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Ulrich Päßler

Alexander von Humboldt
und die transnationale Wissenschaftskommunikation im 19. Jahrhundert

4. „…mich dem Streite fernzuhalten“ – Die Instrumentalisierung Humboldts in nationalen wissenschaftlichen Debatten

Humboldt achtete in seiner wissenschaftlichen Korrespondenz darauf, die unabhängige Position zu wahren, welche seinen Einfluss maßgeblich sicherte. Aus diesem Grund vermied er Stellungnahmen in wissenschaftlichen Streitfragen. Andererseits war es gerade Humboldts herausgehobene Stellung im europäischen wissenschaftlichen Kommunikationsnetzwerk, die das Interesse an seinem Standpunkt in den Augen wissenschaftlicher Kontrahenten und der interessierten Öffentlichkeit weckte. Dies zeigen zwei Kontroversen, in die Humboldt – wider Willen – verwickelt wurde: Zum einen der Pariser Akademiestreit zwischen Georges Cuvier und Etienne Geoffroy Saint-Hilaire (1830-32), zum anderen die publizistische Auseinandersetzung zwischen François Arago und dem Astronomen Gustave de Pontécoulant im Jahr 1840.

Die mit Unterbrechungen im Wesentlichen zwischen Februar und Oktober 1830 vor dem Plenum der Académie des sciences geführte Debatte zwischen Georges Cuvier und Etienne Geoffroy Saint-Hilaire gehört heute zu den klassischen Kontroversen der Wissenschaftsgeschichte.[1] Der Akademiestreit zwischen den beiden Zoologen war aber nur der öffentliche Höhepunkt einer Auseinandersetzung, die bereits 1820 begonnen hatte. Gegenstand der Debatte war ein grundsätzliches vergleichend-anatomisches Problem. Geoffroy Saint-Hilaire hatte die Hypothese der Einheit des Bauplans formuliert: Die übereinstimmende anatomische Grundstruktur aller Wirbeltiere weitete er auf andere Tierklassen aus. So untersuchte er die Homologie des Skelettbaus der Wirbeltiere und des Panzers der Insekten und Krebstiere. Geoffroy trat damit in Widerspruch zu Cuviers Einteilung des Tierreiches in vier voneinander getrennte Gruppen (Wirbeltiere, Mollusken, Gliedertiere und Strahlentiere). Der öffentliche Streit in der Académie des sciences wurde um die Frage geführt, ob sich analoge Formen bei Wirbeltieren und Wirbellosen nachweisen ließen oder ob Geoffroys Idee der „Unité de composition organique“ nicht grundsätzlich eine empirisch haltlose Spekulation war.

Humboldt, der mit beiden Kontrahenten persönlich bekannt war, verfolgte die Debatte vor der Akademie teilweise direkt in Paris. 1830 und 1831 besuchte er darüber hinaus Cuviers Vorlesungen im Collège de France. Humboldt neigte eher zu Geoffroys Standpunkt,[2] doch vermied er in seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Briefen eine klare Stellungnahme zum Akademiestreit.

Dazu trug sicher der politische Subtext bei, den der Akademiestreit im Jahr der Julirevolution begleitete. Die Öffentlichkeit assoziierte Cuvier und seine wissenschaftliche Position mit dem Restaurationsregime, unter dem er zahlreiche politische und wissenschaftsadministrative Ämter innehatte. Geoffroy erschien demgegenüber als fortschrittlicher, liberaler Gelehrter. Humboldt tadelte diese Vermengung von Politik und Wissenschaft, da er die Verflachung der Argumentation befürchtete.[3]

Dass Humboldt zudem fürchten musste, durch eine offene Parteinahme von einem der Kontrahenten instrumentalisiert zu werden, zeigt die französische Rezeption der publizistischen Verarbeitung des Akademiestreites durch Johann Wolfgang von Goethe.

Goethe verfasste zwei Rezensionen des Akademiestreits. Die erste erschien im September 1830 in den Berliner Jahrbüchern für Wissenschaftliche Kritik, die zweite ebendort posthum im April 1832.[4] Goethe neigte zwar– ähnlich wie Humboldt – eher zu Geoffroy Saint-Hilaire und dessen Hypothese von der Einheit des Bauplans.[5] Zugleich versuchte er aber, in seinen Aufsätzen beiden Positionen kritisch abwägend gerecht zu werden.[6]

Goethes vorsichtige Stellungnahme zu seinen Gunsten nahm Geoffroy bereitwillig in seine Argumentation auf und machte Goethe fortan in seinen Veröffentlichungen zum Anwalt der Hypothese von der „Einheit des Bauplans.“[7] Humboldt förderte diese Inanspruchnahme Goethes, indem er den zweiten Teil der posthum erschienenen Rezension Goethes zum Akademiestreit an Geoffroy weiterleitete.[8]

So wie Humboldt durch die Weitergabe des zweiten Artikels von Goethe aus den Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik die Position Geoffroy Saint-Hilaires in Frankreich zu stärken geholfen hatte, war er ebenfalls bereit, die Leistungen Cuviers in Preußen ins rechte Licht zu rücken. Cuvier war am 13. Mai 1832 verstorben. Vermutlich nur wenig später sandte der französische Bankier und Politiker François Delessert Betrachtungen über Leben und Werk Georges Cuviers an Humboldt.[9] Humboldt bat den Herausgeber der Berlinischen Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen Spiker, den Brief Delesserts in seine Zeitung zu übernehmen, freilich ohne ihn selbst oder den Verfasser des Briefes zu erwähnen.[10] Humboldt schlug Spiker darüber hinaus einige einleitende Worte vor, die sich direkt auf die Auseinandersetzung mit Geoffroy und dessen Indienstnahme Goethes bezogen:

Sezen Sie „aus einem Briefe aus Paris.“ Vielleicht wäre auch gerechte Rache auszuüben und zuzusezen:

 

Ueber einen Aufsaz von Göthe in den Critischen Blättern, in dem Cuvier tief unter Geoffroy gesezt wurde, hat man hier (in Paris) gelächelt, und man hofft allgemein, dass dieser Urteilsspruch des großen Mannes, den Cuvier so innigst verehrte, nicht seine lezten Tage sehr getrübt hat.[11]

Humboldt hielt sich also im Akademiestreit bewusst im Hintergrund, bezog nicht offen Position und versuchte sich das Wohlwollen beider Parteien zu sichern.

Dennoch gelang es ihm nicht, sich vollständig aus der Debatte herauszuhalten. Ein Jahr nach Cuviers Tod erhielt Humboldt in Berlin ein Schreiben von Etienne Geoffroy Saint-Hilaire. Geoffroy war in einer kurz zuvor erschienenen populärwissenschaftliche Biographie Cuviers auf eine vermeintliche Stellungnahme Humboldts zum Akademiestreit gestoßen.[12]

Im letzten Abschnitt ihrer Cuvier-Biographie schildert die Autorin Sarah Lee Cuviers letzte Vorlesung im Collège de France. Dabei stützt sie sich auf die Erinnerungen eines Augen- und Ohrenzeugen dieser Vorlesung:[13]

Ce passage et les suivans sont extraits de ce qu’a écrit sur cette admirable leçon un des auditeurs les plus distingués, M. le baron de H.

Ganz bewusst spekulierte die Autorin offensichtlich darauf, dass der Leser „un des auditeurs les plus distingués“ mit Alexander von Humboldt identifiziere. Auf den folgenden Seiten schildert der „Baron de H.“ Cuviers abschließendes Verdikt über Geoffroys „Unité de composition“:[14]

[Cuvier] s’éleva avec force contre cette hérésie en histoire naturelle, qui veut ramener tous les êtres de ce vaste univers à une pensée isolée et systématique, et faire des progrès du moment un temps d’arrêt et un obstacle pour l’avenir. Il indiqua ce qui lui restait à dire sur le globe et les changemens qu’il a éprouvés, et annonça son intention de développer sa propre manière d’envisager l’état actuel de la création, étude sublime dont la mission est de ramener l’intelligence humaine qui méconnaît les choses en les assujettissant à des systèmes étroits, à cette intelligence suprême qui les gouverne, les éclaire et les vivifie toutes, et leur donne leur individualité parfaite, parce qu’elle ne laisse manquer aucune d’elles des conditions nécessaires à son existence, à cette intelligence enfin qui révèle tout et que tout révèle, qui renferme tout et que tout renferme.

Die Auseinandersetzung um ein Problem der vergleichenden Anatomie wurde hier also unversehens an grundlegende weltanschauliche Fragen gekoppelt, durch die Wiedergabe der Worte Cuviers rechtfertigte der Baron de H. die Existenz eines Höchsten Wesens.

Geoffroy Saint-Hilaire setzte sofort nach Lektüre des Buches ein Schreiben an Humboldt auf, das als undatierter Briefentwurf in seinem Nachlass erhalten geblieben ist. Darin äußerte er die Vermutung, dass diese vermeintlichen Humboldt-Zitate dem Kondolenzschreiben Humboldts an Cuviers Familie entstammten. Sie seien aus dem Zusammenhang gerissen und der Autorin untergeschoben worden:[15]

Quelqu'un d’habile s’en servi comme d’un poignard pour abattre le peu de valeur de mes écrits sur l’unité de composition: C’est toujours ce grand zèle et cette habilité qu’on trouve dans ces notes; les mêmes fournis à 4 Biographes.

Tatsächlich findet sich eine nahezu identische Wiedergabe der strittigen Passage auch in einer ebenfalls 1833 erschienenen Eloge des Zoologen Louis Georges Duvernoy auf Cuvier.[16] Duvernoy hatte allerdings auf konkrete Hinweise zur Identität des Urhebers verzichtet.

Hatte sich Geoffroy Saint-Hilaire als Reaktion auf seinen Hilferuf eine entschiedene Gegendarstellung Humboldts erhofft, so musste er von dessen Antwortschreiben enttäuscht sein. Zwar dementierte Humboldt erwartungsgemäß:

Je ne conçois rien au clabaudage de Mme Bowdich. Je n’ai écrit une ligne sur ce cours, je n’étais pas même présent aux leçons dont on parle et j’ignore qui est le Baron de H…[17]

Eine konkrete Stellungnahme zum Akademiestreit vermied Humboldt in seinem Brief und bekannte lediglich, dass er die „idée des types“ nicht grundsätzlich ablehne.[18] Humboldt umging somit Geoffroys umstrittene Formulierung von der „Unité du plan“ und verwendete stattdessen eine Formulierung, die sich an den von Goethe in die Diskussion eingeführten vorsichtigeren Begriff „unité du type“ anlehnte.[19]

Geoffroy hatte offenbar auf ein deutlicheres wissenschaftliches Bekenntnis Humboldts gehofft. Gegenüber dem Secrétaire perpétuel der Pariser Académie de médecine Étienne Pariset, behauptete Geoffroy daher:

Il me dit, je suis à vous de cœur et d’esprit et tous mes amis connoissent ma religion forte pour vos idées analogiques.[20]

1840 verwickelt Humboldts engster Freund Arago ihn unvermittelt in einen publizistischen Disput mit dem Astronomen Gustave de Pontécoulant. Arago sah sich mit zwei Vorwürfen konfrontiert, die in Pontécoulants Handbuch Précis d’Astronomie enthalten waren. Der Autor behauptete, dass Aragos 1808 vorgenommenen Messung des Meridianbogens zwischen dem Montjuïc bei Barcelona und Formentera Fehler enthalte.[21]

Als schwerer wiegend empfand Arago jedoch einen zweiten Kritikpunkt. In der Einleitung zum Précis d’Astronomie schilderte Pontécoulant seine Eindrücke des Observatoriums in Greenwich:[22]

Sans doute le nombre et beauté des instruments est ce qui m’a frappé d’abord: mais ce qui m’a à la fois étonné et charmé davantage, car nulle part je n’avais rien vu de pareil, c’est la régularité avec laquelle se font les observations et l’ordre qui préside aux travaux de toutes les personnes attachées à cet établissement.

Arago interpretierte dieses Lob britischer Präzision als gleichzeitige Herabsetzung des Pariser Observatoriums, dessen Leiter er war. In einer Akademiesitzung wies er Pontécoulants Kritik scharf zurück,[23] worauf letzterer in einem offenen Brief an den Herausgeber des regierungsnahen Journal des Débats seine Vorwürfe bekräftigte und um einige politische Seitenhiebe gegen Arago ergänzte[24] Arago fühlte sich seinerseits zu einer Reaktion herausgefordert. Er ließ im liberalen Blatt Le National vom 9. Mai 1840 eine Erwiderung in Form einer „Lettre à Alexandre de Humboldt“ einrücken. In diesem Brief, der in Aragos gesammelten Werken nicht weniger als 46 Druckseiten einnimmt, führte er detailliert Pontécoulants bisherige fachliche Irrtümer auf und sprach ihm jegliche Berechtigung zur Kritik ab.[25] Der Brief richtete sich vor allem an die französische Öffentlichkeit und war eine Rechtfertigung Aragos gegenüber seinen Freunden und Gegnern in Paris. Der Adressat Humboldt selbst erkannte deutlich, dass hier eine politische Auseinandersetzung um Aragos Person als Politiker und Leiter der Akademie unter einem politischen Deckmantel geführt wurde.[26]

Zwar bedankte er sich am 16. April 1840 vorab bei seinem Freund für die Ehre, die ihm durch diesen offenen Brief zuteil werden würde:[27]

Je suis fier de cette prédilection, fier de tout ce qui apprendra à la postériorité que ton amitié a embelli ma vieillesse.

Dass es Humboldt aber keineswegs recht war, in den öffentlichen Schlagabtausch zweier Gelehrter hineingezogen zu werden, zeigt ein Brief, den er über drei Jahre später an Arago sandte. Hier offenbarte er gegenüber dem Freund seine Sorge über die Arbeit am ersten Band des Kosmos:[28]

J’imprime le Kosmos. La partie littéraire d’un effet plus certain, pourra me sauver un peu dans la probabilité des inexactitudes d’astronomie. Après la lettre de Mr Arago à Mr H tu peux croire comment Pontécoulant et le Libri auront toutes les griffes tendues pour me déchirer. Je ne m’en moque aucunement, mais cela me fait travailler avec une extrême précaution […]. Quelle folie avec cela de commencer un ouvrage à 74 ans et d’ébranler spontanément une réputation déjà peu solide.

Arago hatte die Auseinandersetzung zwischen zwei Pariser Astronomen nach Berlin getragen. Pontécoulant sah sich gezwungen, seinerseits eine Erwiderung in Form eines offenen Briefes an den Direktor der Berliner Sternwarte Encke veröffentlich zu lassen.[29]

Es lag mit an Enckes auch in Paris bekannter Abneigung gegen Arago,[30] dass Pontécoulant seinen Brief ausgerechnet an den „beständigen Secretar“ der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften sandte. Encke zählte zu den schärfsten Kritikern der von Arago verfochtenen Öffentlichkeit der Wissenschaftsakademien. Diese Ansicht vertrat er während der 1840er Jahre vehement in der Berliner Akademie. Dabei ließ er es sich auch nicht nehmen, die Académie des sciences und den Führungsstil seines Kollegen Arago als warnendes Beispiel einer drohenden Verflachung wissenschaftlicher Diskussion durch deren Popularisierung anzuführen – freilich ohne Namen zu nennen. Humboldt tadelte nach einer Akademierede Enckes vom 21. Oktober 1847, in der er über die „Öffentlichkeit wissenschaftlicher Vereine“ gesprochen hatte, den Berliner Secretar für dessen Kritik am Pariser Kollegen.[31] In einem weiteren Schreiben verwahrte er sich dagegen, in eine öffentliche Diskussion um die Person Aragos und um die Organisation der Akademien hineingezogen werden:[32]

[Die Rede] veranlaßt mich heute zu der Bitte, dass in den Erörterungen, die Sie sich veranlaßt finden könnten, in Schumachers Journal zu geben, mein Name in keiner anderen Beziehung genannt werde, als in dem Titel der Streitschrift: Lettre de Mr Arago à Mr de H. Ich wünsche in dieser ganz veralteten Sache dem Vorsaze consequent zu bleiben, mich dem Streite fernzuhalten, bis ich etwa persönlich mich verpflichtet fühlen sollte, zur Vertheidigung meines Freundes gegen die niedrigen Anfechtungen von Libri und Pontécoulant, wie zur Vertheidigung einer grösseren Öffentlichkeit der Akademien aufzutreten.

Dieses Zitat verdeutlicht abschließend nochmals, welche Risiken Humboldt in seinem Wirken als kosmopolitische Symbolfigur des wissenschaftlichen Austauschs begegneten.


[1] Die gründlichste Darstellung der Kontroverse bietet Toby Appel, The Geoffroy-Cuvier Debate. French Biology in the Decades before Darwin, Cambridge, Mass. 1987.

[2] Vgl. Ilse Jahn, Etienne Geoffroy Saint-Hilaire an Alexander von Humboldt über Goethes Stellungnahme zum Pariser Akademiestreit, in: NTM 10 (1973), S. 59-67, S. 61f.

[3] In diesem Sinne äußerte er sich am 19. April 1830 in einem Brief an Valenciennes über Geoffroy Saint-Hilaire « dont les discussions ennuyeuses infectent les journaux politiques. » (Jean Théodoridès, Une amitié de savants au siècle dernier: Alexander von Humboldt et Achille Valenciennes (Correspondance inédite), in: Biologie médicale – numéro hors-série (1965), S. XIV).

[4] Vgl. Georg Uschmann, Goethe und der Pariser Akademiestreit, in: Beiheft zur Schriftenreihe für Geschichte der Naturwissenschaften, Technik und Medizin, herausgegeben zum 60. Geburtstag Gerhard Harigs von Irene Strube und Hans Wußing, Leipzig 1964, S. 180-193, S. 189f.

[5] Goethe hatte sich auch durch ein Zusammentreffen mit dem Augen- und Ohrenzeugen Humboldt in Weimar am 26. und 27. Januar 1831 einen direkten Eindruck vom Pariser Akademiestreit machen können, vgl. Biermann/Jahn/ Fritz Lange, Alexander von Humboldt. Chronologische Übersicht über wichtige Daten seines Lebens (Beiträge zur Alexander-Humboldt-Forschung 1), Berlin 1968, S. 58.

[6] Siehe Uschmann, S. 190.

[7] Geoffroy Saint-Hilaire, Réflexions de Goethe sur les débats scientifiques de mars 1830 dans le sein de l’Académie des sciences, publiées à Berlin dans les Annales de critique scientifique, in: Annales des sciences naturelles 22 (1831), S. 179-188; Ders., Sur des Ecrits de Goethe lui donnant des droits au titre de savant naturaliste, ebd., S. 188-193. Geoffroy Saint-Hilaire wurde bereits in den 1820er Jahren von Freunden und Gegnern gleichermaßen mit der deutschen Naturphilosophie in Verbindung gebracht (vgl. Appel, S. 106).

[8] Humboldt an Etienne Geoffroy Saint-Hilaire, o.O., o.D. (vor 28. April 1832), Dezos de la Roquette, Bd. 1, S. 315f.

[9] Zur Einbindung des Liebhaberbotanikers Benjamin Delessert in die Pariser Wissenschaftsgemeinde s. Thierry Hoquet, La bibliothèque botanique de Benjamin Delessert, in: Bulletin du bibliophilie, 2002, S. 100-141. Zur Beziehung Delesserts als Wissenschaftler und Bankier zu Humboldt siehe ebd., S. 118ff.

[10] Humboldt an Spiker, o.O., o.D. (Berlin, Ende Mai 1832), Ingo Schwarz (Hg.), Alexander von Humboldt. Samuel Heinrich Spiker. Briefwechsel (Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung 27), Berlin 2007, Nr. 28, S. 74.

[11] Ebd., Hervorhebungen im Original.

[12] Sarah Lee-Bowdich, Mémoires du Baron Georges Cuvier. Publiés en anglais par Mistress Lee, et en français par M. Théodore Lacordaire, sur les documens fournis par sa famille, Paris 1833. Die englische Ausgabe mit dem Titel Memoirs of Baron Cuvier war im selben Jahr in London erschienen.

[13] Lee, Mémoires, S. 237, Anm. 1.

[14] Ebd., S. 327f.

[15] Geoffroy Saint-Hilaire an Humboldt, Briefentwurf, o. O., o. D. (Paris, Oktober 1833), Muséum national d’histoire naturelle, Bibliothèque centrale, Papiers provenant d’Étienne Geoffroy Saint-Hilaire, MS. 2385, n°53. Lee gab in der Einleitung zu ihrer Cuvier-Biographie an, neben der Familie Cuviers auch von dessen Freunden und Kollegen wie „MM. Le baron Pasquier, Laurillard, le docteur Duvernoy et le baron de H.“ unterstützt worden zu sein (Lee, Mémoires, S. 7, Anm. 1).

[16] Louis Georges Duvernoy, Notice historique sur les ouvrages et la vie de M. le B.on Cuvier, Paris 1833, S. 75: « Permettez-moi de vous lire ici ce qu’a écrit de cette leçon un des auditeurs les plus distingués par son savoir et ses sentimens, l’une des personnes dont l’esprit élevé pouvait le mieux comprendre la hauteur des pensées de ce grand maître. »

[17] Sarah Lee war die Witwe des Naturforschers und Afrikareisenden Thomas Edward Bowdich. Gemeinsam mit ihrem Mann hatte sie während der 1820er Jahre in Cuviers Laboratorien im Jardin des plantes gearbeitet. Vgl. Dictionary of National Biography, Art. Lee, Mrs. Sarah, Bd. 11, S. 820.

[18] Humboldt an Geoffroy Saint-Hilaire, o.O., o.D. (Berlin, Oktober 1833): «Tous mes amis savent d’ailleurs que je ne suis pas contraire à l’idée des types prise dans les limites des êtres auxquels une telle considération est applicable. » Dezos de la Roquette, Bd. 1, S. 328.

[19] Vgl. Uschmann, S. 191.

[20] Geoffroy Saint-Hilaire an Pariset, Briefentwurf, o.O., o.D. (Paris, November 1833), Muséum national d’histoire naturelle, Bibliothèque centrale, Papiers provenant d’Étienne Geoffroy Saint-Hilaire, Ms. 2385, n°54. Hervorhebung im Original.

[21] Gustave de Pontécoulant, Traité élémentaire de physique céleste ou Précis d’Astronomie théorique et pratique, servant d’introduction à l’étude de cette science, Paris 1840, S. XXIII.

[22] Ebd., S. XXVI.

[23] « M. Arago a réfuté verbalement deux passages du Précis d’Astronomie que M. Pontécoulant adressa à l’Académie lundi dernier » (Comptes rendus hebdomadaires de l’Académie des sciences 10 (1840), séance du 30 mars 1840, S. 536f.).

[24] Journal des Débats, 4. April 1840. Feuilleton du Journal des Débats. Académie des sciences. [Gustave de Pontécoulant] à M. le Dr. Donné, rédacteur du Journal des Débats, Paris, 2 avril 1840.

[25] Vgl. Arago, Lettre à M. Alexandre de Humboldt, in: Jean-Augustin Baral (Hg.), Œuvres complètes de François Arago, Bd. 12, Leipzig/Paris 1859, S. 1-46.

[26] « […] ces sauvages attaques dictées par l’esprit de parti en politique sous le voile d’attaques littéraires et académiques ». Humboldt an Arago, Berlin, 16. April 1840, Hamy, S. 200.

[27] Ebd.

[28] Humboldt an Arago, Sanssouci, 30. Oktober 1843, Archives de l’Académie des sciences de Paris, Dossier biographique A. de Humboldt.

[29] Pontécoulant, Lettre de M. G. de Pontécoulant à M. Encke en réponse à la lettre de M. Arago à M. de Humboldt, Paris 1840.

[30] Vgl. Eberhard Knobloch, „Es wäre mir unmöglich nur ein halbes Jahr so zu leben wie er“: Encke, Humboldt und was wir schon immer über die neue Berliner Sternwarte wissen wollten, in: Ders./Jürgen Hamel/Herbert Pieper (Hg.), Alexander von Humboldt in Berlin. Sein Einfluss auf die Entwicklung der Wissenschaften. Beiträge zu einem Symposium (Algorismus. Studien zur Geschichte der Mathematik und Naturwissenschaften 41), Augsburg 2003, S. 27-57, S. 46. Die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften hatte Pontécoulant 1832 auf Vorschlag Enckes und August Leopold Crelles zum korrespondierenden Mitglied gewählt (vgl. Archiv BBAW, Wahl und Mitgliedschaft der AM, EM und KM, II–III, 115 (1827-1834), Bl. 79), während ihm die Wahl in die Académie des sciences nicht gelang.

[31] Humboldt an Encke, o.O., o.D. (Berlin, 24. Oktober 1847), Archiv BBAW, NL Encke, Humboldt, Korrespondenz, 1812-1859, Nr. 52, Bl. 158.Vgl. die Zusammenfassung der Akademierede Enckes vom 21. Oktober 1847: Von der Öffentlichkeit wissenschaftlicher Vereine. Festrede gehalten am 21. Oktober 1847 zur Feier des Geburtstagsfestes Sr. Majestät des Königs, in: Bericht über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen der Preuß. Akademie der Wissenschaften zu Berlin aus dem Jahre 1847, S. 386-387. Zur Diskussion um die Öffnung der Berliner Akademie der Wissenschaften im Revolutionsjahr 1848 siehe Andreas Daum, Wissenschaftspopularisierung im 19. Jahrhundert. Bürgerliche Kultur, naturwissenschaftliche Bildung und die deutsche Öffentlichkeit 1848-1914, 2. ergänzte Auflage, München 2002, S. 441-443. Die Rede Enckes sowie die Reaktion Humboldts zeigen, dass diese Frage die Akademie bereits vor der Revolution beschäftigte.

[32] Humboldt an Encke, Berlin, 29. Januar (o.J. – 1848?), Archiv BBAW, NL Encke, Humboldt, Nr. 52, Bl. 161.

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