Medieninformation der Universität Potsdam

Nr.: 321/10 vom 17.12.2010

Auch unter Zeitdruck Sorgfaltspflicht einhalten

Potsdamer Wissenschaftler streben Modernisierung der Prüfung des Verfahrens zu Vorwürfen von wissenschaftlichem Fehlverhalten an

An der Universität Potsdam wird sich eine Gruppe renommierter Wissenschaftler in den kommenden Monaten mit Verfahrensfragen bei der Prüfung von wissenschaftlichem Fehlverhalten beschäftigen. Der Ombudsman der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, Prof. Dr. Wolfgang Mitsch, organisiert den Arbeitskreis. Der Jurist ist Inhaber der Professur für Strafrecht mit Jugendstrafecht und Kriminologie an der Juristischen Fakultät. Ihre Mitarbeit zugesagt haben Prof. Dr. Bernd Walz, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, sowie Prof. Dr. Reimund Gerhard, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam.

Anstoß zu dieser Initiative haben Plagiatsvorwürfe gegen einen Angehörigen der Universität Potsdam gegeben. In den vergangenen Monaten wurden die Anschuldigungen entsprechend den satzungsgemäß vereinbarten Regeln und unter strikter Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Betroffenen geprüft. Nach Einschätzung des Ombudsmans für die Wissenschaft bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor Ulrike Beisiegel, wurde das Verfahren an der Universität Potsdam dabei in allen Punkten den Ansprüchen der DFG zur Prüfung von Vorwürfen der wissenschaftlichen Unredlichkeit gerecht.

Mit der Prüfung der Plagiatsvorwürfe hat die mit sieben Wissenschaftlern besetzte Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens an der Universität Potsdam einen unabhängigen Schweizer Wissenschaftler beauftragt. Das Gutachten wird zum Jahresende erwartet. Im Verlauf dieser standesrechtlichen Prüfung hatte sich bereits erwiesen, dass die sich an den Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft orientierenden Verfahrensschritte in einer Reihe von Details überarbeitet werden sollten. Dieser Schluss gründet sich weniger auf inhaltliche Aspekte der Bewertung und Prüfung als vielmehr auf die Tatsache, dass angesichts der Möglichkeiten der modernen Medien eine weitaus schnellere, aber nicht minder sorgfältige Befassung und Meinungsfindung der zuständigen Gremien mit solchen Vorwürfen angestrebt werden muss. Mit den modernen Medien lassen sich bestimmte Vereinbarungen, vor allem bezüglich einer vertraulichen Behandlung von Plagiatsvorwürfen, die in erster Linie dem Schutz der Persönlichkeitsrechte dienen, nicht mehr wirkungsvoll durchsetzen.

Die Universität Potsdam strebt für die Modernisierung des Reglements eine Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen an und hat das Ombudsgremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft um Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Regularien gebeten.

Hinweis an die Redaktionen:

Kontakt: Birgit Mangelsdorf, Universitätssprecherin, Telefon: 0331/977-3822, E-Mail: presse@uni-potsdam.de

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