Logo :: HiN - Humboldt im Netz

______________________________________________________

Navigationselement: zurck Logo HiN 14 Navigationselement: weiter

Ingo Schwarz
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

„Humbug und Taktlosigkeit“ oder „ein anlockendes Aushängeschild“
Alexander von Humboldt als Held einer Novelle – 1858

1. Vorbemerkung

Seit 2005 besetzt der Roman „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann vordere Plätze der Spiegel-Bestsellerliste. Das Buch hat viele Leser in deutschen Sprachraum köstlich unterhalten und manche begeistert[1]; viele glauben, daraus auch etwas über Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß gelernt zu haben. Jetzt gibt es den Roman in englischer und französischer, spanischer und italienischer, ungarischer und niederländischer, ja selbst in chinesischer Übersetzung.[2]

Einige Humboldt- oder Gauß-Forscher haben ratlos bis befremdet reagiert, weil sie vor lauter – eigentlich abgedroschenen – Klischees in den Romangestalten die historischen Vorbilder auch mit gutem Willen kaum wieder erkennen konnten. Nur wenige aber haben sich kritisch zu Wort gemeldet[3]. Die Frage, was Humboldt selbst dazu gesagt haben würde, als Figur eines Romans zu erscheinen, hat aber bisher niemand gestellt. Am Ende seines Lebens hatte er allerdings noch die für ihn zweifelhafte Ehre, Titelheld einer Novelle zu werden. Wie der weltberühmte Preuße darauf reagierte und wie die Geschichte für den Verfasser der Erzählung ausging, davon soll hier berichtet werden.



[1] Die von Marius Meller in „die tageszeitung” Nr. 8219, 7.3.2007, S. 15 veröffentlichte Rezension „Genie und Slapstick“ geht der Frage nach, wie eine Bevölkerung beschaffen sein muss, „die sich diesen Roman zum Kultbuch wählt.“

[2] Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 76, 30.3.2007, S. 41.

[3] Scharlau, Winfried: Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt. In: DMV-Mitteilungen 13-4/2005, S. 234-235.

Ette, Ottmar: De cómicos e histéricos. Una réplica a la sátira sobre eruditos de Daniel Kehlmann, en la que Alexander von Humboldt, que salió a explorar el mundo, y Carl Friedrich Gauß, a quien bastaba el pequeño universo de escritorio, sodean los límites de la ciencia. In: Humboldt Nr. 145, S. 19-21.

______________________________________________________

Navigationselement: zurck

hin-online.de. postmaster@hin-online.de
Letzte Aktualisierung: 21 Juni 2007 | Kraft
Best viewed with Mozilla Firefox 2.

Navigationselement: weiter