Medieninformation der Universität Potsdam

Nr.: 028/09 vom 12.02.2009

Graphische Bildschirm-Informationen für Blinde

Informatiker der Universität Potsdam stellen Projekt HyperBraille auf der Landeskonferenz Telematik am 18. Februar 2009 vor

Am 18. Februar 2009 veranstaltet die Telemed Initiative Brandenburg e.V. die 4. Landeskonferenz "Telematik im Gesundheitswesen - Bedarfsgerechte Lösungen" an der Universität Potsdam. Begleitet wird die Tagung von einer Ausstellung, bei der Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen neue Entwicklungen der Gesundheitstelematik präsentieren. Bei der Telematik handelt es sich um eine Technologie, die die Bereiche Telekommunikation und Informatik miteinander verknüpft. Wissenschaftler des Instituts für Informatik der Universität Potsdam präsentieren auf der Ausstellung ein berührungsempfindliches Display für Blinde.

Für blinde Menschen erfolgt der Zugang zu Computerinformationen und Benutzungsoberflächen per Sprachausgabe sowie mit Braillezeilen, das heißt durch Ertasten von textlichen Informationen durch erhabene Punkte. Das Projekt HyperBraille beschäftigt sich mit der Entwicklung von Hard- und Software, um Blinden und hochgradig Sehbehinderten den Umgang mit Rechnern zu erleichtern. Neben den Wissenschaftlern der Universität Potsdam, der Universität Stuttgart und der Technischen Universität Dresden arbeiten auch Institute der Industrie (Deutsche Blindenstudienanstalt, F.H. Papenmeier, Hahn-Schickard-Gesellschaft, IMS-Chips und METEC) an dem Projekt. Mit der neuen Hard- und Software wird ein direkter Zugang zu grafischen Darstellungen möglich sein. Das von der METEC Ingenieurgesellschaft entwickelte Gerät besteht aus einer Fläche mit 7.200 Stiften, die elektrisch hoch- und heruntergefahren werden und so ertastbare Formen erzeugen können. Ähnlich wie bei einem Touchscreen können Berührungen auf dem Display ausgewertet werden, sogar mit mehreren Fingern. Der Benutzer bekommt so zum einen über die erhabenen Stifte Informationen über Texte, Windows, Graphiken und so weiter und kann zum anderen selbst durch Berührungen Informationen an den Computer geben, beispielsweise das "Anklicken" einer Schaltfläche in Windows-Anwendungen durchführen. Objekte, wie Textabsätze, Tabellen, Menüs und andere Elemente der Windows-Bedienoberfläche, können vollständig auf der Stiftplatte abgebildet werden und sind so durch den Nutzer ertastbar. Der Beitrag der Mitarbeiter des Instituts für Informatik an diesem Projekt besteht in der multimodalen Aufbereitung (tasten, akustisch), von Informationen aus Browsern und Textverarbeitungsprogrammen und der Erprobung von Gesten, Handbewegungen auf der Stiftplatte, zur Interaktion mit dem Computer.

Das Institut für Informatik der Uni Potsdam ist in der Ausstellung mit weiteren Projekten zum Thema "Assisted Living" vertreten. Es werden intelligente Systeme für ein gesundes und sicheres Leben vorgestellt, zum Beispiel technische Unterstützungen, die älteren Menschen helfen, länger selbständig in ihrem häuslichen Umfeld zu leben. Außerdem moderiert die Geschäftsführende Leiterin des Instituts für Informatik, Prof. Dr. Bettina Schnor, eine der Konferenz-Sitzungen zum Thema "Innovationen und Denkanstöße".

Hinweis an die Redaktionen:

Zeit der Konferenz: Mittwoch, 18. Februar 2009, 9.00 Uhr
Ort der Konferenz: Universitätskomplex Babelsberg, August-Bebel-Straße 89, Haus 6, Hörsaal 2 und Foyer (Ausstellung), 14482 Potsdam

Als Ansprechpartnerin für das HyperBraille-Projekt steht Ihnen Maria Schiewe von der Universität Potsdam telefonisch unter 0331/977-3029, E-Mail: schiewe@cs.uni-potsdam.de zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Projekt und zu der Konferenz sind im Internet unter www.telemed-initiative.de/konferenzen/4-fachkonferenz sowie www.hyperbraille.de/ abrufbar.

zurück zur Übersicht