uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Unterwegs in den Anden – 4. März 2017: Zwischen zwei Kordilleren

Reisetagebuch: Doktoranden auf Exkursion in Westargentinien
„Normale“ Szenerie entlang unseres Reise Richtung Norden. Foto: Henry Wichura.

„Normale“ Szenerie entlang unseres Reise Richtung Norden. Foto: Henry Wichura.

Die Sonne scheint. Perfektes Wetter, um im Feld zu sein. Nach dem Frühstück starten wir die Reise von Uspallata nach Rodeo - die nördlichste Region unserer Exkursion. Uns erwartet ein langer Tag.

Wir passieren das Calingasta-Uspallata-Iglesia-Tal und beobachten ein breites, intermontanes Becken. Es ist im Westen von der schneebedeckten frontalen Kordillere begrenzt, im Osten durch die Strukturen des Faltenüberschiebungsgürtels der Präkordillere. Wir diskutieren den geologischen Rahmen und den strukturellen Stil des Beckens und versuchen Analogien zu unseren Beobachtungen vor einem Jahr im Nordwesten Argentinien zu finden. Nachdem wir die wirkenden Kräfte auf das Störungssystem einschätzen, argumentieren wir über die Definition intermontaner Becken (schon wieder). Am Ende sind wir alle "einverstanden". Anschließend essen wir unseren gesamten Vorrat an Äpfeln, da es untersagt ist, Früchte aus Mendoza nach San Juan zu überführen. So will man verhindern, dass Fruchtfliegen aus einer anderen Provinz eingeschleppt werden.

Auf dem Weg nach Calingasta untersuchen wir triassische Ablagerungen - grüne Sedimente, wie man sie auch heute in den Riftsystemen Ostafrikas findet. Wir helfen einem Mann aus der Region und bringen ihn in die nächste Stadt, wo er medizinisch versorgt wird.

Während unsres dritten Stopps unterhalten wir uns über die Ablagerungen eines 10.000 Jahre alten Sees und diskutieren darüber, wie sich dieser in der Vergangenheit gebildet haben könnte. Drei Hypothesen werden debattiert: ein Erdbeben, Hangrutschungen oder ein variableres Klima in der Zeit seiner Entstehung. Am Ende sind wir uns weitgehend einig, dass Erdbeben Hangrutschungen ausgelöst und den See aufstaut haben, nicht zuletzt, weil die Ablagerungen des Sees schnell wegerodiert wurden.

Auf unserer weiteren Reise bewegen wir uns zwischen der frontalen Kordillere und der Präkordillere. In den quartären Sedimenten erwarten uns die jüngsten Gesteine und Ablagerungen dieser tektonischen Provinzen.

Die Sonne geht unter. Bevor die Nacht hereinbricht, durchqueren wir das intern entwässernde Gualilan-Becken. Nach einer langen Reise durch eine faszinierende Landschaft erreichen wir unser Hotel in Rodeo und beenden den Tag im hauseigenen Swimmingpool.

Hintergrundinformationen zur Reise der Potsdamer Geowissenschaftler gibt es hier.

Text: Martin Zeckra, Federico Ibarra, Ornela Constantini, Juan Pablo Villalba Ulberich, Ahmad Arnous, Henry Wichura
Online gestellt von: Daniela Großmann
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde 

Zum vorherigen Tagebucheintrag
Zum nächsten Tagebucheintrag 
Alle Einträge in einer Übersicht