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Carolin Emcke, moderiert von Peer Trilcke, Januar 2016 – © Literarisches Zentrum Göttingen


Literatur und Medien der Gegenwart

[Version 21.6.2016]

Die Gegenwartsliteratur, deren eigene wie auch die sie umgebenden Medien spielen in mehrfacher Hinsicht eine Rolle im Profil der Juniorprofessur:

  • im engeren Sinn der ›Gegenwartsliteraturforschung‹, die sich aus interpretativer, historiographischer und soziologischer Perspektive mit Phänomenen der aktuellen Produktion, Vermittlung und Rezeption von Literatur befasst (siehe die Auswahl an Veröffentlichung unten);
  • als Literaturjournalismus und Publizistik, etwa in Rezensionen, Essays oder Kommentaren zur Gegenwartsliteratur (siehe auch die Einträge unter Publikationen);
  • und in Form von Veranstaltungen, etwa Moderationen, Podiumsdiskussionen oder Vorträgen (siehe auch die Einträge unter Veranstaltungen, Vorträge o.Ä.). 

Eines der Felder, das dabei zuletzt besonders in den Blick geriet, ist die vielfältige Herausforderung der Gegenwartsliteratur, als Phänomen und als Begriff, durch die Digitalisierung (und, damit in eins und zugleich allgemeiner, durch ihre eigene Medialität). Gerade der ›Literaturbetrieb‹, so habe ich in einer Polemik zu einer der zahlreichen Debatten (erschienen unter dem Titel »Buh!« im eMagazin Litlog) behauptet, verdrängt diesen medialen und sozialen Wandel meist eher. Und damit auch seine Medialität.

Dabei schafft der digitale Wandel, um ein Beispiel zu nennen, neue sozialmediale Kommunikationsweisen über Literatur (oder macht sie beobachtbar). In der Studie »Ideen zu einer Literatursoziologie des Internets« habe ich solche Kommunikationsweisen, ausschnittshaft, am Beispiel eines Bücherblogotops beschrieben.

Möglich ist, um ein weiteres Beispiel zu nennen, aber auch, dass dieser Wandel, insofern er massive medien- und textökologische Umstrukturierungen mit sich bringt, etwas mit den zentralen Begriffen der Literaturwissenschaft anstellt: Was heißt es zum Beispiel, im Zeitalter der Digitalisierung einen Begriff wie ›Dichtung‹ zu verwenden? Eine Annäherung an diese Frage habe ich im Statement ›Dichtung und Digitalisierung‹ versucht.

Mit anderen Worten: Die ›Gegenwartsliteratur‹ ist (im Übrigen wie jede andere Literatur) ein Feld, auf dem Begriffspolitik betrieben wird. Wer ist gegenwärtig? Wer gehört zur Literatur ... oder doch eher zum Journalismus, zur Essayistik oder zum Quodlibet? Welche Ordnungen werden zememtiert, welche geraten ins Wanken, etwa wenn es neben dem Buch auch ein eBook gibt, das ganz offensichtlich zu Änderungen in der Ordnung der Literatur, in den Praktiken des Sortierens und Bewertens führt? Und welche Rollen spielen eigentlich wir Leserinnen und Leser, Vermittlerinnen und Vermittler, Forscherinnen und Forscher bei all dem? Was sind unsere Begriffspolitiken? 

Wissenschaftliche Publikationen (Auswahl)

Publizistik (kleine Auswahl)

»Verteidigung des Individuums«. Laudatio auf Carolin Emcke

Am 20. und 21. Januar 2016 hielt Carolin Emcke – unter dem Titel »Wider die Gewalt« – die »Lichtenberg-Poetikvorlesungen«. Ihre Reden durfte ich mit einer Laudatio einleiten.

»Versuch über die Köttbullarfalle«. Essay zu Marcel Beyer

Das Heft 1 (2015) der Neuen Rundschau widmete sich der »Gegenwartsliteratur!«. Gefragt, ob ich etwas dazu beitragen könnte, entschied ich mich für eine Satire, unterstützt durch einige damals aktuelle Publikationen von Marcel Beyer. Ein Text über den »gewitzten Text«, den »Wert eines Funken« – und die Falle.

»Buh!« Pamphlet zu einer Literaturbetriebsdiskussion

Anfang 2014 entspann sich, herausgefordert durch einen Zeit-Artikel von Florian Kessler, eine Literaturbetriebsdiskussion. »Ein Gespenst geht um im deutschen Blätterwald – das Gespenst des bildungsbiederbürgerlichen Jungliteraten«, schrieb ich damals dazu in einem Pamphlet. 

»Literatursoziologie des Internets«. Studie

Eine ausführliche Reflexion, einschließlich exemplarischer Erhebung, über die sekundäre literarische Kommunikation im Netz. Mit 7 Abbildungen und 19 Tabellen