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Unterwegs in Nigeria – 8. Oktober 2017

Studierende der Anglistik und Amerikanistik auf Exkursion nach Ibadan
Verhandlungen auf dem Markt. Foto: Isabel Dückert/Valerie Pobloth.

Verhandlungen auf dem Markt. Foto: Isabel Dückert/Valerie Pobloth.

8. Oktober – Ibadan

Sonntag ist ein wichtiger Tag für Nigerianer: Leute unterschiedlicher Konfessionsrichtungen putzen sich in ihrer besten Kleidung heraus und verbringen den Tag im Gottesdienst. Wir haben die Ehre, die „Kapelle der Wiedergeburt“ zu besuchen. Eine ganz besondere Erfahrung für uns, da der Gottesdienst in Nigeria voller Tanz und Gesang verläuft, was der Kirche eine unbeschreibliche Atmosphäre verleiht. Wir werden auch als Ehrengäste der Kirche begrüßt und sollen sogar in der ersten Reihe Platz nehmen!Die Predigt ist besonders für die Linguistikstudierenden unter uns interessant. Es sprechen zwei Pfarrer und während wir den Älteren einigermaßen gut verstehen, verlieren wir bei dem Jüngeren ständig den Faden. Prof. Wolf klärt uns anschließend über dieses Rätsel auf: Der jüngere Pfarrer hat einen Teil seiner Predigt in Pidgin-Englisch gehalten. Dabei handelt es sich um eine Varietät des Englischen, die bestimmte Aspekte einer dominanten Sprache, wie z.B. das Vokabular, mit grammatischen Strukturen einer untergeordneten Sprache verbindet. Diese Hybridisierung passiert oft an Orten, an denen verschiedene Sprachen – z.B. durch Kolonisation – miteinander in Kontakt kommen, wie es in Nigeria der Fall ist.Nach dem Gottesdienst freunden wir uns mit einem Studenten namens Itsuru an. Er begleitet uns auf einen Ausflug vom Campusgelände runter, um Obst zu kaufen. Wir gehen nur wenige Meter vor die Tore, aber der Unterschied ist beträchtlich. Zwei bettelnde Kinder  hängen uns an den Armen und wir ziehen schnell viel Aufmerksamkeit auf uns. Etwas später kommt eine Traube neugieriger Kinder auf uns zu; sie wollen wissen, ob wir Amerikaner sind. Eine nette Dame lädt uns zu sich in die Kirche ein. Man kann ohne Zweifel sagen, dass Religion und Glauben wichtige Bestandteile des Lebens in Nigeria sind.Nach unserem kleinen Abenteuer vor den Toren der Universität verbringen wir den Rest des Nachmittags mit einem kleinen Sprachaustausch mit Itsuru und seinem Freund Lekon. Wir bringen den beiden ein paar Worte Deutsch bei und sie helfen uns, die Grammatik ihrer lokalen Sprache namens Yorùbá zu verstehen. Außerdem lernen wir ein paar der wichtigsten Wörter wie guten Morgen (ekaaro) und danke (ẹṣe). Eine der Besonderheiten des Yorùbá ist die Aussprache. So verwandelt ein falsch ausgesprochener Laut die Bedeutung des Wortes völlig und lässt Bauernhof (oko) durch einen ansteigenden Ton zu Penis (okó) werden. Da Yorùbá ähnlich wie Chinesisch oder Thai eine Lautsprache ist, ist es wirklich schwierig für uns, so kleine Unterschiede wahrzunehmen. Eine falsche Aussprache, kann da schnell peinlich werden kann, belustigt aber andererseits alle Umstehenden.

Text: Sandra Hesse, Anna Korneva und Valerie Pobloth
Online gestellt: Matthias Zimmermann
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de

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