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Ein Semester in Lissabon

Zur Vorbereitung auf mein Auslandssemester nutzte ich vor allem die Sprechstunden meiner Koordinatorin und die Informationsveranstaltungen des International Office. Da ich schon alle Credits an der UP absolviert hatte, bis auf meine Masterarbeit, gab es bezüglich der Leistungsanerkennung zum Glück nicht so viel zu klären. Ich hatte geplant die Zeit im Ausland für meine Masterarbeit zu nutzen und dies so im Learning Agreement notiert.

Die Nova Uni, zumindest die Fakultät für Sozialwissenschaften, versendet Ihre Bestätigungen erst recht spät, sodass ich erst am 19.Juni erfahren habe, dass es mit dem Erasmus im Wintersemester klappt. Alle anderen KommilitonInnen hatten schon früher eine Antwort. Hier empfehle ich Euch also Geduld. Nach der ersten Rückmeldung ging dann aber alles zügig. Die Uni wollte außer des Learning Agreements nur eine Ausweiskopie haben.


Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09/2018 - 01/2019

Gastuniversität: Universidade Nova de Lisboa

Gastland: Portugal

Studium an der Gastuniversität 

Da die Soziologie in Potsdam keinen Vertrag mit der Nova hatte, wurde ich über PoWi nominiert und war auch verpflichtet mindestens einen Kurs in PoWi zu absolvieren. Ansonsten hat man freie Wahl aus den Kursen der Fakultät und bekommt somit die Möglichkeit auch mal über den Tellerrand zu blicken.

Anders als in Potsdam finden Bachelorkurse immer 2x wöchentlich à 2 Stunden statt und Masterkurse 1x wöchentlich à 3 Stunden. Die Masterkurse finden immer erst ab 18 Uhr statt oder am Wochenende, da viele der Studierenden einen Vollzeitjob neben der Uni bestreiten.

Die Auswahl an englischsprachigen Kursen ist begrenzt, daher habe ich mich für einen Kurs auf Bachelorniveau in Portugiesisch entschieden. Natürlich habe ich nicht alles verstanden und konnte nicht immer folgen, aber die Dozentin hat sich immer Zeit für meine Fragen genommen, sodass ich den Kurs bestehen konnte. Für 6 ECTS musste ich einen Test, eine Gruppenpräsentation und eine Ausarbeitung der Präsentation absolvieren. Lissabon hat zahlreiche Bibliotheken, besonders die Stadtbibliothek am Campo Pequeno habe ich zum Lernen und für meine Masterarbeit genutzt. 

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Durch das Erasmusnetzwerk lernt man schnell andere Erasmus Studierende kennen. Auch über meinen Portugiesisch Sprachkurs und das Leben in einer WG kann man sich leicht mit anderen ausländischen Studierenden vernetzen. Kontakte zu Einheimischen aufzubauen ist etwas schwieriger. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt einfach Leute anzusprechen. Ich hatte großes Glück, dass ich gleich zu Beginn meines Aufenthaltes nette Menschen am Strand in Carcavelos kennen gelernt habe, die mir im Verlauf meines Erasmus noch weiter ans Herz gewachsen sind.  

Sprachkenntnisse vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor Beginn des Aufenthaltes habe ich ca. ein Jahr Portugiesisch gelernt und wurde mit dem Niveau A2 eingestuft. Meine wenigen Sprachkenntnisse haben mir definitiv geholfen und ich empfehle jeder/jedem vorher einen Kurs zu machen. Die meisten jungen PortugiesInnen sprechen Englisch, aber die ältere Generation nicht, daher lohnt es sich ein bisschen zu verstehen. Meine erste Wohnung (ich bin während des Semesters umgezogen) habe ich hauptsächlich mit Brasilianerinnen geteilt. Von ihnen konnte keine Englisch, daher war ich sehr glücklich über meine Basiskenntnisse. Mittlerweile habe ich das Niveau B1. Ich verstehe einiges, wenn mein Gegenüber langsam spricht, aber beim Sprechen bin ich immer noch sehr unsicher. Ich kann nur empfehlen auch während des Erasmus an einem Sprachkurs teilzunehmen. Der Kurs findet an Fakultät statt, 2x pro Woche à 6 Stunden und kostet 60 Euro. 

Wohn-  und Lebenssituation

Meine erste Unterkunft habe ich über das Internet ca. einen Monat vor der Abreise gefunden. Empfehlen kann ich die Suche über facebook Marketplace, facebook Gruppen oder Seiten ähnlich Ebay Kleinanzeigen – olx.pt, custojusto.pt und idealista.pt. Die Angebote auf uniplaces sind meist recht teuer und für die Vermittlung fällt eine hohe Gebühr an. Daher würde ich es zunächst über oben genannte Plattformen versuchen. Die Miete ist vergleichbar mit Potsdam. Für ein schönes WG Zimmer, mit Fenster und möbliert sollte man mit 300-500 Euro rechnen. Das ist sehr traurig, wenn man bedenkt, dass der Mindestlohn in Portugal bei 550 Euro liegt. Gentrifizierung ist ein großes Problem, daher findet man im Stadtzentrum vor allem Airbnb und Erasmus Wohnungen. Ich habe in den Vierteln Anjos und Arroios gewohnt und kann beides sehr empfehlen. Günstiger sind evtl. Zimmer entlang der Küste, Richtung Cascais, außerhalb von Lissabon. Wer sowieso plant viel Zeit am Meer zu verbringen, kann daher evtl. auch außerhalb fündig werden. Die Verbindungen ins Stadtzentrum sind sehr gut (+-40 Minuten). Bis auf die Mieten, sind die Lebenshaltungskosten aber ein wenig günstiger als in Deutschland. Vor allem bei Gastronomie und anderen Serviceleistungen wie Frisör, Kosmetik usw. kann man sparen.

Wer im Wintersemester kommt, sollte ausreichend warme Sachen dabei haben. Die Wohnungen sind schlecht isoliert und haben in der Regel keine Heizung. Da kommt es vor, dass es draußen wärmer ist als drinnen in der Wohnung. 

Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09/2018 - 01/2019

Gastuniversität: Universidade Nova de Lisboa

Gastland: Portugal


Rückblick

Ich kann uneingeschränkt ein Erasmus an der Nova Uni in Lissabon empfehlen. Die Sonne tut sehr gut und Lissabon ist einfach eine lebendige Stadt, die für jede/n etwas zu bieten hat. Ich hätte mein Erasmus sogar gerne noch verlängert.

Portugal

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