Logo :: HiN - Humboldt im Netz

______________________________________________________

Navigationselement: zurck

HiN 17 | Logo

Navigationselement: weiter

Kurt-R. Biermann / Ingo Schwarz

Warum bezeichnete sich Alexander von Humboldt
als DER ALTE VOM BERGE (Vecchio della Montagna)?

Zuerst erschienen in: Alexander von Humboldt-Stiftung. Mitteilungen. AvH-Magazin Nr. 60, Dezember 1992, S. 71-73.

In den letzten Jahren seines Lebens betitelte sich Alexander von Humboldt in Briefen wiederholt als Alter vom BeRge, bzw. Alter von den Bergen, Urgreis von den Bergen oder Vecchio della Montagna. Es wird hierfür erstmals eine Begründung gegeben.

1. Einleitung

Alexander von Humboldt besaß bekanntlich einen ausgeprägten Sinn für Witz und Ironie, der sich u.a. darin äußerte, dass er Zeitgenossen gern mit einem scherzhaften Prädikat charakterisierte. So gab er etwa dem von ihm hochgeschätzten Direktor der Unterrichtsabteilung im preußischen Kultusministerium Johannes Schulze den Beinamen „kreischende Dampfmaschine“ oder „Lokomotive“. Den König beider Sizilien Ferdinand II. nannte er kurz den „Nudelkönig“. Den ihm unsympathischen preußischen Kabinettsrat Markus Niebuhr bezeichnete er als „die schielende Wanze“.

In diesen Fällen lässt sich unschwer der Grund für die Betitelung erraten. Anders bei der Benennung „der Alte vom Berge“, die er sich selbst etwa ab 1853 in mehreren Varianten beilegte, als er 84 Jahre alt war. Von den Korrespondenten, an die er so schrieb, seien genannt: der Mediziner Carl Gustav Carus, der Kanzleibeamte in der preußischen Gesandtschaft in Paris Nicolaus Wirsch, die Schriftstellerin Bettina von Arnim, der britische Astronom Sir John Herschel, der bayerische König Maximilian II., der Berliner Publizist Karl August Varnhagen von Ense, der ehemalige österreichische Staatskanzler Fürst Klemens von Metternich, die Schriftstellerin Ludmilla Assing, der preußische Kultusminister August von Bethmann-Hollweg.

Aus der Zusammenstellung dieser Namen ist ersichtlich, dass es nicht eine bestimmte regionale, soziale oder politische Kategorie von Briefempfängern gewesen ist, denen sich Humboldt dergestalt präsentierte. Eines allerdings muss all diesen Korrespondenten gemeinsam gewesen sein: sie müssen verstanden haben, worauf Humboldt abhob – zumindest muss er das geglaubt haben.

 

______________________________________________________

Navigationselement: zurck

hin-online.de. postmaster@hin-online.de
Letzte Aktualisierung: 21 November 2008 | Kraft
Best viewed with Mozilla Firefox 3.

Navigationselement: weiter