Logo :: HiN - Humboldt im Netz

______________________________________________________

Logo :: HiN VII, 12 (2006)

Franz-J. Weihrauch

Nachrichten aus Amerika oder wie man in Koblenz von Humboldts Reise nach Amerika erfuhr

3. Die Publikationsgeschichte des Briefes

Zurück zum Brief: Das Schreiben an Fourcroy ist mit dem Datum des 4. Pluviôse des Jahres VIII (=24.Januar 1800) versehen; die zeitgenössische Verbreitungsgeschichte ist weitgehend recherchiert. Dabei hat Humboldt seine Reisebriefe, so Ulrike Moheit, die Herausgeberin von Humboldts amerikanischen Briefen von vornherein für die Publikation vorgesehen; allein in Paris habe er über 50 Adressen von Wissenschaftlern notiert.[1] Das ist nicht nur Publizität in eigener Sache, sondern Versorgung des wissenschaftlichen Netzwerkes mit neuesten Informationen und Fragestellungen, um so Anregungen für den Diskurs mit den führenden Wissenschaftlern seiner Zeit zu geben. Die Reisebriefe Humboldts finden in Europa, und vor allem in Paris, der damals führenden Kapitale der Wissenschaften und der Künste, schon während der Zeit, in der Humboldt noch unterwegs ist, große Aufmerksamkeit.[2] So auch besagter Brief, den Fourcroy am 15. Juni 1800 im „Institut National“ in der Klasse für Mathematik und Physik verliest.[3] Danach erscheint dieser Brief Humboldts an Fourcroy im Jahre 1800 in einer Fachzeitschrift für Chemie in Frankreich .[4] Wie man getrost annehmen darf, ist diese Publikation von Fourcroy selbst veranlasst worden. Danach  - 1800 und 1801 – finden wir den nunmehr übersetzten Brief in zwei Fachpublikationen in Deutschland wieder. Am 20. November 1800 wird der Brief dann in einer zusammenfassenden Darstellung im „Bewohner des West Rheins“ in Koblenz veröffentlicht.[5] Der genaue Titel ist „Nachrichten von H. v. Humboldt’s Reise, aus einem Briefe von demselben an Bgr. Fourcroy, aus Guayra, einem SeeHafen im mittäglichen Amerika, vom (24. Januar 1800) 4 Pluvios J. 8.“[6] Fast sechs Monate hat Humboldts Brief über den Atlantik bis nach Paris benötigt, etwa elf Monate später hat er seinen Weg von der Kapitale in die Provinzstadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel gefunden.

 


[1] Vgl. Alexander von Humboldt: Briefe aus Amerika 1799 – 1804. Hrsg von Ulrike Moheit, Berlin 1993. Hier Vorwort von Ulrike Moheit, S. 9.

[2] Vgl. Humboldt (wie Anm. 3), S. 14.

[3] Vgl. Humboldt (wie Anm. 3), S. 15.

[4] Vgl.: Alexander von Humboldts unselbständige Schriften - Verzeichnis

Lettre de M. Alex. Humboldt, physicien, actuallement voyageant dans l'Amérique méridionale; au cit. Fourcroy; Sur plusieurs objets d'histoire naturelle et de chimie.Ann. chimie 35 (1800), S. 102-111. überschrieben: Datée de la Guayra, le pluviôse an 8 [25.1.1800].

Chem. Ann. (1800) 2, S. 351-355. A: Ueber einige Gegenstände der Chemie und der Naturgeschichte des südlichen Amerika's. Vom Hrn. A. v. Humboldt.

Ann. Physik 7 (1801) St. 3, S. 329-335. A: Alexander's von Humboldt's neue physikalische Beobachtungen im spanischen Amerika. Aus Briefen von Fourcroy und Lalande. 1. Aus einem Brief an Fourcroy. 

[5] Vgl. Humboldt, Amerikanische Briefe, (wie Anm. 3), Vorwort, S. 14: Hier weist Ulrike Moheit darauf hin, dass längst nicht alle weiteren Publikationen der Humboldtschen Briefe bekannt seien; vielmehr sei davon auszugehen, dass es viele weitere, bislang unbekannte Veröffentlichungen gebe. Der im „Bewohner des West Rheins“ aufgetauchte, redigierte Brief belegt diese These.

[6] Der Bewohner des West Rheins: Nr. CLXXXXV, vom 29. Brumaire des Jahres IX (=20.November1800).

______________________________________________________

Navigationselement: zurück

© hin-online.de. postmaster@hin-online.de
Letzte Aktualisierung: 25 April 2006 | Kraft

Navigationselement: weiter