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Schnell oder flexibel? – Zusammenhang von Lernstil und Persönlichkeit bei Tieren

Rötelmaus lernt einen Ausweg (Foto V. Mazza)

Rötelmaus lernt einen Ausweg (Foto V. Mazza)

Manche – Menschen wie Tiere – lernen schnell und dann nichts Neues mehr, andere lernen langsam und bleiben flexibel. Verschiedene Lerntypen sind mit Persönlichkeitstypen verbunden. Wissenschaftler der Universitäten in Potsdam und Florenz sowie des Julius Kühn-Institutes in Münster haben diesen Zusammenhang in einer Untersuchung an Wühlmäusen gezeigt. Dabei offenbarte sich, dass kühnere und aktivere Tiere schnell lernen und auf dem einmal Gelernten beharren. Vorsichtige und weniger aktive Tiere prägen sich Zusammenhänge zwar langsamer ein, können dafür aber schneller umlernen, wenn sich Gegebenheiten ändern. Ihre neuesten Forschungsergebnisse veröffentlichten die Forscher jetzt in der Fachzeitschrift Animal Behaviour.

Kühnheit und Aktivität von Rötelmäusen untersuchten die Biologen mit Tierpersönlichkeitstests. Um die Lernfähigkeit der Tiere zu messen, wurde diese in einem einfachen Y-Labyrinth mit zwei verschiedenen Fruchtdüften jeweils auf den Weg zum Ausgang oder in eine Sackgasse verwiesen. Sobald die Assoziation Duft-Ausgang gelernt war, sollten die Tiere umlernen. Nun führte der jeweils andere Duft zum Ausgang oder in die Sackgasse. Aktivere Tiere lernten das Benutzen des ersten Dufts als Wegweiser sehr schnell, hielten dann aber an dem einmal Gelernten fest, auch wenn der gleiche Duft nun auf eine Sackgasse hinwies. Vorsichtige und weniger aktive Tiere brauchten viel länger, um einen Duft als Wegweiser zu nutzen. Sie waren danach aber in der Lage, ganz schnell auf einen anderen Duft umzulernen. Ihre Einzelentscheidungen, einen Weg einzuschlagen, dauerten länger. Möglicherweise haben diese Tiere immer wieder Alternativen ausprobiert, statt sich auf das einmal Gelernte zu verlassen. Auch das Geschlecht der Tiere spielte bei den Versuchen eine Rolle. Weibchen konnten besser umlernen als Männchen. Vor die Wahl zwischen den beiden Düften gestellt, erwiesen sich die schnellen Entscheidungen eher als falsch im Vergleich zu den langsameren. „Die Studie zeigt, dass sich kühne Individuen in neuen Situationen gerne schnell, aber oft falsch entscheiden, während Vorsichtige länger überlegen, sich aber besser auf neue Situationen einstellen können“, sagt Prof. Dr. Jana Eccard von der Universität Potsdam.

“The fast and the flexible: cognitive style drives individual variation in cognition in a small mammal” Autoren: Valeria Mazza, Jana A. Eccard, Marco Zaccaroni, Jens Jacob, Melanie Dammhahn.
Animal Behaviour 137: 119-132

Kontakt: Prof. Dr. Jana Eccard, Institut für Biochemie und Biologie
Telefon: 0331 977-1923
E-Mail: eccard@uni-potsdam.nomorespam.de
Foto: Rötelmaus lernt einen Ausweg (Foto V. Mazza)
Internet: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0003347218300253?via%3Dihub

Medieninformation 18-04-2018 / Nr. 059
Prof. Dr. Jana Eccard, Dr. Barbara Eckardt

Universität Potsdam
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Online gestellt: Katharina Zimmer
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