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Zehn Fragen für ein Buch – Bildlichkeit und Metaphorik in den spätmittelalterlichen Fastnachtspielen des 15. Jahrhunderts

Franziska Klimczak. Foto: privat.

Franziska Klimczak. Foto: privat.

Zehn Fragen* für ein Buch, gestellt an Franziska Klimczak, Autorin von „Bildlichkeit und Metaphorik in den spätmittelalterlichen Fastnachtspielen des 15. Jahrhunderts – Wie Sexualität von sich reden macht“. Erschienen im Universitätsverlag Potsdam, 2018.

Was steht in Ihrem Buch – in drei Sätzen?

Mein Buch untersucht die Sexualsprache im Nürnberger Fastnachtspiel des 15. Jahrhunderts. Hierbei handelt es sich um eine außerordentliche Sammlung an Sexualmetaphern, die sich an Schöpfungskraft, aber auch an Analogien zur heutigen Sexualsprache, nur so gegenseitig übertreffen. Dass die Sexualsprache im Nürnberger Fastnachtspiel nicht nur innovativ und komisch ist, sondern auch normkritisches Potenzial hat, das demonstriert dieses Buch.

Warum ist Ihr Buch wie kein anderes?

Mein Buch ist einzigartig, weil es den Leser zu amüsieren vermag, und das, obwohl es sich um ein wissenschaftliches Buch handelt. Ich finde, dies kommt selten vor. Das liegt daran, dass sich mein Buch einem Thema nähert, das zur Intimsphäre der Menschen gehört und viele einsilbig werden lässt. Über Sex reden, das ist so eine Sache. Sich wissenschaftlich mit Sexualsprache zu befassen, kann als ein Widerspruch oder eine Undenkbarkeit gesehen werden. In der Betrachtung der Sexualsprache im Nürnberger Fastnachtspiel kommt ein wahrer Schatz an metaphorischen Ausdrucksweisen zum Vorschein. Wie Sexualität von sich reden macht, wird theoretisch ergründet und umfangreich an Beispielen reflektiert. Dass selbst der Schreibstil in diesem Buch vom Thema ergriffen wird, hängt vor allem damit zusammen, dass die Wissenschaftssprache an ihre Grenzen stößt und nicht immer treffsicher ist. Auch das zeichnet diese Arbeit aus, ihr besonderer Schreibstil.  

Sie veröffentlichen im Universitätsverlag Potsdam – und damit open access. Warum?

Der Universitätsverlag Potsdam kam auf mich zu, ob ich nicht meine Dissertation beim Verlag veröffentlichen möchte. Das hat mich sehr gefreut, denn ich habe selbst einmal an der Universität Potsdam die Fächer Deutsch und Englisch auf Lehramt studiert, als Lehrerin und Dozentin gearbeitet und dann in der Mediävistik an der Universität Potsdam promoviert. Die Veröffentlichung mit Open access scheint mir daher sinnvoll in unserer digitalen Welt. Das wissenschaftliche Arbeiten wird dadurch erleichtert und barrierefreier gestaltet. Zugleich erhalten Forschungserkenntnisse schneller und nachhaltiger Verbreitung.

Wer sollte Ihr Buch lesen?

Jeder, vor allem, wer Lust an der Sprache hat, wer ein Mittelalterfan ist, wer sich mit Metaphern auseinandersetzen will, wer neugierig ist und für den Sex kein Fremdwort ist.

Was hat Spaß gemacht beim „Buchmachen“ – und was eher nicht?

Es hat einfach Spaß gemacht, meine Arbeit, an der ich lange geschrieben habe, in eine schöne Form zu bringen. Das Buch, das jetzt jeder kaufen und lesen kann, ist für mich selbst ein Geschenk und eine große Errungenschaft.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie gut ist Ihr Buch?

Natürlich ist mein Buch sehr gut. Nach Schulnoten 1+, auf einer Skala von 1-10 bekommt es eine glatte 10. Ich hätte es nicht besser schreiben können.

Wenn Sie könnten: Würden Sie sich für das Buch einen Preis verleihen – und wenn ja, welchen?

Wie gesagt, das Buch ist für mich selbst Belohnung genug. Wenn ich mir einen Preis dafür verleihen müsste, dann wäre das eine Medaille für meine Ausdauer und Entschlossenheit, meinen Mut und meine Disziplin, die für die Entstehung meines Werkes erforderlich waren.


* Den Autorinnen und Autoren steht es frei, welche der zehn gestellten Fragen sie beantworten wollen. Deshalb kann es passieren, dass letztlich nicht zehn Fragen und Antworten veröffentlicht werden.


Text: Jana Scholz
Online gestellt: Jana Scholz
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de

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