Vorlesungs- und Lehrendenverzeichnis

WiSe 2019/20

Religion und Ernährung in der Frühen Neuzeit. Ein Vergleich der abrahamitischen Traditionen

Susanne Härtel

PULS

Ernährung ist Voraussetzung biologischen Überlebens und in ihrer jeweiligen Form doch immer auch kulturell bedingt. Insofern rücken mit einer Konzentration auf das kulinarische Feld Fragen nach Religion als sinn- und gemeinschaftsstiftendem Phänomen und ihrer relativen Wirkkraft unvermeidbar in den Blick: Religiöse Traditionen beeinflussen unsere Ess- und Trinkgewohnheiten bis heute, wenn sie diese sicherlich auch nie allein bestimmen. In besonderem Maße bietet sich die Ernährung als Zugang zur Geschichte der Frühen Neuzeit an, eine Epoche, die in Europa durch religiöse Pluralisierung, Radikalisierung, aber auch Neuordnung und Relativierung geprägt war.
Im Seminar wollen wir exemplarische Einblicke in die Rolle der Ernährung, von Essen, Trinken und Fasten, innerhalb der jüdischen, christlichen und, ergänzend, auch der islamischen Kulturen der Vormoderne nehmen. Eine vergleichende Betrachtung bietet sich an, da die abrahamitischen Religionen ein gemeinsames biblisches Erbe der Nahrungsmittelrestriktion kennen, dieses in ihren Traditionen jedoch sehr unterschiedlich interpretiert und entwickelt haben. Wir werden uns entlang einer Reihe inhaltlicher Problemkomplexe im Zusammenhang von Ernährungsfragen bewegen, wobei mindestens immer zwei religiöse Traditionen in den Blick gelangen sollen: Alltag und Fest Überfluss und Mangel Frau und Mann Eigenes und Fremdes Tischgemeinschaft und ihre Grenzen und mehr.

Literatur

Für einen ersten Einblick:
Jean-Louis Flandrin/ Massimo Montanari (Hrsg.), Food. A Culinary History from Antiquity to the Present. New York 2013 David Freidenreich, Dietary Laws, in: Adam J. Silverstein/ Guy G. Stroumsa/ Moshe Blidstein (Hrsg.), The Oxford Handbook of Abrahamic Religions. Oxford 2015, 466–482 Corrie E. Norman, Food and Religion, in: Jeffrey M. Pilcher (Hrsg.), The Oxford Handbook of Food History. Oxford 2012, 409–427.
Weitere Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Leistungspunkterwerb

Von allen Teilnehmenden wird erwartet, vor jeder Sitzung ein ,response paper‘ mit Inhaltsangabe, Kommentar und Fragen zu den zu lesenden Texten per Mail einzusenden (ca. 2.000 Zeichen). Dies soll unsere gemeinsame Diskussion im Seminar befördern.
Kurze Impulsreferate für unbenotete Leistungen zusätzliche Hausarbeit oder Prüfung (gemäß Prüfungsordnung) für benotete Leistungen.

Studiengänge und Module

LPSWSbenotet
B2 Religionswissenschaft 2010
  162 
Seminar, Aufbaumodul Religionstheorie und Komparatistik (Erstfach)
2
2
nein
  183 
Seminar, Aufbaumodul Theorien und Methoden der Religionswissenschaft (Zweitfach)
2
2
nein
  184 
Seminar, Aufbaumodul Theorien und Methoden der Religionswissenschaft (Zweitfach)
2
2
nein
  182 
Seminar, Aufbaumodul Theorien und Methoden der Religionswissenschaft (Zweitfach)
2
2
nein
B2 Religionswissenschaft 2014
  293911 
Seminar, Aufbaumodul Komparatistik
3
2
nein
B2 Religionswissenschaft 2017
  293912 
Vorlesung oder Seminar, REL_BA_007: Vertiefungsmodul Komparatistik
3
2
nein
  293911 
Seminar, REL_BA_007: Vertiefungsmodul Komparatistik
3
2
nein
MT Frühe Neuzeit 2010
  120 
Oberseminar, Kulturelle und soziale Räume
4
2
nein
MT Jüdische Studien 2012
  2031 
Lehrveranstaltung, Lebensformen des Judentums (Wahlpflichtbereich)
3
2
nein
  2032 
Lehrveranstaltung, Lebensformen des Judentums (Wahlpflichtbereich)
3
2
nein
  2091 
Lehrveranstaltung, Judentum, Christentum und Islam im Vergleich (Wahlpflichtbereich)
3
2
nein
  2092 
Lehrveranstaltung, Judentum, Christentum und Islam im Vergleich (Wahlpflichtbereich)
3
2
nein
MT Jüdische Studien 2019
  296981 
Seminar (Seminar), JUD_MA_009 Sephardische Studien
5
2
nein
  296982 
Seminar (Seminar), JUD_MA_009 Sephardische Studien
5
2
nein

Kontakt

Universität Potsdam
Philosophische Fakultät
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam

Logo