Medieninformation der Universität Potsdam

Nr.: 301/10 vom 17.11.2010

Falsches Bild von den Reichen?

Studie des Potsdamer Sozialwissenschaftlers Prof. Lauterbach über Vermögen und Vermögende kommt zu überraschenden Ergebnissen

Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach vom Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Bildungsforschung im Profilbereich Empirische Bildungswissenschaften an der Universität Potsdam und der Direktor des Institutes für Vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien, Prof. Dr. Thomas Druyen, stellen am 24. November ihre Studie vor, die das allgemein vorherrschende Bild von Vermögenden in Deutschland gründlich verändern könnte. In Zusammenarbeit mit Kollegen aus Wien und Münster hat Prof. Lauterbach im vergangenen Jahr deutsche Vermögensmillionäre eingehend nach ihrem sozialen Engagement befragt. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Mehrheit der Reichen sich entgegen der vorherrschenden Meinung gesellschaftlich engagiert und überdurchschnittlich wohltätig agiert.

Die Reichen werden immer reicher, während umgekehrt die Armut immer mehr zunimmt. Mit diesem Befund enden in der Regel hierzulande Umfragen unter Otto-Normalverbrauchern zu den Stichworten Vermögensverteilung und Verhalten von Vermögenden. Doch stimmen diese Sichtweisen mit den Realitäten überein oder sitzt die Mehrheitsgesellschaft damit nur gut gepflegten Klischees auf? Zu dieser Meinung jedenfalls kann man kommen, wenn man die Studie analysiert, die Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Sigmund Freud PrivatUniversität in Wien und der Universität Münster erstellt hat. Für die Studie haben Forscherteams 2009 jene ein bis drei Prozent der Bevölkerung befragt, die, statistisch gesehen, mehr als zwei Drittel des gesamten Vermögens besitzen.

Die gewonnenen Erkenntnisse münden in Feststellungen wie zum Beispiel: "Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung unter Deutschlands Reichen ist hoch ausgeprägt: mehr als acht von zehn Befragten engagieren sich. …ihre Spenden (betragen) mit jährlich durchschnittlich insgesamt 4.500 Euro etwa das Vierzehnfache des Durchschnitts der in Deutschland steuerlich geltend gemachten Spenden."

Prof. Dr. Lauterbach wird zusammen mit Prof. Dr. Thomas Druyen die wichtigsten Studienergebnisse vorstellen, die kürzlich in einer von ihnen gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Grundmann aus Münster herausgegebenen Publikation des VS Verlags unter dem Titel "Vermögen in Deutschland - Heterogenität und Verantwortung" (ISBN 978-3-531-17689-5) erschienen sind.

Hinweis an die Redaktionen:

Zeit: 24.11.10, 10:00 Uhr,
Ort: Campus Neues Palais, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, Haus 8, Raum 0.75,
Kontakt: Miriam Ströing, Koordinatorin Profilbereich "Empirische Bildungswissenschaften", Telefon: 0331/977-2182, E-Mail: stroeing@uni-potsdam.de
Kontakt für Rezensionsexemplare: Karen Ehrhardt, Leitung PR, VS Verlag / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Telefon: 0611/7878- 394, E-Mail: karen.ehrhardt@vs-verlag.de
Weitere Informationen: www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-17689-5/Vermoegen-in-Deutschland.html

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