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Ingo Schwarz
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

„Humbug und Taktlosigkeit“ oder „ein anlockendes Aushängeschild“
Alexander von Humboldt als Held einer Novelle – 1858

3. Über den Autor Eugen Hermann von Dedenroth

Wer war der solcherart Abgekanzelte? Eugen Hermann von Dedenroth wurde am 5. März 1829 als Sohn eines hohen Offiziers in Saarlouis geboren. Er ging in Posen, Danzig und Köln aufs Gymnasium, trat mit 18 Jahren in die preußische Armee ein und nahm 1848 am Krieg gegen Dänemark teil. Das spätere Garnisonsleben ließ ihm genügend Zeit für seine journalistischen und literarischen Neigungen. Dedenroths aktive militärische Laufbahn fand aber wegen der Humboldt-Novelle ein jähes Ende. Varnhagen hielt dazu am 20. Juni 1858 in seinem Tagebuch fest:

„Der Lieutenant von Dedenroth hat vom Ehrenrathe des Regiments einen Verweis bekommen, und im Aerger hierüber seinen Abschied begehrt und erhalten.“[1]

In den folgenden Jahren publizierte er dann mit großem Erfolg unter den Pseudonymen Eugen Hermann und Ernst Pitawall zahlreiche Novellen (Die Geliebte des Prinzen, 1870; Aus dem Grabe gerettet, 1877; Aus sturmbewegter Zeit, 1897), historische Romane und Erzählungen (Eine Deutsche Revolution oder der Carneval von 1848, 1860; Die unglücklichen Frauen Heinrich des Achten von England und ihr schreckliches Ende auf dem Blutgerüst, 1872; Das Erbe der Wolfenstein, 1882) sowie Kriminalgeschichten (Die Baronin, 1873; Jesuiten – Ränke, 1875; Brüderlein Fein, 1885). Seine militärische Karriere war dennoch nicht ganz beendet: in der Gardelandwehr brachte er es bis zum Hauptmann. Im Jahre 1873 zog er von Charlottenburg nach Kötzschenbroda, wo er am 16. Oktober 1887 starb.

Über das Schicksal des Bändchens der „Gesammelten Novellen und Skizzen“, das Dedenroth im Mai 1858 an Humboldts Adresse gesandt hatte, wissen wir nichts. Im Katalog der Humboldt-Bibliothek ist es jedenfalls nicht zu finden. Dafür ist dort[2] ein Oktavband von 122 Seiten mit dem Titel „Die Schöpfung, ein Gedicht in sechzehn Gesängen“ verzeichnet, das Humboldt vom Autor am 9. Februar 1855 mit der handschriftlichen Widmung „’Wo die Könige bauen, haben die Kärrner zu thun’. In tiefer Ehrfurcht. Der Verfasser, Eugen Hermann v. Dedenroth“ zugesandt worden war.



[1] Varnhagen von Ense, K[arl] A[ugust]. Tagebücher. Vierzehnter (Schluß-) Band. Hamburg 1870, S. 296.

[2] Stevens, Henry: The Humboldt Library. A catalogue of the Library of Alexander von Humboldt. London 1863. Reprint: Leipzig 1967, S. 299, Nr. 4242.

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Letzte Aktualisierung: 21 Juni 2007 | Kraft
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