener Weltgegenden ist mit der Geschichte des Menschengeschlechts, und mit seiner Kultur, aufs innigste verknüpft. Denn wenn auch der Anfang dieser Kultur nicht durch physische Einflüsse allein bestimmt wird; so hängt doch die Richtung derselben, so hängen Volkscharacter, düstere oder heitere Stimmung der Menschheit, großentheils von klimatischen Verhältnissen ab. (Humboldt 1826, 19, vgl. ders. 2004b, 246 f.)

Und für die nordischen Völker, die den tropischen Naturgenuss entbehren müssen, gilt nach wie vor:

Aber in der Ausbildung unserer Sprache, in der glühenden Phantasie des Dichters, in der darstellenden Kunst der Maler ist eine reiche Quelle des Ersatzes geöffnet. Aus ihr schöpft unsere Einbildungskraft die lebendigen Bilder einer exotischen Natur. (Humboldt 1826, 46, vgl. ders. 2004b, 260)

Die wenigen Beispiele sind typisch für Veränderung und Kontinuität in der Textversion von 1849 und zeigen, dass es Humboldt darum geht, neue, empirisch gewonnene Erkenntnisse einzufügen.

Die Streichung von Herders Namen ist aufgrund dessen aber nicht nachvollziehbar, zumal Humboldt auch in der dritten Auflage mit den Verweisen auf Forster, Goethe u. a. Grundlinien nachzeichnet, die im Herderschen Werk explizit zu finden sind (Humboldt 2004b, 246 f.).  Die programmatischen Parallelen der Humboldtschen Ideen zur Physiognomik der Gewächse und der Herderschen Ideen sind eindeutig festzustellen und es gibt keinen Hinweis, dass Humboldt einundvierzig Jahre nach der ersten und dreiundzwanzig Jahre nach der zweiten Auflage der Ansichten zur Auffassung kam, dass Herder an besagter Stelle fehl am Platz sei.

Es dürfte schwierig sein, den Grund der Streichung nachzuvollziehen. Als ein weiteres Kuriosum aber kann sie vorerst festgehalten werden. Zumal beim Entstehen der Texte Herder ganz bewusst mit aufgenommen wird, wie der Blick auf die Jahre vermuten lässt, in die die erste und zweite Veröffentlichung fällt.

3. Alexander von Humboldt, Johannes von Müller und die Herder‘sche Werkausgabe

Nach seiner Amerika-Reise lässt sich Humboldt im Herbst 1805 in Berlin nieder. Eine persönliche Verbindung zeigt, dass sich Humboldt in den Jahren der Entstehung seiner Ideen zu einer Physiognomik der Gewächse und der Ansichten der Natur mit einigen von Herders Schriften beschäftigt haben muss: Johannes von Müller ist eine Schlüsselfigur in diesem Zusammenhang.

Als die Nachricht vom Tod Herders 1803 Müller erreicht, unterbricht der Freund der Familie Herder eine Reise und fährt direkt nach Weimar. Dort hilft er der Witwe beim Ordnen des Nachlasses und erklärt sich bereit, die Werkausgabe des verstorbenen Freundes herauszugeben (Irmscher 1960, 105 ff.). Die ersten Bände erscheinen bereits im Jahr 1805, Herders Ideen in den beiden darauf folgenden Jahren (Teil 1 bis 3 1806, Teil 4 1807). Vor der Veröffentlichung des ersten Teils der Ideen schreibt Müller, der in dieser Zeit in Berlin wohnt, an Caroline von Herder in einem Brief vom 16. Dezember 1805, dass er neben den Verbesserungen der wenigen Druckfehler ein „paar kurze Anmerkungen (nach Humboldts Reisen)“ gemacht habe. Diese wenigen Noten, so Müller weiter, „in denen ich – mit Wahrheit glaube ich – gesagt, daß er [Herder; Anm. d. Verf.] Alexander v. Humbold[t] geachtet und geliebt“ (Müller 1952, 151).

Während Caroline von Herder auf die Stelle in Müllers Brief leider nicht eingeht, scheut dieser weder pathetische Worte noch einen biblischen Vergleich in der Werkausgabe der Herderschen Ideen:

Wie würde Herder gesprochen haben, wenn er Humbold’s [sic] Rückkunft erlebt hätte! Er blickte, wie Moses, von der Höhe, wozu sein Geist sich geschwungen, in die Welt von Entdeckungen und Ideen, die dieser für uns erobert hat. Unser Moses liebte und ehrte diesen Josua sehr. (Herder 1806, 54)

Aufgrund weiterer Anmerkung ist zu vermuten, dass Müller sich mit Humboldt über einige Stellen bei Herders Ideen ausgetauscht haben muss. Neue, teils noch nicht veröffentlichte Erkenntnisse aus Humboldts Amerika-Reise nutzt Müller für Hinweise und Berichtigungen in seinem Kommentar. Die Annahme Herders in den Ideen, dass Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der Besiedelung Amerikas am „Fuße der höchsten Cordilleras“ zu finden seien, korrigiert Müller mit Worten, die auf eine kommende Veröffentlichung hinweisen[10]:

Nicht eben am Fuße, hoch am Abhange vielmehr; die Lage von Quito zeigt es; genauer werden es Alexanders von Humbold [sic] Bemerkungen zeigen. (Herder 1806, 39)

An einer anderen Stelle verbessert Müller den Herderschen Text um eine Höhenangabe. Während Herder die „Cordilleras“ doppelt so hoch schätzt wie die Schweizer Alpen, korrigiert der aus Schaffhausen stammende Historiker:

Um ein Drittheil erhebt sich Chimborasso über Montblanc und die höchsten Spitzen des Schweizergebirges. (Herder 1806, 51)

Müller steht mit Humboldt seit dessen Rückkehr nach Berlin im Herbst 1805 im persönlichen Kontakt. Im Februar 1806 werden sie sogar direkte Nachbarn. Beide bewohnen im weitläufigen Garten des Brennereibesitzers George in der Friedrichstraße 142 jeweils ein Häuschen. Auf eine enge Zusammenarbeit lassen 45 erhaltene Briefe und Notizen von Humboldt an Müller schließen[11], ebenso wie der bereits zitierte Briefwechsel Müllers mit Caroline von Herder. Aus letzterem erfährt man zudem, dass Müller Humboldt ein weiteres Mal um Rat bei der Herausgabe der Herderschen Werke bittet. Am 9. Dezember 1806 schreibt er an Caroline von Herder: „Die Revolutionen der Erde wünschte ich doch sehr zu lesen, und [Alexander von] Humboldten lesen zu lassen.“[12] (Müller 1952, 175)

In den Briefen von Humboldt an Müller findet sich zwar der Hinweis, dass Humboldt das Vorwort Müllers zu Herders Cid gelesen hat.[13] Allerdings ist dieses in erster Linie eine auf Quellen basierende historische Abhandlung über die Person des Cid, Don Rodrigo, aber keine Interpretation von Herders Übersetzung und Bearbeitung.[14]

Im gleichen Brief findet sich jedoch eine höchst interessante Bemerkung Humboldts zu einem „Naturgemälde“, das er gerade anfertigt:

Ich pflege meine Naturgemälde gern mit dem Schiksal der Menschen in Verbindung zu bringen. Solche Stellen verfehlen nie den Effekt. So habe ich denn auch gesagt, daß die mittelasiatischen Steppen großen Einfluß auf die großen Weltbegebenheiten gehabt. Daß ich außer Hunnen wohl andere, z.B. Avaren nennen [kann], nemlich ich frage, sind die anderen acteurs der Völkerwanderung wohl eigentlich Ebenen, Steppen bewohnende Hirtenvölker gewesen, od. lebten sie nicht vielmehr in Gebirgen der kleinen Bucharai. Bloß 3 Worte, Theurer, was Ihnen das Gedächtniß giebt. Sie sehen, ich lasse mir Menschen und Vieh in meine Bilder hineinmahlen.[15]

Hier handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Titel Ueber die Steppen und Wüsten aus den Ansichten (vgl. Humboldt 1808, 1-155). Eine weitere Notiz Humboldts zeigt, dass er Müller ein Manuskript mit der Bitte zur Durchsicht zu lesen gab:

Ich soll anliegendes MMS morgen auf die Post geben. Wollten Sie, verehrungswerther Mann, bei Ihrer ausgebreiteten Gelehrsamkeit, es wohl einer Durchsicht würdigen und auf einem Blättchen alles zu ändernde andeuten? Verzeihen sie die Dreistigkeit. S. 9 und 26 sind Noten, die ich unter Ihrer Aufsicht machen will.[16]

Der Kontakt zu Müller zeigt zwar, dass Humboldt Schriften von Herder gelesen hat, aber nicht, in welchem Maß er sich mit Herder auseinander gesetzt hat. Auch sagen die Anmerkungen in der Herderschen Werkausgabe mit Bezug auf Humboldt im Zweifelsfall mehr über Johannes von Müller als über Herders Beziehung zu Humboldt aus.

Allerdings sagen sie auch etwas über Humboldts Toleranz aus, sich in die Tradition Herders stellen zu lassen. Humboldt kannte mit Sicherheit die Anmerkungen und hat sich allen Anschein nicht gegen sie ausgesprochen, nicht einmal gegen den biblischen Vergleich. Auch als die zweite Auflage erscheint, sind die Anmerkungen zu Humboldt unverändert zu lesen (Herder 1827, 33, 36, 46), ebenso in der Auflage von 1844 (Herder 1844, 725, 726, 728), die Cotta Humboldt aller Wahrscheinlichkeit nach im Erscheinungsjahr zukommen ließ[17].

Humboldt hat zudem beim Kosmos mit der von Müller herausgegebenen Herderschen Werkausgabe gearbeitet. Der einzige Verweis auf Herder findet sich im wissenschaftsgeschichtlichen Ritt durch die Jahrhunderte bei der historischen Einordnung der Araber. Dort verweist Humboldt neben dem Kawi-Werk seines Bruders auch auf Herder:

Vergl. auch die treffliche Schilderung der Araber in Herder’s Ideen zur Gesch. der Menschheit Buch XIX, 4 und 5.2. (Humboldt 2004a, 310)

Der sperrige Titel Herders Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit wurde bereits in der ersten Auflage der Werkausgabe 1806 in Ideen zur Geschichte der Menschheit geändert.

4. Schlussbetrachtung

Nicht nur Humboldts Kosmos, auch seine Ideen zur Physiognomik der Gewächse weisen starke programmatische Parallelen zu Herders Ideen auf. Der historische Kontext der Jahre zwischen 1805 und 1808 wurde anhand des Briefwechsels Humboldts mit Müller und der ersten Werkausgabe der Herderschen Schriften beleuchtet. In diesen Jahren schrieb Humboldt an seinen Ideen zur Physiognomik der Gewächse und den Ansichten der Natur. Er wird Herder in der Aufzählung ganz bewusst genannt haben. Umso mehr bleibt die Frage im Raum stehen, warum Humboldt Herders Namen aus der dritten Auflage der Ansichten gestrichen hat.

Vielleicht sind, wie Humboldt im Vorwort der dritten Auflage der Ansichten schreibt, „Bedürfnisse der Zeit“ ausschlaggebend gewesen, die uns bisher unbekannt sind.

In einem Brief an Johannes von Müller versichert Humboldt seine Freundschaft und Loyalität mit den Worten: „Je puis être inconséquent, mais je ne suis jamais méchant.“[18]

Vielleicht gelten diese Worte Humboldts auch in Bezug auf seinen Umgang mit Herder.

5. Bibliographie

Quellen

Schaffhausen, Stadtbibliothek, Johannes von Müller-Nachlass, Abt. A. Exzerpte, Notizen und Kollegienhefte, Faszikel 288, Briefe und Zettel Alexanders von Humboldt [o. D.] 45 Nrn.

Literatur

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Ders. (1993): Nachwort. In: Humboldt, Alexander von: Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Studienausgabe in sieben Bänden, herausgegeben und kommentiert von Hanno Beck. Bd. 7, Teil 2. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft (1993), 341-427.

Bonjour, Edgar (1960): Briefe Alexander von Humboldts an Johannes von Müller. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte (1960), H. 3, herausgegeben vom Historischen Verein des Kantons Schaffhausen. Thayngen: Verlag Karl Augustin, 422-429.

Ette, Ottmar (2002): Weltbewußtsein. Alexander von Humboldt und das unvollendete Projekt einer anderen Moderne. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2002.

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Graczyk, Annette (2004): Das literarische Tableau zwischen Kunst und Wissenschaft. München: Wilhelm Fink Verlag 2004.

Hagner, Michael (1996): Zur Physiognomik bei Alexander von Humboldt. In: Campe, Rüdiger / Schneider, Manfred (Hg.): Geschichte der Physiognomik. Text, Bild, Wissen. Freiburg i. B.: Rombach Verlag 1996.

Hentschel, Cedric (1969): Zur Synthese von Literatur und Naturwissenschaft bei Alexander von Humboldt. In: Heinrich Pfeiffer (Hg.): Alexander von Humboldt. Werk und Weltgeltung. München: R. Piper & Co Verlag, 31-95.

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Ders. (1814): Revolutionen der ersten Welt nach den ältesten Traditionen. In: Johann Gottfried von Herder’s sämmtliche Werke. Zur Philosophie und Geschichte. Herausgegeben von Johann von Müller, Abt. 3, Teil 13. Tübingen: Cotta’sche Buchhandlung 1814.

Ders. (1827): Ideen zur Geschichte der Menschheit. In: Johann Gottfried von Herders sämmtliche Werke. Zur Philosophie und Geschichte. Herausgegeben von Johann von Müller, Teil 4. Tübingen: Cotta’sche Buchhandlung 1827.

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Ders. (1808): Ansichten der Natur. Bd. 1. Stuttgart - Tübingen: Cottasche Buchhandlung 1808.

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Ders. (1810): Pittoreske Ansichten der Cordilleren und Monumente americanischer Völker. Bd. 1. Tübingen: Cotta’sche Buchhandlung 1810.

Ders. (1826): Ansichten der Natur. Bd. 2. Stuttgart - Tübingen: Cotta’sche Buchhandlung 1826.

Ders. (1828): Tableaux de la nature. Bd. 2. Paris: Gide Fils 1828.

Ders. (1849): Ansichten der Natur. Bd. 2. Stuttgart - Tübingen: Cottascher Verlag 1849.

Ders. (1851): Tableaux de la nature. Bd. 2. Paris: Firmin Didot 1851.

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Ders. (1987): Ansichten der Natur. Herausgegeben und kommentiert von Hanno Beck, Studienausgabe, Bd. 5. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1987.

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Irmscher, Hans Dietrich (1960): J. G. Müller und die erste Gesamtausgabe von Johann Gottfried Herders Werken. In: Historischer Verein des Kantons Schaffhausen (Hg.): Schaffhauser Beiträge zur vaterländischen Geschichte, 37. Heft, Thayngen: Karl Augustin, 98-131.

Knobloch, Eberhard (2004): Naturgenuss und Weltgemälde. Gedanken zu Humboldts Kosmos. In: Ette, Ottmar/Knobloch, Eberhard (Hg.): Humboldt im Netz (V,9 2004).

Menze, Ernest A. (2010): Johann Gottfried Herder and Alexander von Humboldt: Affinities and Influence. In: Maurer, Michael (Hg): Herder und seine Wirkung/Herder and his impact. Heidelberg: Synchron 2010. (In Vorbereitung)

Müller, Johannes von (1952): Briefwechsel mit Johann Gottfried Herder und Caroline v. Herder geb. Flachsland. Herausgegeben von Karl Emil Hoffmann. Schaffhausen: Verlag Meier & Cie. 1952.

Ders. (1805): Von dem Cid. Nach den Quellen. In: Der Cid. Nach spanischen Romanzen besungen durch Johann Gottfried Herder. Mit einer historischen Einleitung durch Johann von Müller. Johann Gottfried von Herder’s sämmtliche Werke. Zur schönen Literatur und Kunst. Herausgegeben von Christian Gottlob Heyne, Abt. 2, Teil 3. Tübingen: Cotta’sche Buchhandlung 1805, I-LV.

Pape, Matthias (1989): Johannes von Müller. Seine geistige und politische Umwelt in Wien und Berlin 1793-1806. Bern - Stuttgart: Francke Verlag 1989.

Schib, Karl (1967): Johannes von Müller 1752-1809. Thayngen-Schaffhausen: Augustin-Verlag. Konstanz - Lindau - Stuttgart: Jan Thorbecke Verlag 1967.

Stevens, Henry (1968): The Humboldt Library. A Catalogue of the Library of Alexander von Humboldt. With a bibliographical and biographical memoir (by Erwin Stresemann). München: K. G. Saur 1968.


 

[1]  „Ardua res est, vetustis novitatem dare, ... omnibus vero naturam et naturae suae omnia. Es ist eine schwierige Aufgabe, Altem Neuheit zu verleihen, allem aber Natur und seiner Natur alles.“ (zitiert nach Knobloch 2004, 10)

[2]  Vgl. u. a. Bettina Hey’l 2007, 85, Hanno Beck 1993, 405. Darüber hinausgehend verweise ich in diesem Zusammenhang besonders auf den Vortrag „Alexander von Humboldt and Johann Gottfried Herder: Affinities and Influence“ von Herrn Prof. Ernest A. Menze auf dem Herder-Kongress in Jena im August 2008. Für die freundliche Zusendung des noch unveröffentlichten Manuskripts seines Vortrags, dessen Druck in Vorbereitung ist (Menze 2010), bedanke ich mich herzlich.

[3]  Die Problematik untersuche ich im Rahmen meines Promotionsvorhabens an der FU Berlin, die den Arbeitsstitel trägt: „Naturgeschichte und Weltbewusstsein. Herders Ideen und Humboldts Kosmos als Projekte der Moderne.“

[4]  Menze 2010 geht auf den Einfluss sowohl Herders auf Forster, als auch Forsters auf Humboldt ein und zeigt programmatische und inhaltliche Parallelen bei Forster und Humboldt, die auf Herder zurückzuführen sind. Der Autor folgt zudem der viel versprechenden Spur geschichtsphilosophischer Einflüsse Herders auf Humboldt.

[5]  Die Hypothese, dass in Humboldts Ideen zu einer Physiognomik der Gewächse Herders Einfluss sichtbar sei, vertritt auch Cedric Hentschel 1969, 45. Beck weist ganz zu recht bei der Titelfindung Ideen zu... auf weitere Autoren hin, u. a. auf Immanuel Kant und Wilhelm von Humboldt (Beck 1989, 298).

[6]  Zur Verbindung von wissenschaftlichen und lebensweltlichen Aspekten siehe v. a. Ottmar Ette 2002.

[7]  Betreffend der spezifischen Rückführung auf Herder in den genannten Punkten, die auf den ersten Blick charakteristisch für die Epoche scheinen, vgl. Hey’l 2007, 85.

[8]  Zur Editionsgeschichte der Ansichten vgl. Horst Fiedler/Ulrike Leitner 2000, 35-64.

[9]  Vgl. Humboldt 1808, Bd. 1, 176, und Humboldt 1826, Bd. 2, 19, sowie Humboldt 2004, 246. Auch in der Französischen Ausgabe von 1851 taucht der Name Herders im Gegensatz zu den Ausgaben von 1808 und 1828 nicht mehr auf.

[10]  Vgl. Humboldt 1810.

[11]  Vgl. hierzu Stadtbibliothek Schaffhausen, Johannes von Müller-Nachlass Abt. A. Exzerpte, Notizen und Kollegienhefte, Faszikel 288, Briefe und Zettel Alexanders von Humboldt [o. D.] 45 Nrn.

Ich danke der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für die Bereitstellung der dortigen Archivunterlagen. Mein Dank gilt darüber hinaus Herrn Dr. Ulrich Päßler von der Forschungsstelle für seine Hilfe, Hinweise und Ratschläge.

[12]  Der Herausgeber des Briefwechsels fügt als Anmerkung hinzu, dass es sich um einen verlorenen Aufsatz Herders handle, „der von Alexander v. Humboldt gelesen und beachtet wurde, von August Herder aber für die Aufnahme in S.Wke abgelehnt wurde.“ (Müller 1952, 175). Hans Dietrich Irmscher korrigiert die Aussage, dass der Text verloren gegangen sei und verweist darauf, dass der entsprechende Text in der Werkausgabe, II. Abt. Bd. 13, 165-186 (hg. von Georg Müller, 1814) abgedruckt ist (Irmscher 1960, 10). Die Behauptung, Humboldt habe den Text gelesen, wird allerdings nicht weiter belegt.

[13]  Brief von Alexander von Humboldt an Johannes von Müller, o. O., o. D., Stadtbibliothek Schaffhausen, Johannes von Müller-Nachlass, Faszikel 288, Nr. 12. Der Briefwechsel umfasst 45 Briefe und Notizen, er ist zu Teilen abgedruckt in: Bonjour, Edgar 1960, 422-429, hier 424. Zur Beziehung Humboldts zu Müller vgl. auch Schib 1967, 256-260, und Pape 1989, 189, 221.

[14]  Vgl. Johannes von Müller 1805.

[15]  Brief von Alexander von Humboldt an Johannes von Müller, o. O., o. D., Stadtbibliothek Schaffhausen, Johannes von Müller-Nachlass, Faszikel 288, Nr. 12.

[16]  Brief von Alexander von Humboldt an Johannes von Müller, o. O., o. D., Stadtbibliothek Schaffhausen, Johannes von Müller-Nachlass, Faszikel 288, Nr. 31.

[17]  Vgl. Stevens 1967, Nr. 4233.

[18]  Brief Alexander von Humboldts an Johannes von Müller, o. O. u. D., Stadtbibliothek Schaffhausen, Johannes von Müller-Nachlass, 288, Nr. 19.

 

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Letzte Aktualisierung: 04 Juni 2009 | Kraft
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