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Die neuen Kuratoren – Potsdamer Studierende entwickeln eine Fotoausstellung in Berlin

Die studentischen Ausstellungsmacher. Foto: Beatrice Miersch.

Die studentischen Ausstellungsmacher. Foto: Beatrice Miersch.

Der junge Berliner Fotograf Oliver Blohm hat sich auf das analoge Sofortbild spezialisiert. Seine Arbeiten waren bereits in internationalen Ausstellungen neben Werken von Gerhard Richter, Georg Baselitz, Ellen von Unwerth und Jack White zu sehen. Im Artspace des BIKINI BERLIN widmen ihm nun Potsdamer Studierende eine Einzelausstellung. Sie enthält über 120 Werke – von Modefotografie über Landschaftsbilder bis zu Porträts.

Am 14. Juli feiert eine Fotoausstellung in Berlin Eröffnung, die Studierende der Universität Potsdam kuratiert haben. „POLARO_ID. Fotografische Arbeiten von Oliver Blohm“ im BIKINI BERLIN entstand in einem Seminar unter Leitung von Beatrice Miersch (Universität Potsdam) und der Kuratorin Lena Fließbach. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt unter anderem von der Universität Potsdam. „Auf die Besucherinnen und Besucher warten großartige analoge Fotografien und eine spannungsreiche Ausstellungsgestaltung“, sagt Beatrice Miersch vom Institut für Künste und Medien.
Der „Curating Workshop“ am Institut für Künste und Medien im Sommersemester 2017 drehte sich um Formen zeitgenössischen Kuratierens. Ausgehend von wissenschaftlichen Texten zur Fotografie und Ausstellungstheorie erarbeiteten die 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Konzept für den 675 Quadratmeter großen Galerieraum am Zoologischen Garten in Berlin. „Die Studierenden haben ein enormes kreatives Potenzial“, sagt Miersch. In nur drei Monaten entwickelten sie eine ganze Ausstellung. Dabei lernten sie nicht nur das Oeuvre des Künstlers kennen und arbeiteten eng mit ihm zusammen, sondern setzten sich auch auf praktische Weise mit kulturwissenschaftlichen Theorien auseinander.
„Uns war es wichtig, das Ausstellungskonzept vielstimmig und gleichermaßen demokratisch zu entwickeln“, so die Dozentin. In Gruppen entwarfen die jungen Kuratorinnen und Kuratoren Ausstellungswände zu verschiedenen Themen im Werk des Fotografen. Anschließend diskutierten alle Studierenden, die Seminarleiterinnen und der Künstler, welche Arbeiten in die engere Auswahl kommen. Das letzte Wort hatte dann aber ein studentisches Expertenteam, das speziell für das Ausstellungskonzept verantwortlich war.
Nun zeigt eine Wand die experimentellen Polaroids, die Blohm in einem patentierten Verfahren in der Mikrowelle oder im Gefrierschrank bearbeitet. Andere Bereiche gruppieren Porträts, die das gesellschaftliche Bild von Schönheit und Sexualität hinterfragen. Wieder andere beleuchten den technischen Produktionsprozess der Bilder. Alles ist bis ins Detail geplant, von möglichen Bewegungschoreografien der Besuchenden, „überfordernden“ Sehangeboten bis zu spannungsreichen Sichtachsen im Ausstellungsraum. Dabei ging es auch immer wieder darum, mit den traditionellen Ausstellungskonventionen zu brechen. Nur so wurden sie der Vielseitigkeit der Seminarteilnehmenden und dem experimentellen Oeuvre des Künstlers gerecht.
Aber die Studierenden lernten auch, dass eine Ausstellung nicht nur die Gestaltung eines Raumes ist. Viele organisatorische Fragen waren zu klären. Wie transportieren wir die Ausstellungsstücke? Wie finanzieren wir die Vernissage? Wo informieren wir über die Schau? In Arbeitsgruppen kümmerten sich die Seminarteilnehmer um Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Logistik oder Ausstellungsproduktion. „Das war natürlich eine große Verantwortung“, sagt die Kunstwissenschaftlerin. Aber die jungen Kuratoren waren umso engagierter und verabredeten sich auch zusätzlich zum Seminar in Einzelgruppen. „Ergebnis des Seminars sind etliche Sponsoren, eine optisch beeindruckende und kluge Ausstellungsgestaltung sowie 35 Leistungsscheine für die Bachelorstudierenden der Kulturwissenschaft“, so Miersch stolz. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen in der vorlesungsfreien Zeit zusätzlich einen Katalog erstellen, den sie als Hausarbeit einreichen können.
Der Künstler ist mit seiner Ausstellung übrigens mehr als zufrieden. „Das Engagement und der Teamgeist der Studierenden, die sich vorher gar nicht kannten, hat mich beeindruckt“, sagt Blohm. „Für mich zählt dieser Arbeitsprozess zu den spannendsten Erfahrungen, die ich bisher als Künstler machen durfte.“

Die Ausstellung: 14.–29. Juli 2017, Artspace des BIKINI BERLIN, Budapester Str. 38–50, 10787 Berlin. Eintritt frei
Vernissage: 14. Juli 2017, 18–22 Uhr
Presserundgang: 14. Juli 2017, 11 Uhr
Finissage: 29. Juli 2017, 18–22 Uhr


Kontakt: Beatrice Miersch, Institut für Künste und Medien
Telefon: 0331 977 1113
Email: bmiersch@uni-potsdam.nomorespam.de
Internet: www.polaro-id.de

Text: Jana Scholz
Online gestellt: Matthias Zimmermann
Kontakt zur Onlineredaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de